»Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen«

Bildtext einblenden
»Im Grunde muss jedes Objekt überprüft beziehungsweise erfasst werden«, sagt Dr. Jürgen Eminger, der Leiter des Heimatmuseums, mit Blick auf die bevorstehende Inventarisierung der rund 10 000 Exponate. Beachtung ist damit zum Beispiel auch einem Gemälde zu schenken, das – angefertigt 1846 von Josef Weinberger – Georg Portenreiter zeigt. Das Bild ist eine Schenkung an das Museum aus Traunsteiner Privatbesitz.

Traunstein – Auf dem Weg zum Um- und Ausbau des Museums am Stadtplatz will die Stiftung Heimathaus nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Reinhold Dendorfer einen Schritt nach dem anderen unternehmen. Gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt hat er ausgeführt, dass nun die Inventarisierung der rund 10 000 Exponate im Brennpunkt stehe, die zum einen im Museum ausgestellt und zum andern in den beiden Depots eingelagert sind. Die Stiftung habe eine neue Stelle geschaffen und sie ausgeschrieben.


Schon seit Jahren ziehen die Stadt und der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein an einem Strang: Zum Ziel setzen sie sich eine Erweiterung des Museums. Ihr Vorhaben abwickeln wollen sie über die Stiftung Heimathaus, die ein Vorstand mit Vertretern der einen wie auch der anderen Seite führt. Der Stiftung gehören die Gebäude Stadtplatz 2 und 3, die das Heimatmuseum beherbergen. Und sie trägt auch den Betrieb der Einrichtung. Vor einigen Jahren hat die Stadt das angrenzende »Mayer-Haus«, so benannt nach seinem Vorbesitzer, Stadtplatz 4, gekauft – und zwar in der Absicht, damit den Grundstein für eine Vergrößerung des Museums zu legen. Eine Millionen-Spende für die Erweiterung der Einrichtung steht der Stadt von einem Spender, der namentlich nicht genannt werden will, in Aussicht. Ein vom Stiftungsvorstand eingesetztes Expertenteam kommt immer wieder zusammen, um die Planungen voranzutreiben.

Anzeige

Auf dem Weg zur Erweiterung des Museums haben die Stadt und der Verein in den vergangenen Jahren schon zwei Schritte unternommen. So hat Dr. Bettina Keß von »kulturplan« eine Machbarkeitsstudie für den angestrebten Um- und Ausbau erstellt. Und unter der Federführung von Dr. Christian Kayser vom Büro Kayser + Böttges, Barthel + Maus, Ingenieure und Architekten GmbH in München, entstand dann eine bauhistorische Untersuchung. Mit der Inventarisierung folge nun, wie Dendorfer ausführt, der dritte Schritt. Die ausgeschriebene Stelle sei auf zwei Jahre befristet, die Stiftung rechne mit einer finanziellen Unterstützung durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen.

»Mit der Inventarisierung wird ein ganz wichtiger Schritt in Sachen Vergrößerung und Neukonzeption getan«, betont Dr. Jürgen Eminger, der Leiter des Heimatmuseums. Als Ziel gibt er aus, den Gesamtbestand des Museums zu erfassen, eine Inventur vorzunehmen, Vorschläge für mögliche Restaurierungen zu erarbeiten und die einzelnen Objekte wissenschaftlich einzuordnen. »Insgesamt ist das eine sehr umfangreiche Angelegenheit, eine wirkliche Mammutaufgabe, da es sich ja nicht nur um die Exponate im Heimathaus handelt, sondern auch um die Bestände in den Depots.«

In der Vergangenheit hätten immer wieder einmal Inventarisierungen stattgefunden, vielfach ließen dann jedoch die Ergebnisse zu wünschen übrig. Unterm Strich seien nun zahlreiche Exponate jeweils mit zwei oder drei Inventarnummern doppelt beziehungsweise dreifach gelistet – und viele Gegenstände, vor allem jene, die erst zuletzt zur Sammlung hinzukamen, seien gar nicht erfasst. Diese Listen seien zusammenzufassen, zu ergänzen und zu vervollständigen, so Dr. Eminger. Er spricht von einer »Sisyphusarbeit, die dringend notwendig ist«.

Um die Inventarisierungen dreht sich heuer alles. Bauliche Planungen für die Erweiterung des Heimatmuseums stehen nicht auf der Agenda. Damit bleibe auch offen, wann dann die Arbeiten beginnen. »Wann's losgeht, weiß ich nicht«, wagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung keine Prognose. Statt in die ferne Zukunft zu blicken, wendet er sich der nahen zu – und zwar dem Jahr 2021. »Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen.«

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen