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Anfängerfehler kostet den Sieg

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Julian Erhardt kam beim Stadttriathlon in Erding auf den zweiten Platz. Jetzt fiebert er dem Chiemsee-Triathlon entgegen.

Julian Erhardt fiebert seinem zweiten Heimtriathlon innerhalb von wenigen Tagen entgegen. Beim Chiemsee-Tritahlon möchte der Überseer vom Team Erdinger Alkoholfrei, der auch für Triathlon Grassau in der I. Bundesliga startet, in seinem siebten Rennen in sechs Wochen über die Mitteldistanz glänzen. »Ich hoffe auf eine vernünftige Platzierung in einem starken Feld«, betont der Nachwuchsmann und verspricht: »Ich werde bei meinen Heimrennen vor vielen Freunden und Bekannten alles geben.«


Die Generalprobe für den Chiemsee-Triathlon ist dem 24-Jährigen in Erding beim Stadttriathlon mit dem 2. Platz über die Olympische Distanz jedenfalls geglückt, auch wenn das Rennen wegen eines »Anfängerfehlers« turbulent begonnen hatte. Kurz vor dem Start bemerkte Erhardt nämlich, dass er seinen Neoprenanzug im Auto vergessen hatte.

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»Bei 16 Grad Wassertemperatur war ohne Neo zu schwimmen auch gesundheitlich eher eine schlechte Idee«, betonte Erhardt. Er entschied sich deshalb zusammen mit seinem Vater, den Neoprenanzug aus dem Auto zu holen – und das im Sprinttempo. Vier Minuten vor dem Start schaffte es Erhardt in den Schwimmbereich zurück. »Alles in Rekordzeit«, erzählt er. Er sei dann »vollgeschwitzt in den Neo rein, Badekappe und Schwimmbrille auf« – und los ging's.

»Das war ein Anfängerfehler, wie er mir auf keinen Fall passieren hätte dürfen«, sagte Erhardt. Trotzdem war er auch ein wenig stolz auf sich: »Ich habe trotzdem die Ruhe behalten und alles richtig gemacht. Das zeigt mir, dass ich mit schwierigen Situationen mittlerweile ganz gut umgehen kann.«

Nur das Schwimmen lief dann nicht ganz nach Plan. »Ich bin wohl noch nie mit soviel Laktat im Blut an der Startlinie gestanden. Dementsprechend platt war ich auch auf den ersten Metern.« Zudem lief auch noch seine Schwimmbrille an. »Ich kämpfte mich in Schlangenlinien orientierungslos von Boje zu Boje.« Immerhin kam Erhardt als Zweiter mit 30 Sekunden Rückstand auf den Führenden in die Wechselzone.

Doch dort folgte die nächste Hürde. »Der Reißverschluss meines Neos hatte sich in meinem Einteiler verfangen und so kam ich nicht mehr weiter.« Ein Kampfrichter half dem Überseer, der in den Wochen zuvor mit Grassau in der Bundesliga am Start war (Platz 12 in Kraichgau und Platz 10 in Ingolstadt), schließlich aus der Patsche. Nun gab Erhardt auf dem Rad Vollgas. Am Ende der Disziplin war der Triathlet Dritter. Knapp hinter seinem Teamkollegen Michi Göhner. Nur Spitzenreiter Nils Daimer war schon enteilt.

Mit der deutlich schnellsten Laufzeit des Tages konnte sich Julian Erhardt dann noch auf den 2. Platz vorschieben und den Abstand zu Platz 1 etwas reduzieren. Damit standen drei Erdinger-Athleten beim Heimrennen auf dem Podium. Damit war Erhardt zufrieden, betonte aber auch: »Ich hätte gerne gewonnen, was die Aneinanderkettung von Unvermögen und Pech aber leider nicht zugelassen hat.« Beim Chiemsee-Triathlon soll das jetzt wieder anders laufen. SB