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Werberat rügt „Bussi und Bier“-Deckel vom Hofbräuhaus Traunstein

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Bierdeckel vom Hofbräuhaus Traunstein erneut vom Werberat gerügt
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Eine weitere Rüge bekommt ein Bierdeckel vom Hofbräuhaus Traunstein. Die Werbung mit Brauereichef Maximilian Sailer und seiner Frau Birgit halte sich nicht an die Regeln für verantwortungsvolle Alkoholwerbung, so der Rat in seiner Begründung für die Rüge. In Traunstein nimmt man die Beanstandung gelassen. (Foto: Hofbräuhaus Traunstein/dpa)

Traunstein – Ein zweiter Bierdeckel des Traunsteiner Hofbräuhauses stößt beim Deutschen Werberat bitter auf. Bereits vor zwei Jahren war eine Rüge wegen sexistischer Werbung ausgesprochen worden. Diesmal wolle die Brauerei laut Werberat Verhaltensregeln für verantwortungsvolle Alkoholwerbung nicht einhalten.


Auf dem Bierdeckel des Hofbräuhauses ist das Besitzerpaar in enger Umarmung abgebildet: Brauereichef Maximilian Sailer gibt seiner Frau Birgit ein inniges Bussi – während sie ein volles Weißbierglas anhimmelt. „Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden“, so rundet die zugehörige Überschrift die Botschaft ab.

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Laut Werberat lasse dies nun beim Betrachter den Eindruck entstehen, dass sich der Konsum des Biers positiv auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau auswirke. Das teilte der Rat in seiner Rüge am Donnerstag mit. „Alkoholkonsum darf in der Werbung weder als Problemlöser noch als Schlüssel für Glücksmomente angepriesen werden“, sagte eine Sprecherin. Auf diesen Grundsatz hätten sich Händler, Hersteller und Importeure alkoholhaltiger Getränke mit dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW verständigt.

Der Bierdeckel wurde nach eigenen Angaben der Brauerei seit 2005 in Millionenauflage verteilt und liegt in vielen Gaststätten auf den Tischen. Die Inhaber nehmen die Rügen gelassen: „Selbstverständlich halten wir an unserer Werbelinie fest“, teilte das Hofbräuhaus mit. „Wenn man sich bei Gelegenheit wieder über uns echauffieren möchte – dann bittschön, nur zu!“

Eine Rüge des Deutschen Werberats hat übrigens weder rechtliche noch finanzielle Folgen. Eine erhöhte Aufmerksamkeit der Medien bringt sie allerdings mit sich.

Vor zwei Jahren hatte der Werberat bereits einen anderen Bierdeckel des Hauses ins Visier genommen. Er zeigte eine Kellnerin mit tiefem Ausschnitt, zwei Maß Bier – und der Frage: „Was darf's sein?“ Das hatte der Werberat als sexistisch gerügt. Auch hier blieb das Wirtshaus bei dem Deckel.

red/dpa