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Schwierige Verkehrssituationen im Zehn-Minuten-Takt

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An der nördlichen Abzweigung des Seewegs von der Hauptstraße gibt es keinen Hinweis, dass in etwa 150 Meter Einbahnregelung gilt und nicht mehr weitergefahren werden darf. (Foto: Flug)

Unterwössen – Jetzt im alljährlichen Sommeransturm auf den Wössner See erweist sich die Einbahnstraßenregelung um den See immer noch als halbgare Lösung. Im Zehn-Minuten-Takt kommt es zu schwierigen, oft gefährlichen Situationen im nördlichen Einmündungsbereich des Seeweges auf die Hauptstraße, die Bundesstraße 305.


1,2 Kilometer einspurige Straße führen von der B 305, rund um den Wössner See. Eine Strecke, mit der sich einige Autofahrer und Radfahrer schwertun. Die nördliche Zufahrt mündet einspurig im spitzen Winkel auf die Hauptstraße Richtung Ortszentrum. Unmittelbar am Einmündungsbereich steigt der Seeweg steil in einer leichten Linkskurve um 36 Höhenmeter an, um nach dem Anwesen Rexau 5 dann langgezogen wieder auf Seeebene abzufallen. Auch im südlichen Einmündungsbereich ist die Zufahrt nicht ohne, verläuft der einspurige Weg dort doch unmittelbar am See entlang, das Wasser nur Zentimeter unter dem Fahrbahnrand.

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Jedes Jahr im Hochsommer mit dem üblichen Ansturm auf das Freibad am Wössner See kommt es am Seeweg im Minutenabstand zu schwierigen Verkehrssituationen. Die bisherigen Maßnahmen, das in den Griff zu bekommen, erweisen sich als unzureichend.

Mit der Neugestaltung von Freibad und Gastronomie wächst der Zuspruch am See seit Jahren. Der Gemeinderat hat die damit einhergehenden Probleme zunächst mit Ausweichbuchten mit Hangsicherungen aufwändig am südlichen und nördlichen Seeweg beantwortet. Gelöst hat das das Problem nicht. Die nächste Idee war eine für den Sommer gültige Einbahnstraßenregelung, die im umgekehrten Uhrzeigersinn um den See führt. Die brachte zunächst Probleme für die Radler, die die Alternative hatten, entweder den erheblichen Anstieg aus dem Freibad zur Hauptstraße zu fahren, oder die südliche Variante vom Freibad am Seeufer zu fahren und damit gegen die Einbahnstraßenregelung zu verstoßen. Inzwischen ist das geregelt. Für Radfahrer ist das Befahren gegen die Einbahnstraßenrichtung erlaubt.

Geblieben ist die Herausforderung, dass die Einbahnstraßenregelung nicht konsequent von Hauptstraßeneinmündung zur Hauptstraßeneinmündung geregelt ist. Warum, ist nachvollziehbar. Jede Heimkehr mit dem Kraftfahrzeug brächte den Bewohnern des Anwesens Rexau 5 eine einen Kilometer lange Seeumrundung im gehobenen Schritttempo, obwohl sie nur 160 Meter von der Hauptstraße wohnen. Um den Anwohnern das zu ersparen, steht das Einbahnstraßenschild Einfahrt verboten jetzt erst am Anwesen Rexau 5. Bis dorthin darf man die Straße in beide Richtungen befahren.

Weil an der Hauptstraße nichts auf die spätere Einbahnstraßenregelung verweist, biegen Kraftfahrzeugführer an der nördlichen Seezufahrt ab, um den Bichl hinauf zu fahren. Ihnen entgegen kommt der gesamte Einbahnstraßenverkehr vom See. Regelmäßig werden deshalb die Linksabbiegevorgänge oft unglücklich abgebrochen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, dass es zu Auffahrunfällen auf der Hauptstraße kommt, auf der die Fahrzeuge mit 70 km/h fahren.

Die Fahrzeugführer können dafür nichts. Sie wissen nichts von der Einbahnstraßenregelung, weil sie nicht mit Hinweisen wie »in 150 Metern Einbahnstraße« informiert werden. Wer so am See gegen die Fahrtrichtung der späteren Einbahnstraße einfährt, wird geradezu zum Verkehrsverstoß genötigt. Nach dem Ausbau des Anwesens Rexau 5 auf dem Bichl ergeben sich auf den dortigen, zumeist besetzten Parkflächen keine Wendemöglichkeiten. Zurückzusetzen über das Gefälle hinunter bis zur Hauptstraße ist mit angemessenem Aufwand nicht möglich. So missachten die Kfz-Führer das Einbahnstraßenschild und bescheren sich so im Begegnungsverkehr hinunter zum See weitere Probleme. lukk