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Bärbel Steinbacher aus Siegsdorf ist seit März 2013 begeisterte Wunschgroßmutter. Teilweise war sie für zwei Familien, das heißt für vier Kinder, zuständig. Es wird gewandert, gebastelt, musiziert, gepuzzelt und viel gespielt. Die beiden Mädchen Hanna und Annelie aus Inzell kommen einen Nachmittag pro Woche gerne zur Familie Steinbacher.

Wunschgroßeltern suchen Verstärkung

Traunstein – Die Pandemie-Zeit war nicht leicht für die Wunschgroßeltern im Landkreis Traunstein. Sie betreuen ehrenamtlich einmal in der Woche Kinder für ein paar Stunden. Damit unterstützen und entlasten sie berufstätige Eltern in der Region, die keine Omas oder Opas am Ort haben und so auf Hilfe angewiesen sind.


In der ersten Phase der Krise sollten sich ältere Leute allerdings gar nicht mit Kindern treffen, um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus so gering wie möglich zu halten. Treffen mit den anderen Großeltern waren ebenfalls viele Monate untersagt. »Das war wirklich keine schöne Zeit«, sagt Bärbel Brenninger, die Leiterin der Wunschgroßeltern im Landkreis Traunstein. »Uns haben die Kinder gefehlt und auch die Kinder haben immer wieder gefragt, wann sie endlich wieder zu uns kommen dürfen.«

Diese schwierige Phase hat man nun hoffentlich endlich hinter sich gelassen. Die Treffen mit den Kindern sind schon seit längerer Zeit wieder möglich und auch in der Gruppe darf man sich nun wieder persönlich austauschen. »Wir haben uns auch schon einige Male wieder getroffen«, freut sich die Leiterin. Das sei einfach besser, als sich nur virtuell unterhalten zu können.

Dabei sitzen die Wunschgroßeltern aber nicht nur zusammen, sondern es werden auch kleine Wanderungen oder Ausflüge unternommen. Dabei kann man sich auch bestens unterhalten über die Erfahrungen mit den Kindern. Schön sei auch, dass der Kern der Wunschgroßeltern trotz der Einschränkungen der vergangenen beiden Jahre zusammengeblieben sei und weiter der ehrenamtlichen Arbeit mit viel Herzblut und Engagement nachgehe. »Wunschoma zu sein, hat mein Leben bereichert«, erzählt Bärbel Brenninger. »Ich kann es nur jedem empfehlen, ebenfalls eine Familie zu unterstützen.« Bei ihr laufen regelmäßig Anfragen von berufstätigen Eltern ein. »Vielen können wir helfen«, erzählt Brenninger. »Aber wir suchen vor allem auch neue Omas und Opas, die einmal wöchentlich Kinder zu sich nehmen können.« Was man davon hat? Es sei eine Win-Win-Situation für beide Seiten. »So kommen die Generationen wieder zusammen.«

Die Eltern, die oft keine Großeltern in der Nähe haben, werden entlastet. »Die Kinder haben den so wichtigen Kontakt zu älteren Menschen und sie genießen diese Zeit, denn da wird gespielt, gebastelt oder vorgelesen.« Und die älteren Menschen seien gefordert, müssen manchmal auch wieder spontan und flexibel sein und haben meist auch Anschluss zu einer Familie. »Da geht man auch schon mal am Wochenende gemeinsam zum Wandern oder Kaffee trinken.«

»Die Omas und Opas brauchen auch keine Scheu haben, sie sollen sich einfach bei uns melden und wir stellen ihnen das Projekt dann genau vor und suchen zusammen eine passende Familie aus«, sagt Bärbel Brenninger.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Homepage der Wunschgroßeltern oder bei der Diakonie unter der Telefonnummer 0861/98 980.

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