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Bahnhof soll barrierefrei werden

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Die Gleise drei und vier am Überseer Bahnhof sind bislang nur über Treppen erreichbar. Das zu ändern, fordert die Gemeinde seit Jahren. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Seit Jahren drängt die Gemeinde Übersee bei der Bahn auf einen barrierefreien Ausbau ihres Bahnhofs. Und seit Jahren lehnt die Bahn das ab. Nun will die Gemeinde mit einer Machbarkeitsstudie in Vorleistung gehen, um die ablehnende Haltung der Bahn zu beeinflussen.


Vor elf Jahren hat die Gemeinde das Bahnhofsgebäude erworben und – ebenso wie das direkte Umfeld – auf eigene Kosten barrierefrei umgebaut. Lediglich der Zugang zu den Gleisen drei und vier blieb für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen eine unüberbrückbare Hürde, weil hierfür die Bahn zuständig ist. Die begründete ihre ablehnende Haltung stets mit den weniger als 1000 Passagieren pro Tag in Übersee. Damit seien die Voraussetzungen für ein Förderprogramm zu einem barrierefreien Ausbau nicht gegeben und auch die Aufnahme in die Förderliste nicht erfüllt.

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Wie Bürgermeister Marc Nitschke (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichtete, habe er Anfang des Monats bei einem erneuten Treffen mit Vertretern der Bahn eine Machbarkeitsstudie auf Kosten der Gemeinde erörtert. Sie solle ausloten, welche Möglichkeiten es für einen barrierefreien Zugang gebe und wie hoch die Kosten für Lösungen seien.

»Damit können wir einen wichtigen Anstoß zu einem Umdenken der Bahn geben«, betonte er. »Außerdem stehen wir bei einer Änderung der Förderrichtlinien gleich in der ersten Reihe.« Laut Nitschke habe auch die Bahn eine solche Studie befürwortet. Einziger Wermutstropfen: Die Untersuchungen kosten die Gemeinde zwischen 10 000 und 20 000 Euro.

Positiv über eine Machbarkeitsstudie äußerten sich Marco Ehrenleitner und Alois Huber (beide CSU): »Wir sollten das Geld investieren, schon um zu zeigen, dass es uns ernst ist.« Und Anton Stefanutti (Grüne) hielt die Studie »in jeder Hinsicht für aufschluss-reich«. Er liebäugelte sogar damit, dass die Gemeinde den Ausbau bei günstigen Konstellationen selbst in die Hand nehmen könnte. Doch das schloss der Rathauschef gleich aus: »Allein die Vorplanungen kosten etwa 300 000 Euro.«

Skeptisch äußerten sich Erika Stefanutti (parteilos) und Leo Segin (CSU). Für Stefanutti waren die Kosten der Studie so hoch, dass sie gern vorab verbindliche Zusagen von der Bahn gehabt hätte. Und Segin schlug vor, die umliegenden Gemeinden um Kostenbeteiligung zu bitten, da auch für deren Bürger eine Barrierefreiheit am Überseer Bahnhof von Nutzen sei.

Beide Vorschläge hielt der Bürgermeister aus verschiedenen Gründen für nicht umsetzbar. Schließlich stimmte das Gremium am Ende der Debatte einstimmig für eine Machbarkeitsstudie. Es sollten jedoch mehrere Kostenvoranschlä-ge eingeholt werden. bvd