weather-image

Erhalten, ausbauen oder bebauen? Ortsentwicklung in Übersee bleibt unkonkret

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Foto: Symbolbild, pixabay

Übersee – Kein Stuhl im Zuhörerbereich des Sitzungssaals blieb in der jüngsten Sitzung des Überseer Gemeinderates unbesetzt. Viele Bürger hatten beim Tagesordnungspunkt »Zwischenbericht zum Ortsentwicklungsprozess« offensichtlich schon Konkretes erwartet. Doch das soll erst im Herbst zusammen mit den Bürgern erarbeitet werden.


Bereits im vergangenen Jahr sei die Notwendigkeit einer geordneten Ortsentwicklung angestoßen worden, erinnerte Bürgermeister Marc Nitschke. Jetzt stünde die konkrete Frage an, in welche Richtung sich Übersee weiterentwickeln solle. Dafür hatten die Planer Max Wüstinger aus Frasdorf und Rupert Schelle aus Bad Endorf in der Zwischenzeit die wichtigsten Grundlagen aufbereitet. Sie reichten von der historischen Entwicklung und dem gültigen alten Flächennutzungsplan von 1982 bis zu den aktuellen Gebäudenutzungen, den vorhandenen Landschafts- und Schutzgebieten, dem Hochwasserschutz und den vorhandenen Grünstrukturen.

Anzeige

Als nächster Schritt wären nach ihren Worten nun die Fragen zu klären: »Wollen wir eine Innenverdichtung oder eine Außenentwicklung?«, »Wollen wir arbeiten und wohnen im Ort?« oder »Wie gehen wir mit Grundstücken, Baumbeständen und veränderten Baustrukturen um?« Ganz wichtig wäre in ihren Augen auch der Umgang mit den großflächigen neuen Baugebieten: »Will man hier nur reagieren oder selbst agieren?«

»Was wir brauchen, ist eine Strategie, die einen Mittelweg findet zwischen den vorhandenen Strukturen und den Zielvorstellungen der Gemeinde«, betonte Wüstinger. Diese Ziele sollten nach seinen Vorstellungen im Herbst in einer Sonder- oder Klausursitzung von der Gemeinde und den Planern sowie unter Beteiligung der Bürger erarbeitet und als grundlegende Leitlinien mit festen Handlungsfeldern festgelegt werden.

Als Sitzungsthemen nannte Wüstinger »Entwicklungsziele, Qualitäten, Bürgerbeteiligung und Umsetzung«. Bei den Entwicklungszielen spielten die Innen- und Außenentwicklung, flächensparende Siedlungsformen, die Gewerbeentwicklung und Bauland für Einheimische eine Rolle. Bei den »Qualitäten« müsste man sich laut Wüstinger mit der Baukultur, der Identität, der Landschaft und Grünräumen sowie innovativen Wohnkonzepten und der Rechtssicherheit in der Planung beschäftigen.

Beim Thema »Bürgerbeteiligung« sollte man sich einig werden über die Form der Zusammenarbeit, die Einbeziehung des Arbeitskreises Ortsentwicklung und eventuell eine professionelle Begleitung. Bei der Umsetzung der Strategien sollten der Umgang mit Einzelanfragen, die langfristige Sicherung von Flächen und die Einteilung von spezifischen Handlungsfeldern festgelegt werden.

Nach den Vorstellungen der Planer müssten abschließend alle vier Themenkreise zwischen der Verwaltung und dem Gemeinderat abgestimmt und mit den Bürgern diskutiert werden, um zu einer praktikablen und von allen Überseer Bürgern gewünschten Ortsentwicklung zu kommen. bvd