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Zebrastreifen an der Jahnstraße in Traunstein geplant

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Zebrastreifen in Jahnstraße in Traunstein geplant
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An der Jahnstraße soll oberhalb der Kreuzung mit der Theresienstraße und der Permanederstraße ein Zebrastreifen entstehen, um Schulkindern ein gefahrloses Überqueren zu ermöglichen. Foto: Hohler

Traunstein – Mit dem Wunsch von Anliegern der Permanederstraße, an der Jahnstraße einen Zebrastreifen anzulegen, befasste sich der Planungsausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung. Bei einer Gegenstimme beschloss das Gremium, den Vorschlag weiterzuverfolgen und einen Zebrastreifen zu planen. Das letzte Wort hat allerdings der Stadtrat in seiner Sitzung nächste Woche am Donnerstag.


Nach Angaben der Verwaltung ist ein Zebrastreifen an der Stelle im Hinblick auf Zählungen von Fahrzeugen und Fußgängern grundsätzlich möglich. »Der Verkehr hat zugenommen, das Klinikum wird nicht kleiner, und viele Schüler wollen an dieser Stelle die Jahnstraße überqueren«, erklärte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) dazu.

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Vorgesehen hatte die Verwaltung den Zebrastreifen – den Richtlinien gemäß – etwa drei bis vier Meter bergaufwärts nach der Kreuzung mit der Theresienstraße und der Permanederstraße. Für Sehbehinderte sollten taktile Elemente, also Bodenrillen, eingebaut werden, die ihnen Orientierung bieten. Im Sinne der Barrierefreiheit werden die Gehsteigkanten abgesenkt, der Zebrastreifen wird selbstverständlich beleuchtet und beschildert.

»Das gehört so nah wie möglich an die Theresienstraße hin«, sagte Josef Kaiser (UW) dazu, »sonst wird's nicht angenommen, und dann ist es schad' ums Geld.« Das Wichtigste sei der Sicherheitsaspekt. Auch Karl Schulz (CSU) bezweifelte, dass der Zebrastreifen angenommen wird. »Ich fürchte auch, dass die Leute so drüber gehen, wenn der Zebrastreifen nicht an der Stelle ist, wo sie drüber gehen wollen.«

Robert Sattler (SPD) war »auf alle Fälle für einen Zebrastreifen, denn den Berg runter rasen manche Autofahrer deutlich schneller als 50 km/h. Für die Verlangsamung des Verkehrs wäre ein Zebrastreifen auch optisch gut.« Dafür, dass ihre Kinder den Zebrastreifen trotz eines kleinen Umwegs nutzen, seien nicht zuletzt die Eltern zuständig, die mit ihnen den Schulweg trainieren müssten, sagte Kegel zur Frage der Nutzung. »Zumindest müssen sie wissen, welches der sicherste Weg ist. Ob sie den dann auch immer nutzen, hat man letztlich nicht mehr in der Hand.«

Dass die geplante Stelle nicht optimal ist, gab auch Stadtplaner Elmar Schwäbisch zu. »Aber die Alternative ist gar kein Zebrastreifen.« Die Planung sei ein sehr gutes Angebot für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Kinder und Senioren, »auch seheingeschränkte Menschen sind immer dankbar, wenn wir etwas tun.« Kinder müsse man eben so erziehen, dass sie den Zebrastreifen annehmen, auch wenn das einen minimalen Umweg bedeutet. »Wir vergeben uns nichts, tun aber viel Gutes für bestimmte Nutzergruppen.«

»Dafür, dass wir das machen«, war auch dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD). Sie fürchte nur die trügerische Sicherheit, denn der Autofahrer fühle sich sicher, weil der Zebrastreifen ja von Weitem einsehbar sei, und der Fußgänger fühle sich sicher, weil er ja auf dem Zebrastreifen unterwegs sei.

Bei einer Gegenstimme beschloss der Planungsausschuss, dem Stadtrat zu empfehlen, an der Jahnstraße einen Zebrastreifen zu bauen. Die Aufträge für Gehwegabsenkung, Beleuchtung, Beschilderung und Markierung sind nach Bereitstellung der Haushaltsmittel zu erteilen. Dafür werden rund 16.000 Euro im Nachtragshaushalt bereitgestellt. Eine Realisierung noch in diesem Jahr ist denkbar. coho

 

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