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Johann Haßlberger feierte 104. Geburtstag

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Geburtstagsempfang am Küchenfenster. Johann Haßlberger feierte am Mittwoch in Oberwössen seinen 104. Geburtstag. Neben ihm seine Tochter Heidemarie.

Unterwössen – Da überschlagen sich die Statistiken. 73 Jahre Mitglied und Ehrenvorstand des VdK Ortsverbands Wössen. Ältester Bürger Unterwössens. Johann Haßlberger feierte am Mittwoch seinen 104. Geburtstag zuhause in Oberwössen.


In Corona-Zeiten geht dem lebensbejahenden Mann das Miteinander ab, die Gespräche mit den Nachbarn und Freunden. Da war der Geburtstag ein Tag nach seinem Herzen. Das Telefon klingelte ununterbrochen. Johann Haßlberger freute sich über die Gespräche. Die meiste Zeit nahm er sie am offenen Küchenfenster entgegen, denn auch das halbe Dorf Oberwössen schaute auf einen Schwatz durch das offene Fenster vorbei.

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Johann Haßlberger kam am 31. März 1917 als drittes Kind der Eheleute Matthias und Teresa Haßlberger zur Welt. Schon drei Jahre später verstarb seine Mutter. Sein Vater heiratete noch dreimal, ehe er als Witwer im Sommer 1954 verstarb. Johann Haßlberger besuchte von 1923 bis 1930 die Volksschule in Oberwössen. Er fand Arbeit als Knecht am Hof. Die Sonntagsschule besuchte er von 1930 bis 1933. 1936 kam er in den Arbeitsdienst nach Ilmenau in Thüringen. 1938 musste er zur Wehrmacht. Am 8. Juni 1940 riss ihm nahe Abbeville an der Somme ein Granatsplitter das rechte Ellbogengelenk weg, im Lazarett musste ihm der Arm amputiert werden.

Es folgten die Zeit im Lazarett in Arras und eine Schulung in Magdeburg. Dort lernte er mit links zu schreiben. Ab 1941 arbeitete er im Werkschutz der Annahütte in Hammerau. Weil seine beiden Brüder in Gefangenschaft gerieten, bewirtschaftete er bis 1948 mit seinem Vater den elterlichen Bauernhof. In Hammerau lernte er seine spätere Frau Anna Gößl kennen, die er 1944 in Berchtesgaden heiratete. Die Töchter Heidemarie und Johanna gingen aus der Ehe hervor. Bis zum August 1948 lebte die Familie im Häusl, dem Zuhaus des alten Ruhlanderanwesens, später 1953 im Ruhlanderhof. Seit Juli 1953 leben Johann Haßlberger und Tochter Heidemarie im eigenen Haus am Zeilackerweg.

1948 trat er in die Dienste der Raiffeisenbank in Unterwössen und arbeitete dort bis zu seiner Rente im Dezember 1979. Seitdem nahm er sich immer wieder Zeit für seine geliebten Obstbäume, die Urlaubsfahrten und Bergtouren. Mit Ehefrau Anna feierte er die Diamantene Hochzeit, ehe sie im Jahr 2006 verstarb. Johann Haßlberger hat zwei Enkeltöchter.

Für die Oberwössner gehörte Haßlberger auf seinem Rad immer zum Ortsbild (seinen Führerschein erwarb er erst mit 50 Jahren). Das bewunderten die Oberwössner, weil ihm der Schicksalsschlag den rechten Arm genommen hatte. Der immer fröhlich wirkende Haßlberger ist ein Kämpfer, den Schicksalsschläge nie unterkriegten. Und er ist ein ausgeprägt sozialer Mensch, der seine Mitmenschen und die Gemeinschaft stets über persönliche Interessen stellte.

Haßlberger hat sich immer für sein Dorf engagiert. Als er im Februar 1948 in den VdK eintrat, war die Not nach den Kriegswirren immer noch groß. So war es ihm wichtig zu helfen, wo er nur konnte. Von 1986 bis 1994 war er Vorsitzender des VdK Wössen. Zuvor hatte er in der Vorstandschaft als Beisitzer und 2. Vorsitzender gewirkt. Dem VdK-Ortsverband Oberwössen gehörte er von 1948 bis zum Zusammenschluss mit Unterwössen im Jahr 1981 an. 1994 wurde er für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Johann Haßlberger war auch Geschäftsführer beim Wasserbeschaffungsverband und Schriftführer im Verkehrsverein.

Ministerpräsiden Markus Söder schrieb seine Gratulation und fügte eine Tasse mit bayerischem Wappen bei. Zu den Gratulanten gehörten auch Bürgermeister Ludwig Entfellner und VdK-Kreisvorsitzender Rudi Göbel. Dieser äußerte gegenüber unserer Zeitung seine Hochachtung vor der Lebensleistung Haßlbergers. »Mit einem Wort lässt sich sagen, dass Johann Haßlberger sich immer für Menschen mit Handicap und Personen in Not mit all seinen Möglichkeiten einsetzte.« Haßlberger ist übrigens das älteste Mitglied im Kreisverband Traunstein. Dem VdK gehört er seit über 73 Jahren an. lukk


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