Bildtext einblenden
Regina Zeißl hat bereits zwei Büchlein und eine ganze Reihe Verskarten herausgebracht. (Foto: P. Mix)

Regina Zeißl aus Unterwössen hat ein außergewöhnliches Hobby – Wir verlosen zweimal fünf ihrer Büchlein

Unterwössen – Es ist schon ein bisserl her, dass wir den letzten Vertreter der Serie »besondere Geschichten« vorgestellt haben. Heute geht es um Regina Zeißl aus Unterwössen. Sie schreibt schon seit ihrer Schulzeit. Sie verfasst Verse für Grußkarten, humorvolle, aber auch nachdenkliche Geschichten und Gedichte – letztere gerne in bairischer Mundart.


Dabei würde sich die Verwaltungsangestellte selbst gar nicht als Hobby-Autorin bezeichnen. »Ein Hobby ist für mich Stricken oder Lesen, das Schreiben fühlt sich manchmal eher wie 'Hausaufgaben machen' an. Dennoch hält sie immer wieder Gedanken schriftlich fest, manche drängten sich ihr förmlich auf: »Ich habe dann das Bedürfnis, sie niederzuschreiben.«

Meistens gibt es zuerst einen Impuls, eine spontane Idee: »Das kritzele ich dann schnell auf einen Zettel und arbeite es später aus. Vieles ist auch schon verloren gegangen, weil ich die Zettel nicht mehr gefunden habe.« Aus dem Impuls kann dann ein kleiner Vers entstehen oder eine längere Geschichte. »Ich freue mich über jedes gelungene Werk.«

Angefangen hat das Schreiben bei der heute 55-Jährigen in der Jugendzeit, als sie lustige Gedichte verfasste und im Familienkreis vortrug. Im Kirchenchor von Unterwössen, wo sie seit vielen Jahren Mitglied ist, verfasste sie Gedichte für Jubilare oder besondere Anlässe. Nach Vorträgen bei anderen Veranstaltungen wie dem Erntedankfest oder Adventssingen wurde sie öfter gebeten, Texte zu erstellen.

»Seit 20 Jahren schreibe ich für meine Schwester, die mit ihrem Mann ein Autohaus leitet, die Weihnachtsgrüße für die Kunden. Das sind zumeist lustige Geschichten aus meinem Familienkreis oder auch Verse zum Thema Weihnachten«, erzählt sie. Diese Weihnachtspost mit den Geschichten »bei uns dahoam« ist bei den Kunden sehr beliebt, wie viele Rückmeldungen jedes Jahr aufs Neue zeigen.

Denn Zeißl erzählt gerne humorvolle Erlebnisse aus dem Leben ihrer großen Familie: »Ich habe als jüngstes von sieben Kindern entsprechend einiges erlebt. Die Geschichten darüber habe ich meist an Freunde und Bekannte verschenkt, wo sie für große Erheiterung gesorgt haben.«

2021 sah die Geschichte im Weihnachtsbrief allerdings anders aus. Sie hatte im Vorfeld für sich selbst überlegt, was sie sich für ihr Leben noch wünschen würde und wie es aussähe, wenn diese Wünsche tatsächlich erfüllt würden. Es entstand die Betrachtung »Gar nicht so einfach mit der guten Fee…« Dass Streben nach Gesundheit, Reichtum und Erfolg nicht alles im Leben ist, und man einfach auch mal mit dem zufrieden sein sollte, was man hat, wird darin zum Beispiel thematisiert. »Ich hatte das Gefühl, das könnte auch anderen Menschen was bringen, wenn ich das aufschreibe«, so Regina Zeißl.

Die Geschichte ging reihum und wurde schließlich im Gemeindeblatt veröffentlicht. Die Reaktionen waren überwältigend. »Viele haben mir gesagt und geschrieben, dass ich ihnen sehr aus dem Herzen gesprochen habe«, freut sie sich.

Aus einem der Gedichte, das vor Jahren mit der Weihnachtspost verschickt wurde, entstand auch ein kleines Theaterstück, das 2016 und 2019 in der Kirche von Raiten unter der Regie der Verfasserin aufgeführt wurde. Weitere kurze Theaterstücke waren zuvor beim Wössner Fasching und einer Faschingshochzeit aufgeführt worden.

Darüber hinaus hat Regina Zeißl als Auftragsarbeit Verse für einen Bildband »Am Wegrand« verfasst sowie eigene Verskarten erstellt, die sie einige Jahre lang recht erfolgreich auf ausgewählten Kunsthandwerkermärkten verkauft hat. Die schönsten Verse daraus hat sie in einem kleinen Büchlein mit dem Titel »Wortgeschenke« zusammengetragen. Darin sind Verse und Segenssprüche, die man zu allen erdenklichen Anlässen wie Taufe, Firmung, Genesung, Trauer und anderes mehr verschicken kann.

Ein zweites Buch trägt den Titel »Diebe der Kindheit oder die Supermütter«. Dazu angeregt wurde sie als Mutter von damals drei kleinen Mädchen, als sie so manche »Supermutter« auf dem Spielplatz beobachtete und sich teils über deren Verhalten nur wundern oder sogar ärgern konnte. Gerhard Poremba, ehemaliger Schulamtsleiter von Traunstein, schreibt über das Buch: »Eine höchst vergnügliche Lektüre für alle, die mit der Sorge um ihre Kinder zu tun haben. Ein wunderschönes, vielleicht sogar notwendiges Geschenk für werdende Mütter und deren Anhang.«

Regina Zeißl plädiert da-rin dafür, sich als Mutter auf die ureigene Intuition zu verlassen und nicht in erster Linie danach zu handeln, was in Fachzeitschriften und -büchern »empfohlen« oder sogar »befohlen« wird. Kinder einfach Kinder sein zu lassen, sie zu lieben und zu umsorgen, aber nicht zu überfordern, sei die wichtigste Regel in der Erziehung.

Zeißl hat noch viel zu erzählen und zahlreiche Ideen, »das ist ein Fass ohne Boden«. Immer wieder fallen ihr lustige Begebenheiten aus der Familiengeschichte ein. Aber auch über den Tod einer ihrer Schwestern nach mehreren Jahren schwerer Krankheit möchte sie noch schreiben, »das war eine ganz innige Erfahrung«. Und natürlich wird sie auch weiterhin nette Geschichten festhalten.

Wer eines ihrer Büchlein »Wortgeschenke« oder »Diebe der Kindheit« gewinnen möchte, kann bis Sonntag, 21. August, eine Postkarte schreiben an das Traunsteiner Tagblatt, Lokalredaktion, Stichwort Gute Fee, Marienstraße 12, 83278 Traunstein oder eine E-Mail an gewinnspiel(at)traunsteiner-tagblatt.de unter Angabe der Adresse und einer tagsüber erreichbaren Telefonnummer. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden telefonisch verständigt.

mix