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Otto Dufter war 24 Stunden am Tag Trachtler

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Groß war die Trauergemeinde, die von Otto Dufter Abschied nahm. (Foto: Hötzelsperger)

Unterwössen – »Otto Dufter, Du warst ein Echter! Du warst ein Mann mit Grundsätzen. Und von diesen waren die Liebe zur Familie, zur Tracht und zur Heimat die größten.« Mit diesen Worten würdigte Pfarrer Martin Straßer vom Pfarrverband Oberes Achental in der mit weit über 800 Personen gefüllten Pfarrkirche St. Martin von Unterwössen das erfüllte Leben von Otto Dufter, das nach schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren zu Ende ging.


Mit dem Tod von Otto Dufter verliert Bayern eine hoch angesehene Trachtler-Persönlichkeit, was auch die Trauerkränze von Herzog Franz in Bayern aus dem Haus Wittelsbach, von Ministerpräsident Dr. Markus Söder und vom Gauverband der Trachtler in Nordamerika bezeugten.

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Über 50 Fahnenabordnungen und Standarten aus Bayern sowie von allen 23 Trachtenvereinen des Chiemgau-Alpenverbands und von den Unterwössener Ortsvereinen füllten die Kirche in außergewöhnlicher Weise. Mit Musik und Gesang von Musikkapelle und Kirchenchor unter der Leitung von Wolfgang Kurfer begann der festliche Trauergottesdienst.

Pfarrer Straßer, der das Requiem zusammen mit Kaplan Adrian Zessin hielt, erinnerte an Otto Dufter, der in Oberwössen zur Welt kam und mit zwei Jahren mit seiner Familie nach Unterwössen zog. Ein besonderer Dank des Geistlichen galt dem Verstorbenen, weil er zusammen mit dem früheren Orts- und Volksmusikpfarrer Franz Niegel die Liturgie der Fußwaschung am Gründonnerstag einführte und bei ihr dann 50 Jahre lang selbst dabei war.

Der Gottesdienst mit Blasmusik, Chorgesang und Weisen des Chiemseewinkl-Dreigesangs endete mit zwei Strophen der Bayernhymne. Dessen Text wurde auf Wunsch von Otto Dufter in der Urfassung gesungen.

Otto Dufter war »Motor des öffentlichen Lebens«

In der Kirche erinnerten Weggefährten von Otto Dufter an dessen reiches Lebenswerk. Für die Gemeinde Unterwössen sagte Bürgermeister Ludwig Entfellner, dass Otto Dufter von 1973 bis 1999 stets ein kollegialer, fleißiger und absolut zuverlässiger Mitarbeiter im gemeindlichen Bauhof gewesen sei. Dufter habe seinen Heimatort immer mit offenen Augen betrachtet und ihn auch noch nach seiner Pensionierung mitgestaltet.

Gauvorstand Miche Huber vom Chiemgau-Alpenverband hielt fest, dass Otto Dufter wie kein Zweiter sich um die Trachtensache verdient gemacht habe. 31 Jahre seines Wirkens hätten den Gauverband nachhaltig geprägt. Otto Dufter war sechs Jahre Beisitzer, zwei Jahre zweiter Kassier, drei Jahre zweiter Gauvorplattler und 20 Jahre Gauvorstand gewesen. 1998 wurde er in Frasdorf zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

»Otto war mit seiner Frau Hilde Trachtler 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und das im ganzen Jahr.« So beschrieb Landesvorsitzender Max Bertl den trachtlerischen Lebensweg von Otto Dufter.

17 Jahre war er Vorsitzender bei den Vereinigten Bayerischen Trachtenverbänden und beim Bayerischen Trachtenverband gewesen, der mit seiner Entschluss- und Tatkraft im Jahr 2002 durch den Zusammenschluss mit dem Landesverband bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine entstand. Zwei Jahre später machte sich Otto Dufter daran, für den Bayerischen Trachtenverband eine Heimstätte zu schaffen. Mit viel Aufwand und Fingerspitzengefühl, so Max Bertl, sei es ihm und seiner Frau gelungen, Unterstützer, Helfer und großzügige Spender zu finden. »Ottos Selbstbewusstsein, seine Offenheit und sein starker Wille öffneten ihm die Türen zu den Ministerien, in die Staatskanzlei, bei der Diözese und zu den Bezirken, das dabei genossene große Ansehen übertrug sich auch auf den Trachtenverband.«

»Eine Lücke, die nicht mehr zu schließen ist, hinterlässt Otto Dufter in unserem Trachtenverein D'Achentaler Unterwössen.« Mit diesen Worten begann Reinhard Kurz-Hörterer die Reihe der Verdienste von Otto Dufter senior aufzuzählen, dessen Sohn Otto derzeit Vorstand ist. In die 30 Jahre, in denen Otto Dufter Vorstand gewesen war, fielen unter anderem das 75. und das 85-. Gründungsfest, das dritte Treffen der Historischen Trachten von Oberbayern in Unterwössen und das 100. Gründungsfest. Wie beim Bayerischen und beim Chiemgauer Trachtenverband wurde Otto Dufter auch in Unterwössen Ehrenvorsitzender.

Seit 1986 – und damit seit der Gründung – war Otto Dufter Mitglied beim örtlichen Gartenbauverein. Dessen Vorsitzender Hermann Minisini dankte dafür mit herzlichen Worten.

»Allerbester Opa und wunderbares Vorbild«

Dass Otto Dufter nicht nur für seine Frau Hilde und seine drei Kinder Otto, Annette und Christa ein starkes Oberhaupt der Familie gewesen sei, sondern auch für seine Enkelkinder Sophie, Moritz, Amelie, Theresa und Anna, das sagte Enkelin Theresa. »Unser Opa war nicht nur ein Ober-Trachtler im grünen Trachtengewand, er hat uns vieles für das Leben gelernt, er hat uns getratzt und gemocht, er war der allerbeste Opa und ein wunderbares Vorbild«.