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»Wichtiger Baustein für ein friedliches Zusammenleben«

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Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Haslach beging ihr 120-jähriges Bestehen mit einem feierlichen Festzug und einem Gottesdienst. (Fotos: M. Peter)

Traunstein – »Bereits seit 120 Jahren steht die Krieger- und Soldatenkameradschaft Haslach zusammen und stellt sich wider das Vergessen«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel bei der Festansprache zum 120-jährigen Bestehen der KSK. Dem Jubelverein gehören aktuell 121 Mitglieder an.


Kaplan Martin Gehringer ging in seiner Festpredigt auf die Kriege in dieser Welt ein. Der Mensch sei unzufrieden und verlasse das Schöne und so komme wider besseren Wissen das Böse in die Welt. Doch keiner wolle freiwillig Leiden durchleben, betonte er.

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Der Vorsitzende der Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus, Michael Bernauer, danke anschließend der KSK für das Bewahren des Gedenkens an die gefallenen und verstorbenen Kameraden.

Die KSK spendete anstelle der Ehrengaben für die Vereine den Betrag an die Lebenshilfe. KSK-Vorsitzende Simon Schreiber überreichte an die künftige Bewohnerin der Wohngruppe, Melanie Opitz, einen Scheck über 600 Euro für die Wohngruppe.

Zur Geschichte des Vereins: Am 28. Mai 1898 trafen sich im Gasthaus Mesnerwirt in Haslach einige Veteranen des Kriegs 1870/71 und andere gediente Männer der Gemeinde, um den Veteranen- und Kriegerverein zu gründen. Seither sei die KSK eine wichtige Stimme für Frieden und Freiheit, so Christian Kegel. Hauptanliegen der KSK war und ist nach den Worten des Oberbürgermeisters das Gedenken an die in den Kriegen verstorbenen und gefallen Soldaten wach zu halten. Dafür bauten die Mitglieder Anfang der 1920er-Jahre an der äußeren Friedhofsmauer in Haslach ein Kriegerdenkmal und 1958 konnten sie ein neues Denkmal mit Kapelle, an dem die Messmesse stattfand, bauen.

Der Begriff »Kameradschaft« stehe für Freundschaft, Gemeinschaft und den Zusammenhalt in schwierigen Zeiten, so Kegel. Aber auch dafür, dass man gemeinsam durch dick und dünn gehe und ebenso für Mitgefühl und Verlässlichkeit. Die Kameradschaft sei ein wichtiger Baustein für das friedliche Zusammenleben der Menschen und sei für unsere Gesellschaft nach wie vor aktuell und relevant, meinte der Oberbürgermeister. »Frieden ist keine Selbstverständlichkeit!«, so Kegel. Frieden müsse gelebt und gestaltet werden. Und für diese Friedensarbeit dankte er allen Krieger- und Soldatenkameradschaften und insbesondere der KSK als Jubelverein.

Mahner für den Frieden

Die KSK sehe sich als Mahner für den Frieden, sagte Schreiber. An die Erinnerung der schlimmen Ereignisse zu denken sei wichtig, damit so etwas Schlimmes wie die Kriege in Deutschland nicht mehr passiere. Der Frieden beginne im Kleinen. In den Familien und in den Dörfern, schob Schreiber nach. Beim Totengedenken nach der Festmesse am Kriegerdenkmal legten der Oberbürgermeister und der KSK-Vorsitzende eine Blumenschale nieder und die Schützen der Gebirgsschützenkompanie Traunstein gaben unter dem Kommando von Oberleutnant Rolf Wassermann zu den Klängen des »Alten Kameraden« drei Salutschüsse ab.

Die Scheckübergabe an Melanie Opitz nutzte die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, Annemarie Funke, um den Mitgliedern der KSK für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken und dass sie ein Gründungsfest durchführten zu danken.

Der Kirchenzug führte vom Festzelt an der Axdorfer Straße rechts in die Rupertistraße und anschließend über die Wiese zum Kriegerdenkmal. Nach der Festmesse zogen die Festvereine über den sogenannten Kirchplatz in die Hochstraße, wo es am Ortsende zu einem »Gegenzug« kam. Und wenn das ganze Dorf am Festzug teilnimmt, ist es im Grunde selbsterklärend, dass die Zuschauerzahl in den festlich geschmückten Straßen dann eben überschaubar wird. Als Patenverein konnte Schreiber die KSK Vachendorf begrüßen. MP

Blattl Sonntag Traunstein