weather-image

Wer energieeffizient baut, erhält städtischen Zuschuss

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Photovoltaikanlagen gewinnen umweltfreundlichen Solarstrom. Die Stadt Traunstein bezuschusst nun den Bau. Foto: dpa

Traunstein – Wer ein Haus baut und dann Energie nicht verschwendet, sondern optimal einsetzt, kann nun mit einer Unterstützung durch die Stadt rechnen. Je nachdem, welchen Standard das Energieeffizienzhaus besitzt, bekommt der Bauherr bis zu 3000 Euro aus dem Stadtsäckel.


Diese Förderungen sind Teil des Programms zum »Energieeffizienten Bauen in Traunstein«, das der Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Nachhaltigkeit des Stadtrats einstimmig beschlossen hat. Es tritt im nächsten Jahr in Kraft und ist zunächst bis Ende 2022 befristet.

Anzeige

Bei der Eindämmung des Klimawandels kommt den Städten eine besondere Verantwortung zu, denn hier werden Treibhausgase in großen Mengen produziert. Durch die Gewährung von Zuschüssen will die Stadt Traunstein mit dem Programm »Energieeffizientes Bauen in Traunstein« – neben den staatlichen Hilfen – zusätzliche Anreize schaffen, Treibhausgase zu verringern.

Zahlreiche Maßnahmen bezuschusst die Stadt. Unter anderem übernimmt sie künftig 50 Prozent der Kosten für eine umfassende Thermografieaufnahme vor oder nach einer Sanierung. Jedoch zahlt sie im Einzelfall nicht mehr als 150 Euro. Ebenso ist sie bereit, die Hälfte der Ausgaben zu begleichen, die ein Luftdichtheitstest nach einer Sanierung verursacht. Die Förderung ist auch in diesem Fall mit 150 Euro gedeckelt.

Einen Pufferspeicher für ein Gebäude mit Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung bezuschusst die Stadt mit 600 Euro. Wer ein Energieeffizienzhaus KfW 85, 70 oder 55 baut – also lediglich 85, 70 oder 55 Prozent des üblichen Energiebedarfs benötigt –, bekommt 1000, 2000 beziehungsweise 3000 Euro auf die Hand.

Stadt fördert auch Solarstromerzeugung

Neben dem Förderprogramm zum »Energieeffi­zienten Bauen in Traunstein« legt die Stadt außerdem – wie der Ausschuss ebenso einstimmig beschloss – ein ebensolches zur »Förderung von Solarstromerzeugung, Solarmstromspeichern und Mieterstrom« auf. Auch dieses Programm ist im nächsten Jahr abrufbar, die Anwendung ist ebenso zunächst bis Ende Dezember 2022 befristet.

Ziel dieser Zuschussrichtlinie ist die Förderung der Errichtung von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) zur Erzeugung von Solarstrom und Solarstromspeichern sowie von Mieterstromprojekten. Auch in diesen Fällen will die Stadt zusätzlich zu den staatlichen Förderprogrammen Anreize schaffen, Treibhausgase zu reduzieren.

Die Stadt fördert PV-Anlagen zur Stromerzeugung. Sie unterstützt auch Mieterstromprojekte, wenn der Strom von PV-Anlagen erzeugt wird und wenn mindestens drei Wohneinheiten beteiligt sind.

Sie fördert die Installation eines Solarstromspeichers unter der Voraussetzung, dass der Solarstromspeicher zusammen mit einer neuen PV-Anlage angeschafft worden ist. Die Größe des Solarstromspeichers muss mindestens drei Kilowattstunden betragen – und die Anlage muss dann mindestens fünf Jahre lang betrieben werden.

Für PV-Anlagen wird bis zu einer installierten Leistung von 10 Kilowatt-Peak (kWp) ein pauschaler Zuschuss von 500 Euro gewährt. Bei einer installierten Leistung von mehr als 10 kWp überweist die Stadt 1000 Euro. Für Solarstromspeicher wird ein pauschaler Zuschuss von 500 Euro gewährt. Mieterstromprojekte erhalten einen Pauschalbetrag von 1000 Euro sowie eine Förderung von 200 Euro je installiertem Kilowatt Anlagenleistung. Die maximale Förderung beträgt 5000 Euro.

Die Auszahlung erfolgt in der Regionalwährung »Chiemgauer-Klimaboni«. Die »Klimaboni« sind jeweils mit drei Euro gleichzusetzen.

Die Förderprogramme stießen im Aussschuss auf einhellige Zustimmung. Ihre Verabschiedung erfolgte ohne Diskussion. pü

Mehr aus der Stadt Traunstein