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Beim gemeinsamen Volkstrauertag der Ortsteile Unterwössen und Oberwössen gedachten die Unterwössner Vereine, Honoratioren und Bürger mit Pfarrer Dominik Bartsch am Oberwössner Kriegerdenkmal der Gefallenen und Vermissten der Weltkriege. (Foto: Flug)

Pfarrer Dominik Bartsch rief auf, im eigenen Umfeld friedensstiftend sein

Unterwössen – Gemeinsam begingen Unterwössen und Oberwössen in Oberwössen den Volkstrauertag. Pfarrer Dominik Bartsch rief im Gottesdienst auf, friedensstiftend im eigenen Umfeld zu sein, Bürgermeister Ludwig Entfellner mahnte am Kriegerdenkmal, wachsam gegenüber Verführung und Propaganda zu bleiben.


Pfarrer Dominik Bartsch sah in seiner Predigt das traditionelle Gedenken an die Toten der Weltkriege bedauerlich aktuell vor dem Krieg in der Ukraine. Er rief auf: »Wenn sich die Menschen in unserem Land der schrecklichen Folgen eines Krieges bewusst bleiben, sind sie bereit, mit Ernsthaftigkeit und mit persönlichem Einsatz sich für den Erhalt des Friedens zu engagieren.« Das »Gehet hin in Frieden« am Ende der Messe sei Jesu Auftrag an einen jeden, sich – beginnend bei Familie, Beruf und Gemeinde – für den Frieden einzusetzen. Das verlange auch, »sich zurückzunehmen, um den Schwachen und an den Rand Gedrängten Raum zu geben«. Da gelte es, den eigenen Vorteil und eigene Interessen zurückzunehmen. Die Aufgabe der Kirche im Friedensdienst sieht Bartsch in diesem Zusammenhang in der Verkündung des Evangeliums, um die Menschen durch den Glauben an Christus mit Gott zu versöhnen. »Mit Gott und ihrem Leben versöhnte Menschen sind frei von Hass und Gewalt«, sieht der Pfarrer. Die Lesungen kamen von Josefine Kühnast. Die Musikkapelle Wössen und Organist Benedikt Meurers begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Im Anschluss kamen alle zum Gedenken am Kriegerdenkmal des Friedhofs zusammen. Eingestimmt von Pfarrer Bartsch und mit einem Gebet, ergriff Bürgermeister Ludwig Entfellner das Wort. Er sieht »Getötete, Verwundete, sieben bis acht Millionen Vertriebene, Leben in Armut und Angst als Folge von Kriegen wie aktuell in der Ukraine«. Entfellner warnte: »Kriege und Feindschaften entstehen im Kopf. Sie entstehen, wenn Menschen auf Parolen und Propaganda hereinfallen. »Seien wir aufmerksam gegenüber solchen Gedanken.« Thema wäre nicht, ob es diesen Winter ein Grad weniger in der Wohnung ist, Themen sind die Realität der Kriege, der Propaganda, der wir unsere Aufmerksamkeit entgegensetzen müssen. Der Volkstrauertag sei ein wichtiger Tag, sich diesen Realitäten zu stellen. Für den Oberwössner Trachtenverein erinnerte Vorsitzender Andreas Bauer an die Geschichte des Kriegerdenkmals am Friedhof. Er verdeutlichte dessen Bedeutung für das Dorf. Der Vorsitzende des Krieger- und Soldatenvereins, Klaus Hellmich, sprach zugleich für den VdK-Ortsverband und die Schützenvereine in Unterwössen. Er rückte das Bewusstsein über die Kriege näher, als er darauf verwies, dass auch nach den Weltkriegen deutsche Soldaten in Ländern wie Afghanistan und Mali starben, wertvolle Menschen. Deshalb gelte es wachsam zu sein gegen die Gefahren durch Despoten und Amokläufer.

Vertreter der Gemeinde und Vereine legten am Kriegerdenkmal Kränze niedere. Nach dem Segen des Pfarrers schossen die Gebirgsschützen Kanonen- und Gewehrsalut. Das »Alte Kameraden« der Musikkapelle schloss das stimmungsvolle Gedenken.

lukk