weather-image
22°

Die Ortsentwicklung lebt vom Mitmachen der Bürger

0.0
0.0
Übersee: Ortsentwicklung lebt vom Mitmachen der Bürger in Ideenwerkstatt
Bildtext einblenden
Mehr als 50 Bürger arbeiteten an der Zukunftsgestaltung ihres Orts. Foto: vom Dorp

Übersee – Die Bürgerbeteiligung Ortsentwicklung ist in die zweite Runde gegangen. Nach der Auftaktveranstaltung im Juli, in der sich eine große Zahl von Bürgern über die Stärken und Schwächen im Ort geäußert hatte, folgte jetzt ein vierstündiger Workshop in der Schulaula über konkrete Ideen und Projektvorschläge. Moderiert wurde diese Ideenwerkstatt von Thorsten Zink vom »Fachbüro Identität und Image Coaching AG«.


»Schwer beeindruckt« von der Anzahl von mehr als 50 Bürgern, ihrem konzentrierten Engagement und den vielen konstruktiven Ideen zum Thema »Was bringt Übersee weiter?« äußerte sich Bürgermeister Marc Nitschke. Die Ideen seien schon jetzt eine sehr gute Arbeitsgrundlage für den kommenden Gemeinderat und die Entschei-dungsträger darüber hinaus. Unter dem Beifall der Bürger rief der Gemeindechef auch weiterhin zum Mitgestalten auf.

Anzeige

Im Mittelpunkt des Workshops stand der Dialog. An sechs Tischen wurde einen ganzen Vormittag lang in verschiedenen Gesprächsrunden über folgende Themen diskutiert und Projektvorschläge entwickelt: »Öffentlicher Raum«, »Mobilität«, »Wohnen und Wohnformen«, »Wirtschaft und Tourismus«, »Soziales Zusammenleben« sowie »Landschaft und Grünräume«.

Zum Abschluss referierte jeweils ein Tischvertreter über die wichtigsten Wün-sche und Ideen seiner Mitstreiter. Zum Thema »Öffentlicher Raum« wünschten sich die Bürger beispielsweise einen zentralen Ortsmittelpunkt mit einer hohen Aufenthaltsqualität für alle. In dieser Art »gute Stube« für Jung und Alt sollten alte Strukturen erhalten bleiben und auch der Überseer Bach miteinbezogen werden.

Im Bereich »Wohnen« wünschen sich die Bürger die Gemeinde als ortsplanerischen Akteur, etwa im genossenschaftlichen Wohnungsbau und beim Verbot von Zweitwohnungen. Groß geschrieben wurde auch eine umfassende Transparenz über alle Pläne und Vorhaben der Gemeinde für die Bürger.

In Sachen »Mobilität« standen insgesamt weniger Autos im Ort und am See sowie keine Erweiterung von Parkplätzen am See auf der Wunschliste ganz oben. Auch sollen neue Wohnkonzepte immer mit einer Tiefgarage geplant werden.

Im Bereich »Wirtschaft und Tourismus« möchten die Bürger den Tourismus vorwiegend als Plattform für Gesundheit und Natur sehen. Für die Ortsmitte wünscht man sich ein generationenübergreifendes Café.

Unter dem Gesichtspunkt, dass Einfamilienhäuser passé sind, wollen die Bürger zum Thema »Landschaft und Grünräume« generell den Fokus auf Mehrfamilienhäuser legen. Grünflächen sollen unbedingt erhalten und nicht bebaut werden, vor allem unter dem Aspekt »Blühflächen für Mensch und Tier«. Neu ist die Idee der Verpachtung kleinerer Flächen von Landwirten an Bürger zur Selbstgestaltung.

Für das »Soziale Zusammenleben« steht bei den Bürgern ein zentraler Treffpunkt für Jung und Alt, »wo man immer hingehen kann«, ganz oben auf der Prioritätenliste. In diese Richtung geht auch ein separater Treffpunkt für Vereine. Als sinnvoll wird auch eine hauptamtliche Kraft erachtet, die alle Ehrenamtlichen und ihre Tätigkeiten im Ort koordiniert.

Als weitere Schritte im Bürgerbeteiligungsprozess informierte Moderator Thorsten Zink über die Aufbereitung, Zuordnung und Strukturierung der Ergebnisse der Bürgerinformationsveranstaltung und des Workshops noch im Monat Oktober. Möglicherweise könnten daraus schon die ersten Entwicklungsleitlinien entstehen, um zu sehen, wohin die Reise gehen soll. Am Monatsende soll dann dies alles auf der Homepage des Fachbüros und der Gemeinde veröffentlicht werden.

»Machbarkeits-Check« bis Ende des Jahres

Bis zum Jahresende steht dann der so genannte »Machbarkeits-Check« an, bei dem mögliche, rechtliche, finanzielle und technische Probleme zu den neuen Ideen abgeklärt werden sollen.

Im Januar und Februar ist geplant, die Projektvorschläge in einem kleinen Bürgerkreis nochmals zu präzisieren, ehe sie in einer öffentlichen Bürgerversammlung bewertet und dem Gemeinderat als Empfehlung vorgelegt werden. »Das alles lebt vom Mitmachen«, lautete das Resümee des Moderators. bvd