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Übersee: Hochbehälter werden saniert

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WBV-Geschäftsführer Winfried Hannappel am Eingang zum Hochbehälter auf dem Überseer Westerbuchberg. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) sichert mit zwei unterirdischen Sammelkammern von je 1000 Kubikmetern im Ortsteil Westerbuchberg die Wasserversorgung für die Überseer Bürger. Jetzt werden die Kammern nach und nach trockengelegt und saniert. Im November soll die gesamte Baumaßnahme beendet sein.


Unscheinbar sieht das kleine weiße Haus am Westerbuchberg von außen aus. Es lässt nicht die gewaltigen unterirdischen Wassermassen von maximal 2000 Kubikmeter in zwei Kammern von je zehn Meter mal 22 Meter und einer Höhe von rund fünf Meter erahnen. Mit diesen Kapazitäten versorgt der WBV über 120 Kilometer Leitungen alle rund 5100 Bürger mit Trinkwasser.

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Der Hochbehälter ist seit 1983 als reiner Betonbehälter in Betrieb. »Nun ist er in die Jahre gekommen«, sagte Geschäftsführer Winfried Hannappel in einem Gespräch mit unserer Zeitung. »Und wie wir inzwischen wissen, altert auch Beton. Im Laufe der Jahre bilden sich Poren, Lunker, Aufweichungen und Auslaugungen und gefährden infolge fortschreitender Hydrolyse und der damit verbundenen Keimungsgefahr die Anforderungen an einen Trinkwasserbehälter«.

Im Rahmen ihrer Vorsorgepflicht hatte der WBV deshalb im Jahr 2012 ein Bauzustandsgutachten in Auftrag gegeben, was die teilweisen Aufweichungen der Außenhaut und kleinere Schäden bestätigte. Vorgefallen sei aber bis dahin nichts und der Betrieb in keiner Weise beeinträchtigt gewesen, betonte Hannappel. Man habe sich aber entschlossen, vorsorglich die Beschichtung in beiden Kammern zu erneuern.

Vorrangiges Ziel war es, Verkeimungsprobleme und Bakterienwachstum an den aufgeweichten Oberflächen auszuschließen. Dies wäre mit einer reinen Instandsetzung entsprechend dem Altzustand langfristig nicht sinnvoll gewesen. Vor zwei Jahren begannen deshalb die Vorgespräche und Vorplanungen des WBV mit einer Spezialfirma für neue Beschichtungsverfahren aus Wiesbaden.

Nach Ostern fiel der Startschuss, um die Pläne in die Tat umzusetzen. Das Wasser wurde in einer der beiden Kammern abgelassen und alle Rohre und Leitungen für eine freie Zugänglichkeit abgebaut. »Jetzt wird mittels eines Hochdruckwassergeräts die äußere Schicht von Decken, Wänden und Boden weggestrahlt«, erläutert Hannappel den Ist-Zustand auf der unterirdischen Baustelle.

Als nächster Arbeitsgang wird eine neue Schicht von zwei bis drei Zentimetern aufgespritzt. Diese neue Schicht entspricht den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und hat eine glatte, porenfreie Oberfläche sowie eine hohe Abriebfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen chemische Angriffe. Zudem haftet es bestens auf dem Untergrund.

»Mit dieser Art der Sanierung können wir von einer problemfreien Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren ausgehen«, ist der Geschäftsführer optimistisch. Außerdem könne man gleichzeitig die Technik samt Pollenfilter auf den neuesten Stand bringen und damit allen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Wenn die erste Kammer – voraussichtlich im August – fertig sein wird und alle Trinkwasserprüfungen bestanden hat, beginnen die Arbeiten an der zweiten Kammer.

Die gesamte Baumaßnahme kostet 580 000 Euro, die der WBV mittels eines zehnjährigen Darlehens alleine schultern muss. Zuschüsse stehen nicht zur Verfügung. Die Bürger müssen in diesem Zusammenhang jedoch keine Erhöhung der Wasserpreise befürchten.

Da der WBV verpflichtet ist, die Wasserversorgung kostendeckend zu betreiben, muss er alle vier Jahre den Wasserpreis neu kalkulieren. Da bei der letzten Überprüfung schon feststand, dass eine Sanierung des Hochbehälters unumgänglich ist, waren die Wasserpreise bereits ab Januar 2017 um 20 Prozent erhöht worden. Ein zusätzlicher Handlungsbedarf ist deshalb jetzt nicht mehr nötig.

Um der Überseer Bevölkerung die Gegebenheiten und Probleme rund um ihr »kostbares Nass« verständlich zu machen, veranstaltet der WBV am 15. Juli einen Tag der offenen Tür rund ums Wasserwerk. bvd


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