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Ein »Glücksfall« für die Gemeinde

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Der »Aktionsschemel« des Ökomodells Achental verdeutlicht: Unter dem gemeinsamen Dach »Gesunder Lebensraum« besteht das Ökomodell aus den vier Säulen Landwirtschaft, Energie, Tourismus und Naturschutz.

Unterwössen – »Die Mitgliedschaft im Ökomodell Achental ist für unsere Gemeinde ein Glücksfall.« Das sagte Bürgermeister Ludwig Entfellner in der jüngsten Sitzung des Unterwössner Gemeinderats. »Der interkommunale Ansatz bei der Bewältigung von anstehenden Aufgaben ist im Landkreis einmalig und erleichtert uns die Arbeit in vielen Bereichen. Insbesondere das wachsende Thema Ökologie wird bei uns seit über 20 Jahren gemeinsam bearbeitet.« Über die vielfältigen Tätigkeitsgebiete des Ökomodells informierte dessen Geschäftsführer Wolfgang Wimmer.


Das Ökomodell Achental umfasst die neun Gemeinden Grabenstätt, Übersee, Bergen, Staudach-Egerndach, Marquartstein, Grassau, Schleching, Reit im Winkl und Unterwössen mit rund 35 000 Einwohnern. Unter dem gemeinsamen Dach »Gesunder Lebensraum« besteht das Ökomodell aus den vier Säulen Landwirtschaft, Energie, Tourismus und Naturschutz.

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In Sachen Landwirtschaft liegt der Schwerpunkt auf der Sicherung der land-wirtschaftlichen Betriebe als Wahrer der Kulturlandschaft. Dabei spielen der Aufbau einer regionalen Vermarktung, Hilfen beim Ab-Hof-Verkauf und die Förderung von Urlaub auf dem Bauernhof eine große Rolle. Immer stärker sei im Vergangenen die Kreuzkraut-Problematik geworden, so Wimmer. Die rasante Ausbreitung der auch für den Menschen schädlichen Pflanze bis in die privaten Gärten hinein habe zu einigen Maßnahmenpaketen geführt.

Die Natur zu erhalten sei das zweite große Thema im Ökomodell, dem man mit einer Besucherlenkung und Landschaftspflegemaßnahmen begegnen wolle. Außerdem habe man sich mit Umweltbildung, Themenjahren und einem Klimaschutzmanagement weitere Maßnahmen auf die Fahnen geschrieben.

Großes Gewicht habe laut Geschäftsführer Wimmer auch ein naturverträglicher und naturverbundener Tourismus unter Einbindung der Ökomodell-Kernbereiche sowie die Organisation von Fortbildungen und Seminaren für Vermieter und Anbieter.

Wichtig beim Thema Energie ist die Mobilität durch den Ausbau der Elektromobilität, aber auch der Alternativen, wie ÖPNV. Ortsbusse, Ringbusse, Sammeltaxis und die Ausweitung von Radwegen.

Als Bindeglied zwischen Angebot und Nachfrage wurde 2006 der Biomassehof Achental als GmbH & Co.KG gegründet. Er beschäftigt zwölf Personen und vertreibt Holzpellets und Hackschnitzel. Außerdem bietet er Energieberatung und Projektplanung.

Immer wichtiger für die Zukunft sei Wimmer zufolge die interkommunale Zusammenarbeit, die man unter anderem bereits beim Alten Bad in Unterwössen und in der Schule Oberwössen, dem Kurpark in Bergen, dem Dorfzentrum in Übersee und beim Schulhaus in Erlstätt praktiziert habe. Auch ein gemeindeübergreifendes Ausgleichsflächenkonzept sei ein aktuelles Thema, um Flächen zu sparen.

Zu den Neuigkeiten gehöre nach 20 Jahren eine neue Geschäftsstelle in Grassau und ab 1. Februar die Stelle einer Archivarin. bvd