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Wohnraum für jeden Geldbeutel und jedes Alter in Traunstein: Das wollen die OB-Kandidaten tun

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Traunstein – Unterschiedliche Ansätze präsentierten die vier Traunsteiner Oberbürgermeisterkandidaten beim zweiten großen Themenkomplex »Wohnungen und Baugebiete« der Podiumsdiskussion des Traunsteiner Tagblatts am Freitagabend in der Klosterkirche. Während in manchen Bereichen Einigkeit herrschte, entwickelte sich bei diesem und anderen Themen zwischen dem amtierenden OB Christian Kegel (SPD) und seinen Herausforderern Dr. Christian Hümmer (CSU/UW), Burgi Mörtl-Körner (Grüne) und Simon Steiner (Traunsteiner Liste) ein regelrechter Schlagabtausch.


Es sind die Wünsche und Träume von vielen Familien: Eine Wohnung mit einer Miete, die sie auch bezahlen können oder ein Grundstück, das sie bebauen können. Die angespannte Lage im Wohnungs- und Immobilienmarkt droht weiter zuzunehmen – vor allem wenn der Zuzug anhält. Zudem eröffnet der Landkreis bereits im Herbst diesen Jahres den Campus für berufliche Bildung, der viele neue Schüler und Studenten nach Traunstein locken wird.

Aktuell befinden sich auch schon einige Projekte in Planung wie die beiden Baugebiete in Schmidham und in Seiboldsdorf. Erst am Sonntag endete die Bewerbungsfrist für das Ansiedlungsmodell in Traunstorf. Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilte, sind Hunderte Bewerbungen eingegangen, rund 25 Familien werden im Herbst mit dem Bau beginnen können (zum Bericht).

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Zweiter Themenkomplex: Wohnungen und Baugebiete

»Wie lauten Ihre Pläne über diese bereits angedachten Vorhaben hinaus, Wohnraum für jeden Gelbeutel und für jedes Alter zu schaffen?«, fragte Moderator Gernot Pültz am Freitagabend in die Runde der OB-Kandidaten.

Mörtl-Körner und Steiner betonten die Wichtigkeit des sozialen Wohnungsbaus. Außerdem waren sie sich einig, dass beim Bauen an die Ökologie gedacht werden sollte und daran, selbst erzeugte Energie zu nutzen. »Wir wollen eine ökologische Bauleitplanung«, sagte Mörtl-Körner. Und Biolandwirt Steiner rief zum Flächensparen auf. Bevor neue Baugebiete ausgewiesen würden, sollte geschaut werden, ob der Bedarf nicht bereits gedeckt sei. »Derzeit entstehen rund 500 Wohnungen in Traunstein«, gab er zu bedenken.

Oberbürgermeister Christian Kegel ging auf den Zuzug ein. »Traunstein ist in den vergangenen zehn Jahren um 3000 Einwohner gewachsen. Und diese Tendenz geht weiter. Für alle neue Wohnungen zu schaffen, ist schwierig«, sagte er. Zudem müsse man die verschiedenen Wünsche und Bedürfnisse im Blick haben. Junge Familien etwa wollten günstiges Bauland, andere hätten Anspruch auf Sozialwohnungen. Er könne sich daher eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gut vorstellen.

Hümmer: Traunstorf – zu langsam und zu teuer

Eine solche möchte auch Dr. Christian Hümmer: »Wir sollten den städtischen Wohnungsbau voran treiben und Bodenbevorratung betreiben«. Traunstein sei – wie ganz Oberbayern – eine stark wachsende Region. Beim Baugebiet Traunstorf kritisierte er das lange Verfahren und die »Preistreiberei«. »Da sollten wir nicht mitmachen«, betonte er. 500 Euro pro erschlossenem Quadratmeter fand er deutlich zu viel. Das aber, so Kegel, sei der Bodenrichtwert. »Da können wir nicht aus. Und je nach Sozialpunkten der Bewerber reduziert es sich auf bis zu 250 Euro.«

Live-Video vom Freitag:

Wohnen & Bauen auch Themen in der Fragerunde

Dr. Rudolf und Waltraud Meggle sprachen in ihrer Frage an Dr. Christian Hümmer das Thema »Wohnen« an. Hümmer würde in den Raum stellen, dass Münchner der günstigen Preise wegen nach Traunstein kämen. Das Ehepaar interessierte, wie er das mit Lehrern für den Bildungscampus machen würde, ob diese pendeln sollten und er nur einheimische Lehrkräfte zulassen würde. Hümmer sagte dazu, dass es der entscheidende Punkt sei, überhaupt Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In Sachen »Campuswohnen« müsse man eng mit dem Landkreis zusammenarbeiten. Er stellte klar: »Wohnen muss sowohl für zuziehende Personen wie auch für Einheimische bezahlbar bleiben.«

Darüber hinaus beantworteten die vier OB-Kandidaten nach der offiziellen Fragerunde noch eine ganze Reihe weiterer Fragen aus dem Publikum sowie der Leser des Traunsteiner Tagblatts.

Zum vollständigen Bericht über die Fragerunde: Von Parkhausabriss bis Wohnraum

Weitere Themenkomplexe folgen...

In den kommenden Tagen werden wir auf die weiteren Themenkomplexe der Podiumsdiskussion eingehen – wieder mit einem Video-Mitschnitt sowie den wichtigsten Diskussionsansätzen der Kandidaten und den Ergebnissen der Fragenrunde.

Zum Bericht vom Montag (Teil 1): Verkehr und ParkplätzeIm Fokus: Autofahrer, Radler und Fußgänger

Diese Themen erwarten Sie in den nächsten Tagen:

  • Wirtschaft und Arbeit – Im Fokus: Betriebe und Geschäfte
  • Investitionen und Schulden – Im Fokus: Ausgaben der Stadt
  • Senioren in der Stadt

Fotos vom Freitag aus der Klosterkirche:

KR/jal/red

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