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Grünes Licht für Gästehütte auf Festivalgelände in Übersee

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Rustikal und funktional ist das Innere der Hütte geplant. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Es tut sich wieder was auf dem Chiemsee Summer-Festivalgelände. Neben dem bereits bestehenden »Almhüttendorf« von derzeit zehn Hütten wird noch im Frühjahr eine »temporäre und multifunktionale Gästehütte« entstehen. Statt der beantragten Größe von 15 mal 35 Metern gaben Gemeinderat und Bauausschuss allerdings nur grünes Licht für 15 mal 20 Meter.


Unter der Firmierung »Almdorado, Pure Nature« mit Martin Altmann als Geschäftsführenden Gesellschafter und früheren Chef des ehemaligen Chiemsee Summer sollen Naturerlebnisse für Groß und Klein geschaffen werden. Der »sanfte Tourismus« in der Region soll ausgebaut werden.

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Teil des Konzepts sind die urig-rustikalen Almhütten, ursprünglich gedacht für Übernachtungsmöglichkeiten während des Chiemsee Summers, aber auch für Fahrrad- und Wandertouristen. Sie sollen auf maximal 20 Hütten ausgebaut werden.

Wie Martin Steiner und Valentin Thannbichler vom »Almdorado« in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ausführten, hatten die Hüttengäste im letzten Jahr die Frühstücks-, Aufenthalts- und Sanitärsituation im Hüttendorf als verbesserungswürdig bezeichnet. Die Lösung ist nach ihren Worten eine temporäre Gästehütte aus Holz von 15 mal 35 Metern, die ohne Bodenversiegelung in drei bis vier Tagen komplett aufgebaut und auch wieder abgebaut werden kann.

Sie bietet laut Steiner nicht nur Sanitäranlagen und Schutz bei extremem Wetter, sondern für Gruppen und Schulklassen auch abtrennbare Räume zum gemeinsamen Aufenthalt, für Frühstück und Brotzeiten. Dafür seien keine Wohnmobilplätze mehr erlaubt.

Neu eingerichtet werden soll aber ein Fahrradservice mit einer E-Ladestation, Werkzeug und einem »Luftpumpentower«. Um dem Dorf als einem »Erlebnisort zwischen Bergen und See« im Sinne des sanften Tourismus gerecht zu werden, sind zudem ein Insekten- und Bienenhotel sowie ein Kräutergarten in Absprache mit den bestehenden Institutionen im Ort geplant.

Die Reaktionen der Gemeinderäte auf das Entwicklungskonzept waren unterschiedlich. Während Christian Huber (ADfÜ) die Gästehütte als »massivst überdimensioniert« bewertete, sah Herbert Strauch (FBL) das Projekt insgesamt auf einem guten Weg im Sinne des nachhaltigen Tourismus. Hans Schönberger (FBL) fand die Gästehütte sinnvoll, »wenn es tatsächlich bei der Nutzung von Radltouristen, Schulklassen und kleineren Gruppen bleibt«. Auch Stefan Haneberg (ADfÜ) befürchtete eine Nutzung für größere Events. Dies konnte Bürgermeister Marc Nitschke jedoch entkräften: »Eine Nutzung muss stets extra erlaubt werden.«

Nachdem im Gemeinderat das Konzept lediglich »zur Kenntnis genommen wurde«, hatte der Bauausschuss wenige Tage später im Rahmen des Bebauungsplanentwurfs »Almhüttendorf Almfischer« über die beantragten Baugrenzen der Gästehütte von 15 mal 35 Meter zu entscheiden. Vor allem die Ausmaße der Hütte war den meisten ein Dorn im Auge.

»Hier handelt es sich nicht mehr um eine Gästehütte, sondern geradezu um eine Festhalle«, gab Anton Stefanutti zu bedenken. »Für die etwa 100 Leute in den Almhütten müssten auch 15 mal 20 Meter ausreichen.« Auch Christian Huber, Maria Steinert (SPD) und Stefan Haneberg signalisierten Zustimmung für diese abgespeckte Version. Haneberg plädierte darüber hinaus noch einmal für eine vorzeitige Festlegung der Nutzung, was seiner Meinung nach die Entscheidung für die Gästehüttengröße erleichtere. Doch Bürgermeister Nitschke blieb bei seiner Ankündigung über separate Nutzungsentscheidungen.

Am Ende lehnte der Bauausschuss geschlossen die beantragte Größe der Gästehütte von 15 mal 35 Metern ab, beschloss aber einstimmig die kleinere Version von 15 mal 20 Meter. Die Standzeit der Hütte wurde von März bis Ende Oktober festgelegt. bvd