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»Du bist als Fremder gekommen und gehst als Freund«

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Unterwössen: Kaplan Adrian Zessin verabschiedete sich vom Pfarrverband Oberes Achental
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Drei Jahre sind der Kirchenchor St. Martin und der ehemalige Kaplan Adrian Zessin einen gemeinsamen Weg gegangen. »Es war eine schöne Zeit«, so Chorleiter Wolfgang Kurfer (rechts) zum Abschied von Zessin, der nach der üblichen Kaplanszeit nach München wechselt. (Foto: Flug)

Unterwössen – Einen beiderseits herzlichen Abschied gab es, als der Pfarrverband Oberes Achental den ehemaligen Kaplan Adrian Zessin verabschiedete. Seit dem 1. September ist er Pfarrvikar in der Münchner Pfarrei St. Gertrud. Zessin arbeitete die üblichen drei Jahre der Kaplanszeit im Achental.


»Du gehst als Freund«, beschrieb es der zweite Bürgermeister Barthl Irlinger. Zum Abschied feierte Zessin mit dem Pfarrverbandsleiter Pfarrer Martin Straßer einen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin.

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Zessin predigte zum Gleichnis vom untreuen Verwalter aus dem Lukasevangelium. Der Verwalter eines Herrn verschleudert dessen Besitz. Als er zur Rechenschaft gezogen wird und seiner Entlassung entgegensieht, reagiert er nach Auffassung Jesu als Vorbild. »Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.« »Der Mensch soll angehäuften Besitz mit anderen teilen, um so am Reich Gottes teil zu haben«, so Zessin.

Diakone aus dem Achental und eine Vielzahl an Ministranten assistierten im Gottesdienst. Auch musikalisch war die Messe besonders. Mitglieder der fünf Chöre im Pfarrverband sangen unter Leitung von Wolfgang Kurfer. Die Orgel spielte Benedikt Meurers.

Am Ende des Gottesdienstes erinnerte sich Pfarrer Martin Straßer an das Telefonat, das den neuen Kaplan Zessin ankündigte. »Ich habe mich sehr gefreut. Kaplane sind spärlich gesät. Wenn Pfarrgemeinde oder Pfarrverband einen Kaplan bekommen, ist das immer etwas Besonderes. Und du selbst bist auch etwas Besonderes.« Für Zessin sei die Kaplanstelle eine neue Aufgabe gewesen. Doch er habe sich schnell hineingefunden und alles reibungslos erledigt. Noch am Altar sollte Zessin das Geschenk aus packen. Es waren zwei Wanderstöcke und die Zusage zu einer Brotzeit. »Die Stöcke sind auch Einladung im Achental zu wandern«, so der Pfarrer. »Vergelt‘s Gott für alles, was du getan hast«, schloss Straßer.

Pfarrverbandsrat Walter Petersen wandte sich an Zessin: »Es waren drei wunderbare Jahre mit dir. Wir haben dich und deine kurzen Predigten geschätzt. Während dieser drei Jahre hat es viele Begegnungen gegeben, Begegnungen, von denen du sagtest, dass sie deine Arbeit tragen.«

Petersen brachte auch einige Anekdoten mit, wie die von der fünfstündigen Wallfahrt über die Steinplatte in falschen Schuhen. »Aber eine Wallfahrt soll ja auch kein Spaziergang sein«, schmunzelte er. Zessin würdigte alle, auch für die besondere Gestaltung des Gottesdienstes.

Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrheim sah der zweite Bürgermeister Barthl Irlinger: »Du bist als Fremder gekommen und gehst als Freund. Das ist die höchste Auszeichnung, die wir vergeben können.« Der Kirchenchor St. Martin verabschiedete sich mit einem Lied von Zessin, dass ihm Regina Zeißl auf den Leib geschrieben hatte.

Von den Pfarrgemeinderäten aus Oberwössen und Unterwössen gab es neben herzlichen Worten einen Weingarten. Lang war die Reihe der Menschen, die sich nun anschlossen, mit Zessin ein paar persönliche Worte zu wechselten und ihm zum Abschied die Hand schüttelten.

Drei Tage darauf holte die Pfarrgemeinde Oberwössen den Abschied von Zessin mit einer Andacht unter der Woche nach. Zessin freute sich auch hier über die vielen Ministranten und die musikalische Umrahmung mit dem Kirchenchor unter Leitung der von Alexandra Scheufler und dem Organisten.

Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Johannes Weber, fand die richtigen Worte. Besonders stellte er heraus, dass der Gottesdienst einen für einen Wochentag überragenden Besuch hatte. Er sah dies als Zeichen für die Zuneigung und den Respekt, den sich Zessin auch in Oberwössen erworben hatte. lukk

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