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Über 130 Oldtimer beim US-Car-Treffen

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Übersee: Über 130 Oldtimer beim US-Car-Treffen »Route 66 goes Übersee«
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Die Besucher wählten den Ford F100 Pick up, Baujahr 1958, von Helmut Pöschl aus Chieming zum beliebtesten und spektakulärsten Fahrzeug. Dafür gab's eine ungewöhnliche Trophäe in Form eines Geweihs. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Ganz im Zeichen der »Good old Times«, der guten alten Zeiten, in den USA stand Übersee. Schon auf den Zufahrtsstraßen begrüßten amerikanische Fähnchen die über 2000 Besucher aus nah und fern zum US-Car-Treffen. Im Mittelpunkt standen 132 Oldtimer aus den Jahren bis 1969, die rund um den Gasthof Hinterwirt zu bewundern waren.


Geboren wurde die Idee zu der Oldtimer Veranstaltung »Route 66 goes Übersee« von Wirtshauschef Josef Trummer und Oliver Bogatu beim Skifahren im vergangenen Winter. Zusammen mit Maria und Josef Trummer junior sowie Michael Kraus war das Veranstaltungsteam seither mit den Vorbereitungen beschäftigt. Strahlender Sonnenschein während der ganztätigen Veranstaltung und ein unerwarteter Zustrom an Besuchern entschädigte jedoch für alles. »Mit so vielen Leuten habe ich im Traum nicht gerechnet«, freute sich Josef Trummer.

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Schon am frühen Morgen begann die Zufahrt der im-posanten US-Autos. »Da ist ja einer schöner als der andere«, meinte ein Besucher begeistert. In der Tat waren alle Fahrzeuge auf Hochglanz poliert und beeindruckten vor allem durch ihren guten Zustand – trotz des hohen Alters.

Eines der ältesten Autos war von Dodge Brothers, im April 1917 in Detroit hergestellt und am 1. Juli in Los Angeles zugelassen. Wie seine Besitzer verrieten, besteht es fast vollständig aus – teilweise reparierten – Originalteilen. Aber auch die anderen »Oldies« ließen die Herzen der Autofans höher schlagen, so ein historischer Ford Mustang-Rennwagen, ein Pontiac Sport Phaeton aus dem Jahr 1928 oder ein vielfach prämierter Buick Resto Mod von 1955. Wie Moderator Oliver Bogatu informierte, hatten die neun direkt am Biergarten geparkten besonderen Fahrzeuge einen Wert von 2,3 Millionen Euro.

Alle Teilnehmer, unter anderem aus Österreich, der Schweiz und Tirol, waren auf eigener Achse zu dem hochkarätigen Treffen angereist. Den weitesten Weg – 2800 Kilometer – hatte ein Engländer aus Bristol mit seinem 1958er Chevrolet Apache 3800 »Wrecker«, einem spektakulären Abschleppfahrzeug, auf sich genommen.

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Über 100 Jahre alt: Das älteste Auto von Dodge Brothers war 1917 in Los Angeles zugelassen. (Foto: vom Dorp)

Neben den Oldies und Bikes bis 1969 konnten die Besucher auch rund 100 besondere Fahrzeuge neueren Datums bestaunen. Dank des umfangreichen und vielfältigen Rahmenprogramms kam bis zum späten Nachmittag keine Langeweile auf. Auch Bürgermeister Marc Nitschke zeigte sich freudig überrascht von dem großen Besucherandrang, der tollen Stimmung und der Mischung aus bayerischer Bodenständigkeit und amerikanischem Lifestyle. »Wo könnte die Premiere einer solchen Veranstaltung besser aufgehoben sein als in Übersee?«, stellte er fest.

Großen Anteil an der Superstimmung hatte die Band »Bad Rocking Buddies« mit Rock'n'Roll und Hits aus den 50er und 60er Jahren. Außerdem gab es zünftige bayerische Klänge von Chiemgau-Musikern, moderierte Fahrzeug-Präsentationen, einen Live-Tatoo Stand, Mitfahrgelegenheiten mit besonderen Oldtimern, Verkaufsstände mit Mode und passenden Ac-cessoires, ausgesuchte baye­rische und amerikanische Küchenschmankerl sowie eine Fahrzeugweihe mit Pfarrer Martin Gehringer.

Ein großer Publikumsmagnet war auch die »Bava­rian Highway Patrol« mit ihren spektakulären echten amerikanischen Polizeiautos und Harleys sowie ihren original amerikanischen Uniformen.

Ein letzter Höhepunkt war die Prämierung der von den Besuchern gewählten, beliebtesten und spektakulärsten zehn Fahrzeugen des Tages. Der Veranstalter hatte dazu ungewöhnliche, handgefertigte Trophäen in Form eines Geweihs gestiftet. Den ersten Preis erhielt Helmut Pöschl aus Chieming mit seinem Ford F100 Pickup aus dem Jahr 1958.

Überwältigt vom Erfolg der Premiere, kündigte das Veranstaltungsteam eine Fortsetzung von »Route 66 goes Übersee« im nächsten Jahr an, dann sogar »in einem noch größeren Rahmen«, wie die Beteiligten am Ende deutlich machten. bvd