Weniger Fahrspuren und breiterer Bürgersteig geplant

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Die Stadt plant Umgestaltungen auf dem Maxplatz: Sie verringert die Zahl der Fahrspuren von drei auf zwei. Wenn sie die Spur für die Linksabbieger auflöst und auf diesen Streifen dann die Parkplätze verschiebt, dann bekommt sie viel Platz, um den Bürgersteig zu verbreitern. Links- und Rechtsabbieger sowie Geradeausfahrer teilen sich künftig zwei Fahrspuren. (Foto: Pültz)

Traunstein – Angeregt von den Unabhängigen Wählern (UW) treibt die Stadt die Planung für Umgestaltungen auf dem Maxplatz voran. In Abstimmung mit der UW-Fraktion im Stadtrat hat die Verwaltung im Rathaus ein Konzept ausgearbeitet. Im Mittelpunkt stehen die Verringerung der Fahrspuren von drei auf zwei und die Verbreiterung des Bürgersteigs im Bereich zwischen den Einmündungen der Marien- und der Bahnhofstraße. Die Geschwindigkeit wird auf Tempo 20 begrenzt. Mit 18:11 Stimmen hat der Stadtrat das Konzept angenommen und die Verwaltung beauftragt, einen Vorentwurf zu erstellen.


Die UW-Fraktion hatte Ende des vergangenen Jahres eine verkehrliche Neuausrichtung des Maxplatzes beantragt. Unter anderem schlug sie vor, die Fußgängerampel durch einen Zebrastreifen zu ersetzen, die Zahl der Fahrspuren zu verringern und die Geschwindigkeit auf Tempo 20 zu begrenzen. Sie regte auch an, die Aufstellflächen für Taxis von der Nord- auf die Ostseite des Platzes zu verschieben und eine Fahrradspur zu schaffen. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, ein Konzept zu erstellen.

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Eine Arbeitsgruppe im Rathaus erörterte dann die Vorschläge der UW. Zum Teil stießen sie in der Stadtverwaltung auf Zustimmung, zum Teil auf Ablehnung. Der Ergebnisse der Beratungen erläuterte Manfred Bulka, der Leiter des Ordnungsamts, jetzt im Stadtrat.

Tempo 20 sei »kein Problem«, so Bulka. Doch die Ampel halte die Stadtverwaltung »für zwingend erforderlich«. Sie sei nach wie vor nötig, um Sehbehinderten eine sichere Querung des Platzes zu ermöglichen. Eine Neuordnung der Taxistellplätze hätten die Taxifahrer »strikt abgelehnt«, sie hätten eindeutig für den Verbleib auf ihrem Standort plädiert.

Uneingeschränkte Zustimmung im Rathaus habe der Vorschlag hervorgerufen, die Fahrspuren von drei auf zwei zu verringern. Denn damit sei die Möglichkeit gegeben, den Bürgersteig im Bereich zwischen den Einmündungen der Marien- und der Bahnhofstraße doppelt so breit wie bisher zu machen. Diese Umgestaltung führe zu einer deutlichen Steigerung der Aufenthaltsqualität der Fußgänger. Der Bereich erhalte den Charakter einer kleinen Fußgängerzone. In einer »ganz groben Schätzung« sprach Bulka von Kosten in Höhe von 35.000 Euro – die Ausgaben für eine Versetzung des westlichen Ampelmastes nicht eingerechnet. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) betonte, dass die Zahl jedoch »noch nicht belastbar« sei.

Ernst Haider (UW) betonte, dass die Umgestaltungen eine »deutliche Verbesserung bringen«. Er könne mit dem Konzept, das die Verwaltung auf der Grundlage des Antrags der UW ausgearbeitet hat, »gut leben – wenngleich nicht alle unsere Vorschläge eine Berücksichtigung erfahren haben«. So sprach Haider von einem »kleinen Wermutstropfen«, dass die Ampel weiter Bestand habe. Er bezweifelte nach wie vor die Notwendigkeit. Nicht zuletzt werde sie doch auch schon immer am Abend abgeschaltet, ohne dass dann Probleme entstünden.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, dass die Vergrößerung des Fußgängerbereichs »sehr zu begrüßen ist«, ebenso Tempo 20. Sie meinte aber, dass die Ampel weiter bestehen müsse. Mehrere Sehbehinderte hätten gebeten, sie auf keinen Fall abzubauen.

Die Verwaltung im Rathaus habe den Antrag der UW »entschärft«, meinte Dr. Patrick Nepper (ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen). Er fand Tempo 20 auch gut, sprach sich aber dagegen aus, allzu schnell und unüberlegt die Fahrspuren von drei auf zwei zu verringern und den Bürgersteig zu verbreitern. Schließlich sei nach wie vor auch die Anlage eines Fahrradwegs in Betracht zu ziehen. Hümmer entgegnete ihm, dass schon Tempo 20 »eine große Sicherheit für Radfahrer« darstelle.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) sagte, dass ein Radweg keinen Sinn mache. Denn in diesem Fall wären die Radfahrer dann gegen die Fahrtrichtung unterwegs – doch die haben dort »nichts verloren«.

Peter Forster (SPD/Die Linke) kritisierte, dass die Stadt Einzelmaßnahmen auf dem Maxplatz ergreife. Nötig sei jedoch vielmehr ein Gesamtkonzept. Der Antrag der UW sei »leicht problematisch«, Tempo 20 sei aber zu begrüßen.

Konrad Baur (CSU) betonte, dass man nicht von einer Verschlechterung sprechen könne, wenn Fußgänger mehr Platz bekommen. Sie seien die »schwächsten Verkehrsteilnehmer«.

Denis Holl (SPD/Die Linke) hatte seine liebe Not, wie er sagte, sich mit dem, von der Verwaltung vorgelegten, Konzept anzufreunden. Seiner Ansicht nach fehlen in der Planung einige wesentliche Elemente. So regte er unter anderem an, den gesamten Platz zu einem verkehrsberuhigten Bereich zu erklären. Erforderlich sei auch eine Angleichung der Bordsteine. Holl schlug vor, den einen oder anderen Punkt »ergebnisoffen« in die Planung aufzunehmen.

Simon Schreiber (CSU) sagte, dass er von den Vorschlägen »anfangs begeistert« gewesen sei. Nach den vielen Abstrichen sehe er nun jedoch »keine Verbesserungen mehr, die diesen Namen verdienen«.

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