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Kein Strandbadbetrieb in Übersee – Anlage wird zu öffentlichem Park

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Übersee: Kein Strandbadbetrieb – Anlage wird zu öffentlichem Park
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Anstatt als Strandbad fungiert das weitläufige Ufergelände heuer nur als Park.

Übersee – Nach den Corona-Beschränkungen wäre die Nutzung des Strandbades in Übersee ab 8. Juni theoretisch wieder möglich. Doch die Verantwortungsträger haben jetzt beschlossen, von einem regulären Strandbadbetrieb »bis auf Weiteres« abzusehen.


Das in der ganzen Region beliebte Strandbad gehört dem Überseer Tourismusverein und ist dessen wichtigste Einnahmequelle. Rund 100.000 Euro nimmt der Verein pro Saison durchschnittlich an Eintrittsgeldern ein. Umso schwerer fiel jetzt dem Vorstand Peter Stöger und seinem Stellvertreter, Gemeinderat Marco Ehrenleitner, die Ankündigung, von einem Normalbetrieb Abstand zu nehmen. »Wir hätten bei dem zu erwartenden Besucheransturm die Einhaltung der Hygienevorschriften samt Abstandsregelungen auf dem großen Gelände einfach nicht bewerkstelligen können. Und es wäre auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Riesenaufwand gewesen«, bedauert Stöger.

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Die Einnahmenverluste schmerzen zwar, aber dennoch sieht das Führungsduo die Lage relativ entspannt: »Wir haben in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und können dieses Jahr dank der Reserven gut überstehen.«

Nun hat man sich in Absprache mit der Gemeinde und der Polizei entschlossen, das Gelände als öffentlichen Park zur Verfügung zu stellen. Hinsichtlich der Einhaltung der Corona-Vorschriften appelliere man an die Eigenverantwortung der Besucher. Die Folgen des fehlenden Strandbadbetriebs erklärte Pächter Andreas König: »Es wird keinen Bademeister und keine Umkleidekabinen, Bojen sowie Schließfächer geben. Außerdem sind die Duschen innen und außen gesperrt. Und auch das beliebte Badefloß und der Volleyballplatz fallen den Maßnahmen zum Opfer.«

Am Strand weisen zehn Hinweisschilder auf das Baden auf eigene Gefahr hin, da keine Badeaufsicht anwesend ist. Geöffnet sein werden lediglich die Toiletten, der Spielplatz und die Gastronomie. Betreiber König rechnet hierbei jedoch höchstens mit einem Gewinn von 20 Prozent im Vergleich zu normalen Jahren.

 

Kopfzerbrechen hat dem Verein zunächst der vorhergesagte Ansturm von Urlaubern bereitet, die ihren Urlaub heuer lieber in Deutschland verbringen wollen. Doch man fand eine Lösung. »Zusammen mit einem Sicherheitsdienst wird rechtzeitig signalisiert, wenn die zur Verfügung stehenden Parkplätze belegt sind«, sagt König. »In diesem Fall sperren wir die Zugangsstraße zum Gelände rigoros ab.« Auf die Frage, mit welchen Gedanken man in die kommende Saison geht, waren sich die Verantwortlichen einig: »Unsere größte Sorge ist, dass etwas passiert. Wir wollen kein zweites Ischgl werden, denn dann wäre unser Ruf auf lang Zeit ruiniert.« bvd


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