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»Gesellschaftliches Herz der Gemeinde« wurde eingeweiht

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Hunderte Besucher kamen zur Eröffnung ins Alte Bad. Die Musikkapelle Wössen spielte auf. (Fotos: Flug)

Unterwössen – Rund sieben Jahre nach der Schließung der Schwimmhalle beginnt für den Gebäudekomplex des ehemaligen Hallenbads nun eine neue Zeit. Pfarrer Martin Straßer weihte die Räume nach dem großen Umbau. Regierungspräsidentin Maria Els und Landrat Siegfried Walch lobten das Projekt überschwänglich.


Hunderte von Bürgern aus der ganzen Region nutzten den Tag der offenen Tür, um das Gebäude kennenzulernen. Die Nutzer zeigten sich dabei im besten Licht.

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Beim Festakt am Morgen blickte Bürgermeister Entfellner ausführlich in die Geschichte des Alten Bades. Die stellte den 2014 frisch gewählten Gemeinderat vor die Herausforderung, dem Hallenbadkomplex eine neue Zukunft zu geben. Drei Jahre dauerten die Planungen, eine Zeit, die Entfellner kurz vorkam. »Bei einem Haus, das die nächsten 100 Jahre Bestand haben soll, sollte man sich Zeit lassen.«

Entfellner berichtete, wie eine Bürgerbefragung den Sockel für die Planungen bildete, und welche einzelnen Rollen die Architekten, Planer und Handwerker spielten. Noch heute freut ihn der Beschluss von 50 Gemeinderäten aus dem Achental, ein gemeinsames Tourismusunternehmen zu gründen. Entfellner beschrieb, wie die Entscheidung fiel, dessen Zentrum in den Hallenbadkomplex zu legen. Er selbst fand die eineinhalb Jahre Bauzeit als eine schöne Zeit, auch wenn es täglich zähe Verhandlungen und Diskussionen gab. 62 Firmen arbeiteten zusammen; die meisten aus der Region. Heute sieht Entfellner großes Potenzial im Hallenbadkomplex. »Das Alte Bad mit seiner Vielfalt wird das gesellschaftliche Herz unserer Gemeinde, da bin ich mir sicher.«

Ein Magnet in der Mitte der Gemeinde

Allein hätte niemand das in dieser Form, dieser Qualität und dieser Zeit geschafft, so der Bürgermeister weiter. Zuschüsse von knapp 5 Millionen aus staatlichen Fördertöpfen bei einer Gesamtbausumme von 8 Millionen Euro waren der Schlüssel. Für Entfellner ist das Gebäude gut gelungen. Es lasse keine Wünsche offen und sei ein Magnet in der Mitte der Gemeinde.

Maria Els zitierte aus der Bibel: »Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten.« Die Regierungspräsidentin bestätigte, dass das Schwimmbad zu seiner Zeit die richtige Entscheidung gewesen sei. »Viele Projekte haben eine richtige Zeit. Aber dann ändert sich das.« Und so sei der Umbau eine »kluge Entscheidung« gewesen. Am Ende sei etwas wirklich Wunderbares, Großartiges entstanden.

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Im neuen Gymnastikraum im Obergeschoß zeigten die Kursleiterinnen, wie hier Elke Gläser, ihr Programm.

Lob gab es auch von Landrat Siegfried Walch. Nach Ende des Schwimmbetriebs, sei die Situation schwierig gewesen, weil die Zukunftsentscheidungen so kompliziert waren. Letztendlich konnte es aber nur heißen: »Man muss es angehen.« »Ich gratuliere zu eurem Konzept, mit dem ihr auf den Tourismus setzt. Der Tourismus ist nicht nur wichtige Einnahmequelle, er schafft Lebensqualität für die Einheimischen.« Walch hielt die Entscheidung für den Umbau für klug, weil vor allem die Vereine im neuen Objekt ihren Platz bekommen. »Man darf unterschiedlicher Meinung sein, aber der Zusammenhalt im Ort muss bleiben.«

»Wir schaffen das nur gemeinsam«

Vier Gemeinden in einer Aufbruchstimmung sah Andreas Scheck, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Achental Tourismus. Der Marquartsteiner Bürgermeister fand, erst mit dem Erwachsenwerden erkenne der Mensch, dass er nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen ist. Eine ähnliche Entwicklung hätten die Gemeinden im Achental gemacht. Früher sei das Kirchturmdenken ausgeprägt gewesen. Als die Verantwortlichen später das große Ganze sahen, gründeten sie 1999 das Ökomodell Achental.

20 Jahre Erfahrung in dieser Zusammenarbeit führten zur Überzeugung: »Wir sitzen alle in einem Boot«. »Als wir Bürgermeister aus den vier Gemeinden 2015 zum ersten Mal zusammenkamen, um über die Zukunft des Tourismus' zu diskutieren, wurde uns klar: Wir schaffen das nur gemeinsam.« Im neuen, gemeinsamen Tourismusbüro im Alten Bad sieht Scheck einen »Meilenstein des Achental Tourismus«. »Wir können Wössner, Schlechinger, Staudacher und Marquartsteiner bleiben und trotzdem Achental denken.«

Den Festakt begleiteten der Kirchenchor, die Musikkapelle Wössen und die Wössner Bläser musikalisch. Die Aktiven des Unterwössner Trachtenvereins führten den Sterntanz auf, das Wössner Bauerntheater erzählte die Geschichte des Alten Bads in einem Gedicht. Pfarrer Martin Straßer segnete die Räume. Der Festakt schloss mit der Bayernhymne.

Der Nachmittag gehörte dem Tag der offenen Tür. Die Nutzer der Räume boten den vielen hundert Besuchern ein umfangreiches Programm. Besonders die Almenwelt an der Touristinformation mit ihrer Fülle an Informationen und Überraschungen begeisterte die Besucher. lukk