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»Handtuch an Handtuch« am See

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»Pater Augustinus« alias Stefan Jakob bei seiner Fastenpredigt. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Wieder zu einem Höhepunkt im Überseer Veranstaltungskalender wurde das traditionelle Starkbierfest des Überseer Trachtenvereins »D' Buchwäldler«. Rund 150 Gäste aus Übersee und der Umgebung waren ins Trachtenheim gekommen, um bei das frisch gezapftem Starkbier die Fastenrede von »Pater Augustinus« Stefan Jakob zu hören.


Mit seinem augenzwinkernden und nachdenklichen Humor sowie seinem Sinn für menschliche Schwächen und seinen Insider-Geschichten aus Übersee hatte »Pater Augustinus« das Publikum schnell auf seiner Seite. So musste zwar Bürgermeister Marc Nitschke einige Verbalattacken ertragen, doch am Ende zeigte sich der strenge Pater versöhnlich. »Was Besseres kommt wohl nicht nach«, stellte er unter Beifall fest.

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Angesichts der jüngsten Angriffe der Jungen Union auf Gemeinderat und CSU zeigte er zwar grundsätzlich Verständnis für deren kritisches Andersdenken. »Doch man sollte nicht aus dem Hinterhalt agieren und stattdessen offen sagen, was man besser machen will«, so der Pater.

Beim Thema Chiemseeufer erinnerte er sich mit Schaudern »an die italienischen Verhältnisse, als massenhafte Touristenströme Handtuch an Handtuch das Seeufer einnahmen«. Inzwischen würden die Einheimischen ihre Ausflüge zum See schon auf die Zeit von November bis März verlegen. Da sei die Luft ja eh viel schöner, witzelte der Pater.

Die Leviten gelesen bekam vor allem Trachtenvorstand Herbert Strauch, »der sich bei der Werbung und den Einladungen fürs Starkbierfest nicht mit Ruhm bekleckert hat«. Viele hätten nichts von dem Termin gewusst und auch die Blasmusi sei praktisch nur durch Zufall da – und auch nur mit dem allerletzten Aufgebot.

Ausführlich schilderte der gestrenge Pater die Irrwege des Trachtenvorstands anlässlich des Trachtenbesuchs bei der Grünen Woche im »großen« Berlin. Da wäre der Trachtenchef im riesigen Großstadtdickicht doch fast verloren gegangen.

Zum Schluss gab er den Zuhörern Nachdenkliches mit auf den Weg. Angesichts des Lebens in den vergangenen 70 Jahren in Frieden und Freiheit und an einem der schönsten Fleckchen Deutschlands sollten wir dankbarer sein. bvd