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Foto: Symbolbild, pixabay

Mehr Mobilität für die Bürger: Gemeinderat diskutierte über Badeshuttle und Rufbus

Übersee – Eine Verbesserung der Mobilität für Einheimische und Feriengäste stand auf der Tagesordnung für die jüngste Sitzung des Gemeinderats. Neu waren Überlegungen für einen Rufbus, über dessen Möglichkeiten RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz berichtete. Das Gremium sprach sich dafür aus, konkrete Angebote für den bisherigen Badebus in Verbindung mit einem Rufbus einzuholen.


Im vergangenen Jahr hatten etwas mehr als 1000 Personen im Sommer den Badeshuttle zum Überseer Strandbad genutzt. Zu diesem Zweck gab die Gemeinde rund 16.700 Euro aus. Bei schlechtem Wetter fuhr der Bus nicht. Eingeplant waren im Haushalt 35.000 Euro.

Laut Bürgermeister Herbert Strauch (FBL) besteht die Möglichkeit, die Route des Badebusses zu reduzieren und dafür gleichzeitig einen Rufbus für den Ort einzurichten.

Grundsätzlich ist nach den Worten des Niederlassungsleiters beim Rufbus von einem ganzjährigen Betrieb an 365 Tagen von 8 bis 18 Uhr auszugehen. Ausgenommen davon sei die Sommersaison, wenn der Badebus von Freitag bis Sonntag und an den Feiertagen wie bisher nach einem festen Fahrplan eingesetzt werde, so Datz. Die Nutzung des Rufbusses zum Einheitstarif von zwei Euro ist via App oder telefonisch mindestens eine Stunde vor der gewünschten Fahrzeit anzumelden.

Haltestellen sind die RVO-Stellen im Ort. Es können aber auch noch zusätzliche Haltestellen von der Gemeinde eingerichtet werden. Parallelbedienungen zum bestehenden Linienverkehr dürfte es nicht geben. Dies wäre der Fall, wenn 20 Minuten vor oder nach der geplanten Abfahrtszeit die Zielhaltestelle mit dem öffentlichen Linienverkehr erreicht werden kann.

Die Kosten für den Rufbus hat der Niederlassungsleiter für den ganzjährigen Betrieb von Montag bis Sonntag (außer dem Badebus) im ersten Jahr mit maximal 200.000 Euro angesetzt. Nach dem Abzug von Fördermaßnahmen der Regierung von Oberbayern hätte die Gemeinde davon die Hälfte zu zahlen.

Uschi Geiger (GfÜ) sah in der Einführung des Rufbusses für die Überseer Bevölkerung »keinen großen Mehrwert«, da der örtliche Krankenpflegeverein mit seinem Helferkreis durch seine individuellen Abhol- und Fahrdienstangebote ihrer Meinung nach viele Bedürfnisse der Bürger abdeckt. Erika Stefanutti (GFÜ) bewertete das System des Rufbusses zwar positiv – was aber eher für die Touristen als für die Überseer Bürger.

Demgegenüber hielt Anton Stefanutti (Die Grünen) die Einrichtung eines Rufbusses angesichts steigender Benzinpreise und hinsichtlich des Klimaschutzes auch für die Normalbürger für interessant. Hans Thullner (Die Grünen) regte an, das Kapitel »Rufbus« auf die gesamte Region auszudehnen und insofern das Ökomodell Achental einzubinden.

Schließlich kamen alle Gemeinderäte überein, konkrete Angebote für einen Badeshuttle ab Bahnhof beziehungsweise Gröben sowie für einen Rufbus in den definierten Zeiten einzuholen und danach dem Gremium zur Entscheidung vorzulegen.

bvd