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Um die Verkehrssicherheit für Schulkinder ging es in der jüngsten Unterwössner Gemeinderatssitzung. (Foto: Flug)

Schulwegsicherheit und Verkehrsberuhigung im Fokus

Unterwössen – Die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg und eine Verkehrsberuhigung im Ort waren die vorrangigen Ziele einiger Anträge der Fraktionen Freie Wähler und der Grünen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in Unterwössen. 


Das Thema »Schulwegsicherheit« ist in Unterwössen ein Dauerbrenner. »Seit Jahren wurden mit der Schulleitung, dem Schulbusunternehmen und der Polizei mehrere Ortsbesichtigungen durchgeführt und Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt«, erklärte Geschäftsleiter Thomas Müllinger. Die letzten Maßnahmen seien ein beidseitiges absolutes Halteverbot vor der Schule und der Bau eines Gehsteigs von der Eisdiele bis zur Alten Dorfstraße gewesen. Im Übrigen sei Unterwössen eine der wenigen Gemeinden mit fast flächendeckenden Tempo-30-Zonen.

Wie es die Grünen-Fraktionssprecherin Gabriele Neubert aufgrund von Eltern- und Bürgergesprächen formulierte, sei die Sicherheit der Kinder jeden Morgen und jeden Mittag durch Verkehrsprobleme an der Wetterkreuzstraße vor der Schule »hoch gefährdet«. Sie forderte deshalb die Errichtung einer Spielstraße im Schulbereich, von der Ecke Zollweg bis zur Alten Dorfstraße sowie eine Einbahnstraßenregelung vom Zollweg in Richtung Alte Dorfstraße.

Die Polizeiinspektion Grassau stand in einer eingeholten Stellungnahme einem solchen verkehrsberuhigten Bereich negativ gegenüber. Durch gesetzliche Vorschriften sei ein solcher Bereich klar definiert. So darf dort nicht der typische Charakter einer Straße vorherrschen, der Fahrzeugverkehr muss eine untergeordnete Rolle spielen und es muss eine überwiegende Aufenthaltsfunktion vorliegen. Zudem dürfen innerhalb des verkehrsberuhigten Bereichs keine Verkehrsschilder aufgestellt werden. Die Gefahrenzeichen »Schule« müssten also entfallen.

Das Fazit der Polizei: »Es ist nicht davon auszugehen, dass sich durch die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs die Problematik an der Schule ändern wird. Als Hauptgrund hierfür wird in erster Linie der Fahrzeugverkehr durch ein- und aussteigende Kinder zu den Spitzenzeiten zum Schulbeginn und -ende gesehen.«

Schule sieht Antrag skeptisch

Auch die Grund- und Mittelschule Unterwössen sah in ihrer Stellungnahme den Antrag skeptisch. So würde eine Spielstraße zu einer Verlangsamung des Verkehrs, auch für Schulbusse, führen und Staus produzieren. Bei einer Einbahnstraßenregelung müssten die Anwohner einen größeren Umweg in Richtung Schleching hinnehmen.

Das Fazit von Schulleiter Otto Manzenberger: »Bevor man über neue Regelungen nachdenkt, sollte man erst die bestehenden einhalten. Das würde die Situation schon wesentlich verbessern.«

Wie Rathauschef Ludwig Entfellner (CSU) meinte auch der Zweite Bürgermeister Johannes Weber (CSU), dass man sich an die rechtsverbindlichen Vorgaben der Polizei halten müsse. Besonderen Anstoß nahm Weber an der Formulierung der Antragstellerin Neubert, dass die Kinder »hoch gefährdet« seien. Das sei überzogen und zu emotional.

Barthl Irlinger (OWG)appellierte an Eltern und Großeltern, die Schulwegsicherheit mitzutragen und als Bring- und Abholstelle nicht den Bereich vor der Schule, sondern an der Turnhalle zu nutzen. Thomas Ager (CSU) und Matthias Schweigl (beide CSU) sprachen sich für mehr polizeiliche Kontrollen der Verkehrsvorschriften morgens und mittags an der Schule aus. Schließlich wurde der Antrag einer verkehrsberuhigten Spielstraße und die Einrichtung einer Einbahnstraße mit elf zu drei Stimmen abgelehnt.

Auch der zweite Punkt des Antrags, einen Schutzstreifen vom Fehlbachweg, Burgweg und weiterführend Alte Dorfstraße für einen Geh- und Radweg auszuweisen, sollte laut Neubert mehr Sicherheit auf dem Schulweg ermöglichen. Dem konnte die Polizei wegen einer eindeutigen Rechtslage nicht entsprechen.

»Ein Schutzstreifen kann nur dort angebracht werden, wo genug Fahrbahnbreite verfügbar ist, das heißt, es müssen sich zwei Autos gefahrlos begegnen können«, hieß es in der Stellungnahme. Bei den angeführten Straßen blieben nur 50 Zentimeter für einen Schutzstreifen, was deutlich zu wenig sei. Die Antragsteller nahmen daraufhin den Antrag zurück. Unmut herrschte im Gremium über einen zusätzlichen Antragspunkt. Hier ging es um die Überwachung der Einhaltung der Geschwindigkeit im Ort durch den Kommunalen Zweckverband. Der Antrag war bereits am 26. Mai dieses Jahres gestellt und am 29. Juni vom Gemeinderat abgelehnt worden. Er wurde nochmals mit zehn zu vier Stimmen abgelehnt.

Dennoch beharrte Neubert darauf, sich Gedanken über Maßnahmen gegen das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit im Ort zu machen, etwa durch Poller oder Pflanzkästen.

bvd