weather-image
20°

»Wer Dreck gemacht hat, sollte ihn auch wegräumen«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Kein schöner Anblick: Nach Partys an der Traun sieht es oft so aus. Der Jugendbeirat hat nun vorgeschlagen, dort Mülleimer aufzustellen. Der Stadtrat wird das Thema noch einmal im September behandeln, in der letzten Sitzung wurde es kurz angeschnitten.

Traunstein – Mit einem Antrag des Jugendbeirats beschäftigte sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung: Die jungen Traunsteiner möchten, dass an den Kiesbänken unter dem Viadukt, im Schwimmbadbereich und »an weiteren geeigneten Stellen« Mülleimer aufgestellt werden.


Vor allem am Viadukt war es in der Vergangenheit nach Partys an der Traun wiederholt zu einer regelrechten Verwüstung mit zurückgelassenen Flaschen, Bierkästen, Kartons, Zigaretten und Glasscherben gekommen (wir berichteten mehrfach).

Anzeige

In einem Schreiben an den Oberbürgermeister und den Stadtrat betonten die beiden Vorsitzenden Johannes Müller und Felix Siegl, dass dadurch künftig Vermüllung verhindert und das Aufräumen erleichtert werden könnte. »Wir denken, dass durch das Aufstellen der Mülleimer mit recht wenig Aufwand ein größeres Problem angegangen werden kann«, so die beiden in dem Schreiben.

Insbesondere im Sommer würden die Traunufer am Viadukt sowie der Brücke zum Schwimmbad für ein gemütliches Zusammensein genutzt. »Dabei fällt Müll an, für den bisher keine Mülleimer vor Ort sind.« Der Jugendbeirat könnte sich auch vorstellen, dass die Mülleimer nur in den Sommermonaten aufgestellt werden, »wenn die Traunufer am meisten genutzt werden«.

»Keiner fühlt sich zuständig«, sagte Robert Sattler (SPD) im Stadtrat in Bezug auf feiernde Jugendliche und den Müll – allerdings nicht an der Traun, sondern an der Güterhalle. »Da liegen Glasflaschen, Zigaretten und Kotze. Unsere armen Bauhofmitarbeiter müssen das dann wegmachen«, sagte Sattler. Er könne nicht verstehen, warum die Polizei da nicht besser kontrolliere. Außerdem appellierte er an die Jugendlichen: »Es gibt doch noch das Verursacherprinzip!«

»Wer den Dreck gemacht hat, sollte ihn auch wegräumen«, betonte auch Oberbürgermeister Christian Kegel. Er sagte zu, sich mit der Polizei und der Bahn in Verbindung zu setzen.

Dr. Thomas Graf (Traunsteiner Liste) sprach den Antrag des Jugendbeirats bei »Wünsche und Anfragen« an. »Wie weit ist das gediehen? Besteht die Möglichkeit, das umzusetzen?«, fragte er.

Grundsätzlich finde er es sehr gut, dass sich der Jugendbeirat Gedanken mache, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. Doch er ist der Meinung, »dass nur Mülleimer das Problem an der Traun nicht lösen«. Wer Müll – zum Beispiel im Rahmen einer angemeldeten Feierlichkeit – an der Traun verursacht, sei auch dafür verantwortlich, diesen zu entsorgen, betonte der Rathauschef auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts. »Das kann nicht Aufgabe des Bauhofs sein – und nicht auf Kosten der Allgemeinheit gehen. Denn es handelt sich hierbei in der Regel um größere Mengen Müll, nicht um Kleinigkeiten, für die öffentliche Abfalleimer natürlich zur Verfügung stehen.«

Der Stadtrat wird sich in seiner nächsten Sitzung im September mit dem Thema befassen. Dann kommt es als eigener Tagesordnungspunkt in den Rat. KR