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Wie soll es mit der Salzmanninsel weiter gehen?

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Traunstein: Neue Pläne für die Salzmanninsel im Planungsausschuss
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Die Salzmanninsel mit ihren Gebäuden gehört – bis auf zwei Wohnhäuser, die dort auch stehen – der Stadt. Sie hatte den Grund und Boden einst gekauft, als sie in die Planung der Landesgartenschau ging. Das Projekt zerschlug sich, die Fläche jedoch behielt sie. Jetzt geht die Stadt daran, zu überlegen, was sie mit ihrem Eigentum machen kann. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Verwaltung im Rathaus schlägt vor, die städtischen Flächen auf der sogenannten Salzmanninsel einer neuen Nutzung zuzuführen. Um eine Orientierung für die Grundstücksentwicklung zu bekommen, regt sie an, Fachleute einzuschalten.


Mit einer Gegenstimme von Josef Kaiser (UW) hat der Planungsausschuss dieses Vorgehen befürwortet. Ob dann tatsächlich Aufträge an Sanierungsberater und Fachgutachter gehen, entscheidet der Stadtrat am Donnerstag.

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Die Grundstücke auf der Salzmanninsel – die so heißt, weil dort ein Betrieb dieses Namens angesiedelt war – gehören fast ausnahmslos der Stadt. Vor allem im Rahmen der Planungen für die Landesgartenschau 2022 in Traunstein hatte sie die Flächen erworben. Sie behielt sie auch in ihrem Besitz, als das Projekt Landesgartenschau nach einem Bürgerentscheid dann doch keine Verwirklichung erfuhr. Bis auf zwei Wohngebäude liegen alle Flächen auf der Salzmanninsel im Eigentum der Stadt. Die insgesamt 8329 Quadratmeter teilen sich auf in 1897 Quadratmeter Grün-, 2300 Quadratmeter Straßen- und 4132 Quadratmeter Baufläche.

Als die Saline Traunstein noch in Betrieb war – die Salzgewinnung lief von 1619 bis 1912 –, war in diesem Bereich der sogenannte Triftrechen angeordnet. Das Holz, das der Betrieb zum beheizen der Sudpfannen brauchte, schwamm – »triftete« – auf der Traun aus dem Tal von Ruhpolding nach Traunstein. Und am Rechen leitete man das Holz aus dem Fluss auf die Felder. Sollten Bauarbeiten auf der Salzmanninsel stattfinden, ist aus diesem Grund damit zu rechnen, dass Funde aus früherer Zeiten zutage treten. Außerdem muss man annehmen, dass Altlasten und Hohlräume zum Vorschein kommen.

Die derzeitigen Zischennutzungen in den maroden Gewerbehallen – insbesondere auch durch den Turnverein Traunstein – enden Mitte des nächsten Jahres. Im Vorfeld fängt die Stadt jetzt damit an, über eine Entwicklung des Geländes nachzudenken.

Nach Angaben der Verwaltung im Rathaus hat bereits ein Ortstermin mit einem zuständigen Referenten der Regierung von Oberbayern stattgefunden. Als zielführend habe man erachtet, die Sanierungsberater der Stadt einzuschalten. Mit ihnen sei dann auch ein erstes Gespräch geführt worden.

Die Verwaltung im Rathaus schlägt jetzt vor, Fachgutachten in Auftrag zu geben. Und weiter regt sie an, dass eine Steuerungsgruppe aus Fachplanern, Verwaltung und Politik die Möglichkeiten einer Nutzung der städtischen Flächen auf der Salzmanninsel anhand eines Strukturkonzepts entwickelt. Womöglich biete sich dann an, den Grund und Boden an einen Investor zu übertragen.

Im Planungsausschuss fielen die Vorschläge der Verwaltung im Großen und Ganzen auf fruchtbaren Boden. Oberbürgermeister Christian Kegel betonte die Zielsetzung, jetzt in einem ersten Schritt die Grundlagen für die Grundstücksentwicklung zu schaffen.

Kaiser sagte, dass doch auch der Investor die Planung übernehmen könnte – und damit dann auch die Gutachten bezahlen könnte. Außerdem glaubte er, dass in diesem Bereich auf jeden Fall Bodendenkmäler zutage treten werden.

Kegel betonte, dass er »völlig offen« sei, was die künftige Nutzung der Fläche betrifft. »Wichtig ist, dass wir alle Möglichkeiten erkennen« – was sicherlich nicht der Fall wäre, wenn die Stadt schon jetzt den Grund und Boden abgeben würde. Der Investor würde die Fläche allein auf die Weise entwickeln, wie er vorzugehen gewohnt ist.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) war, wie sie sagte, »überhaupt nicht damit einverstanden«, über die Abgabe an einen Investor nachzudenken. Die Fläche der Stadt sei eine »Geldanlage«, eine Notwendigkeit, den Grund und Boden zu verkaufen, besteht laut Wiesholler-Niederlöhner nicht.

Kämmerer Reinhold Dendorfer sagte, dass jetzt keine Vermarktung, sondern eine Entwicklung der Salzmanninsel angedacht sei. Es gelte auszuloten, welche Möglichkeiten bestehen.

Ernst Haider (UW) meinte, dass sich die Stadt zunächst festlegen solle, was sie mit ihrem Grund und Boden machen will. Erst dann solle sie Gutachter einschalten.

Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich dafür aus, die Frage, wie denn die Fläche einmal genutzt wird, offen zu lassen. Ebenso wolle sie jetzt auch noch nicht über einen Investor reden.

Dr. Christian Hümmer (CSU) schlug vor, in der Begutachtung der Fläche drei Schwerpunkte zu setzen: Zum einen sollen seiner Meinung nach die Immissionen, zum anderen das Wasser und die Altlasten betrachtet werden.

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