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Zittern bis zum Schluss: Dem SB Chiemgau reicht ein 1:1 zum Klassenerhalt

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Die Mannschaft des SBC freut sich nach dem Unentschieden gegen Neuried über den indirekten Sieg: Der Verein bleibt in der Landesliga. Foto: Brenninger
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Florian Mayer vom SBC (links) und Tobias Nitzl vom TSV Neuried kurz nach dem Anstoß heute um 14 Uhr. Foto: Brenninger

Dieses Spiel war wahrlich nichts für schwache Nerven! Der SB Chiemgau Traunstein hat im letzten Saisonspiel der Fußball-Landesliga Südost mit einem 1:1 beim SV Neuried den Klassenerhalt gefeiert.


Die Traunsteiner hätten einen Sieg gebraucht, um aus eigener Kraft die Liga zu halten. Durch das hart erkämpfte Unentschieden mussten sie nach dem Schlusspfiff noch rund eine Minute zittern, bis endlich die erlösende Nachricht aus Bogen kam: Dort hatte der TSV den TuS Pfarrkirchen ein 0:0 abgetrotzt. Damit blieben die Pfarrkirchner in der Tabelle hinter dem punktgleichen SBC und müssen nun den Gang in die Relegation antreten.

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„Ich kann es noch gar nicht richtig fassen“, sagte der sichtlich erleichterte SBC-Spielertrainer Yunus Karayün. „Ich bin einfach nur überglücklich und froh. Und ich kann es nur noch einmal sagen: Das hätte uns vor ein paar Wochen niemand mehr zugetraut.“

Auch der Traunsteiner Defensivmann Waldemar Daniel hob hervor, „dass das vor drei Spielen noch keiner geglaubt hat. Ich bin echt sprachlos“. Aber die Mannschaft sei positiv an die Sache herangegangen und so habe man sich letztlich die Relegation erspart. „Und das war auch verdient“, schob Daniel hinterher. Philipp Matz pflichtete seinem Teamkollegen bei. „Wir haben die vergangenen Wochen alles reingehauen.“ Dass letztlich auch das Unentschieden in Neuried gereicht hat, „kann ich noch gar nicht fassen. Aber wir sind einfach nur froh, dass es jetzt vorbei ist“.

Dabei sah es nach den ersten 45 Minuten alles andere als gut für die Traunsteiner aus. Das Spiel war sehr zerfahren und hatte wenig an Höhepunkten zu bieten. „Wir waren sehr nervös und auch unsicher“, gestand Karayün. Noah Hrdlicka gab nach zehn Minuten den ersten Warnschuss Richtung Neurieder Tor ab. Auf der Gegenseite lupfte Tobias Nitzl den Ball deutlich über den Kasten von Marc Richter. In der Folge hatte Karayün noch zwei Chancen (19. und 38.).

Dann nahm das Unheil seinen Lauf für den SBC: Die Heimelf, die bereits seit Wochen als Absteiger feststand, startete in der 42. Minute einen Angriff und Thomas Maier brachte die Kugel aufs Tor von Richter. Eigentlich ein harmloser Schuss, doch dem jungen SBC-Schlussmann flatterten die Nerven und er bugsierte sich die Kugel selber in den Kasten. Zu diesem Zeitpunkt war der SBC damit in der Abstiegsrelegation! Zur Halbzeit blieb Richter dann in der Kabine. „Er hatte da einen Blackout“, machte Karayün dem Schlussmann keinen Vorwurf und lobte die Moral seiner Elf. „Wir sind ja zurückgekommen.“

Gleich nach dem Wechsel sahen die Zuschauer einen anderen SBC, der jetzt auf den Ausgleich drängte. In der 47. Minute war’s dann auch soweit: Der in der Halbzeit eingewechselte Özgür Kart köpfte das so wichtige 1:1. „Mich freut es für die Mannschaft, dass ich den gemacht habe“, sagte Co-Trainer Kart. „Ich muss meinen Hut vor den Jungs ziehen, wie sie das in der Rückrunde gemacht haben.“

Danach verpasste es der SB Chiemgau, den Deckel auf die Partie und den Klassenerhalt aus eigener Kraft draufzumachen. Dabei hatten die Gäste gleich reihenweise gute Chancen. Aber Neurieds Torwart Konstantin Kühnle hatte etwas dagegen und hielt großartig gegen Kart (50., 65. und 81.), Köberich (50. und 51.) und Karayün (67.). „Da hätten wir einfach zwei bis drei Tore machen müssen“, sagte Kart. „Aber das ist jetzt auch egal, Hauptsache wir sind dringeblieben“. Auf der Gegenseite hielt Maximilian Tanzer stark gegen Thomas Maier (54.). Und Dusel hatte der SBC auch in der 82. Minute, als ein Versuch von Nicolas Höhne an die Latte klatschte! „Da hatten wir Riesenglück, dass wir das Ding nicht bekommen“, atmete Yunus Karayün tief durch.

Auch Stefan Hafner, einer der beiden sportlichen Leiter des SB Chiemgau, war nach dem Schlusspfiff einfach nur froh. „Das war heute der Wahnsinn, wir geraten in Rückstand, gleichen aus und müssen dann die ganze Zeit schauen, was die anderen machen“, betonte er. Hafner blickte aber auch gleich noch voraus. „Jetzt beginnt für uns die Arbeit. Wir werden gleich am Anfang der Woche ein Resümee der Saison ziehen. Wir haben jetzt auf jeden Fall mehr Planungsklarheit und es sind jetzt schnell einige Entscheidungen zu treffen.“ Offiziell ist bisher nur, dass Robert Schiller (HSV Wals) sich dem SB Chiemgau zur neuen Saison anschließen wird und Maximilian Probst (zum SV Kirchanschöring) den Verein verlassen wird. Der Offensivmann, der in Neuried nach dem Aufwärmen erneut angeschlagen passen musste, wird aber nicht der einzige bleiben...

TSV Neuried: Kühnle, Florian Hessenberger, Greisel (42. Demmer), Reid, Sebastian Hessenberger (49. Höhne), Schick, Maier, Rosenthal, Nitzl, Kuko, Kaltenecker (68. Gegenbauer).

SB Chiemgau Traunstein: Richter (46. Tanzer), Unterhuber, Hrdlicka (46. Kart) Sandner, Karayün, Köberich, Kraus, Matz, Daniel, Mayer, Mauerkirchner.

Tore: 1:0 Richter (42/Eigentor.), 1:1 Kart (47.)

Zuschauer: 60.

Schiedsrichter: Florian Böhm (TSV Wolfratshausen). SB

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Die Mannschaft des SBC freut sich nach dem Unentschieden gegen Neuried über den indirekten Sieg: Der Verein bleibt in der Landesliga. Foto: Brenninger

Vorberichte & Ticker:

Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht! Der SB Chiemgau Traunstein hatte es am letzten Spieltag der Fußball-Landesliga Südost tatsächlich plötzlich wieder selbst in der Hand, den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen: Mit einem Unentschieden gegen den TSV Neuried bleiben die Traunsteiner in der Landesliga.

Update, 15.55 Uhr:

Der SB Chiemgau Traunstein sichert sich mit einem Unentschieden gegen den TSV Neuried den Klassenerhalt. Es bleibt nach den vollen 90 Minuten Spielzeit bei einem 1:1. Da der TuS Pfarrkirchen beim TSV Bogen nur ein 0:0 erspielte, reicht dem SBC somit ein Unentschieden. Damit steht fest: Der SB Chiemgau bleibt in der Landesliga.

Ein ausführlicher Spielbericht folgt bis zum Abend.

Update, 15.46 Uhr: Riesenglück für den SBC

Nicolas Höhne hätte für den TSV Neuried zum Ende der zweiten Halbzeit fast ein Tor erzielt. In der 88. Minute traf er die Latte – der Ball verfehlte nur knapp das Tor.

Update, 15.28 Uhr:

Noch 20 Minuten Spielzeit! Der SBC Traunstein ist dem TSV Neuried in der zweiten Halbzeit überlegen und hatte bisher klar bessere Torchancen. Aber Neurieds Torwart Konstantin Kühnle macht eine um die andere zunichte ...

Aktuell wäre Traunstein auch mit dem Unentschieden von 1:1 gerettet. Bei der Partie von Pfarrkirchen und Bogen steht es aktuell ebenfalls 0:0. Damit wäre nach aktuellem Stand der Klassenerhalt gesichert.

Update, 15.05 Uhr: Ausgleich in der 46. Minute

Der SBC legt gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit kräftig nach. In der ersten Minute nach der Pause fällt bereits das 1:1. Torschütze der Traunsteiner ist der soeben eingewechselte Özgür Kart. Ein Unentschieden reicht aber noch nicht, um den Klassenerhalt zu sichern.

Update, 14.49 Uhr: Halbzeit!

Um ganz sicher zu gehen, braucht die Elf von Spielertrainer Yunus Karayün am heutigen Samstag beim abgeschlagenen und längst abgestiegenen Schlusslicht TSV Neuried noch einen Sieg. Die Partie läuft seit 14 Uhr, die erste Halbzeit ist bereits um. Die Zwischenbilanz:

Der SBC macht es spannend. Zur Pause liegt das Team von Yunus Karayün mit 0:1 zurück. Ein Riesenfehler von Torwart Richter bringt Neuried in der 42. Minute in Führung: Durch Schütze Thomas Maier liegt das gegnerische Team um ein Tor vorne.

Der SBC ist zwar überlegen, zeigt sich aber bisher nervös und der letzte Pass kommt nicht an. Um ganz sicher gerettet zu sein, brauchen die Traunsteiner einen Sieg im letzten Saisonspiel. Jetzt hat der SBC noch 45 Minuten Zeit, das Blatt beim bisher siegslosen Schlusslicht noch zu drehen.

Ein kurzer Bericht folgt zum Abschluss der zweiten Halbzeit.

Vorbericht:

Die Zahlen sprechen vor der Partie ganz klar für den SB Chiemgau, der zuletzt drei Spiele in Folge nicht mehr verloren hat (zwei Siege und ein Unentschieden). Der Gegner hingegen wartet seit 33 Ligapartien jetzt schon auf ein Erfolgserlebnis und der TSV stellt den schlechtesten Angriff der Liga (26 Tore) und auch die schlechteste Defensive (schon 90 Gegentreffer).

»Aber genau das ist ja jetzt auch das Tückische«, warnt Yunus Karayün. »Alle im Umfeld denken jetzt, da kann ja nichts mehr schiefgehen.« Aber, ergänzt der SBC-Spielertrainer: »Wenn wir den Gegner heute unterschätzen, dann werden wir unser blaues Wunder erleben.«

Damit das eben nicht passiert, hat das Trainer-Trio um Yunus Karayün, Peter Martin und Özgür Kart, die die vergangenen Monate hervorragende Arbeit geleistet haben, diese Woche »unsere Spieler auch auf das Spiel in Neuried sensibilisiert«. Am Ablauf der Trainingswoche selber habe man aber nicht viel geändert, betont er. »Ich habe die Woche über das Gefühl gehabt, dass unsere Spieler wissen, worum es geht.«

Einer der beiden sportlichen Leiter des SB Chiemgau, Stefan Hafner, zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass das Team die Hürde Neuried heute nehmen wird. »Aber wir müssen die Aufgabe schon mit dem nötigen Respekt angehen und vor allem nicht mit der Einstellung, dass wir die jetzt locker weghauen werden.«

Theoretisch würde heute auch ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage für den SB Chiemgau reichen, dann kommt es aber auf den Ausgang der Partie des TuS Pfarrkirchen beim TSV Bogen (das Spiel findet zeitgleich statt) an. Das aktuell punktgleiche Pfarrkirchen darf nur nicht mehr Punkte am letzten Spieltag holen wie die Traunsteiner, denn der direkte Vergleich spricht eben für den SBC. Doch auf derartige Rechenspiele will sich Yunus Karayün nicht einlassen. »Wir müssen gewinnen. Alles andere wäre ein Glücksspiel.« Pokern muss der Spielertrainer aber auch diesmal wieder in Sachen Aufstellung. Doch das ist er in dieser Saison ohnehin gewohnt. »Wenn man sieht, welche Ausfälle wir immer wieder hatten und welches Durchschnittsalter wir haben, dann ist das schon sehr positiv, was die Spieler die vergangenen Wochen alles geschafft haben. Es hat doch niemand mehr an uns geglaubt«, lobt er sein Team vor dem letzten Auswärtsauftritt einer sehr schwierigen Saison.

Sicher nicht dabei sind heute Tobias Sandner und Josef Wittmann, die verletzungsbedingt ausfallen. Goran Divkovic bleibt suspendiert. Maximilian Fenninger und Samuel Schwarz sind angeschlagen, zudem sind Ethan Monaghan und Koby Greaves krank. Hinter ihren Einsätzen stehen noch Fragezeichen.

Immerhin dürfte Maximilian Probst, der zuletzt auch verletzt passen musste, heute wieder im Kader stehen. Für den Offensivmann ist es sein letzter Auftritt mit dem SB Chiemgau, Probst wechselt im Sommer ja zum SV Kirchanschöring. Doch die weiterhin sehr angespannte Personaldecke möchte Spielertrainer Yunus Karayün auch heute nicht als Ausrede gelten lassen. »Es ist für den Verein extrem wichtig, dass wir nicht absteigen, deswegen wollen wir heute den Deckel draufmachen – egal wie.« SB