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Welt der sinfonischen Blasmusik vorgestellt

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Zum »Ehrendirigenten« der Stadtmusik Traunstein wurde Augustin Spiel (rechts) ernannt. Unser Foto zeigt ihn mit seinem Nachfolger Daniel Schmid. (Foto: Buthke)

Traunstein – Dass die Blasmusik nicht nur aus Märschen, sondern vor allen auch aus sinfonischer Blasmusik mit klassischen und modernen Klängen besteht, diesen Beweis trat die Stadtmusik Traunstein bei ihrem Josefikonzert in der voll besetzten Aula der Berufsschule an. Das begeisterte Publikum »belohnte« die Darbietung jedes Musikstücks mit großem Applaus. Deutlich erkennbar war bereits die Handschrift ihres neuen Dirigenten Daniel Schmid. Mit der Ernennungsurkunde zum »Ehrendirigenten« verabschiedeten der Vorsitzende Bernhard Schultes und sein Stellvertreter Andreas Schuhböck Augustin Spiel, der die Stadtmusik von 1983 bis 2018 geleitet hat.


Mit dem »Jagdgeschwader Richthofen-Marsch« von Hans Felix Husadel eröffneten die Musikanten das Josefikonzert. Es folgte die Märchen-Ouvertüre »Schön Rotraut« von Willi Lautenschläger, die auf der gleichnamigen Ballade von Eduard Mörike basiert. Lautenschläger hat sie als Konzert-Ouvertüre ohne Oper komponiert. Den Begriff der »Berliner Operette« hat der Komponist Paul Lincke geprägt, als deren »Vater« er gilt. Weil er wegen seiner Körpermaße nicht zur Militärmusik kam, kamen dann in seinen Operetten immer wieder zackige Märsche vor. Natürlich auch andere Kompositionen, wie der vorgetragene »Luna Walzer« aus der Operette »Frau Luna«. Im Jahr 1920 komponierte der Engländer Albert William Ketèlbey das Stück »In a Persian Market« (»Auf einem persischen Markt«).

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Musikalisch wird das Treiben auf einem persischen Markt lautmalerisch beschrieben, wie zum Beispiel der Einzug einer Karawane und des Kalifen oder der Auftritt von Gauklern und Bettlern. Mit dem schneidigen »Bruckerlager-Marsch« ging es in die Pause. Der Regimentskapellmeister Johann Nepomuk Král widmete ihn dem Offizierskorps des Infanterieregiments 13.

Mit dem Fliegermarsch »Silberkondor« verband Dirigent Schmid als langjähriges Mitglied eines Luftwaffen-Musikkorps noch einmal seine Nähe zur Militärmusik. Der Rest des Programms war dann der zeitgenössischen, sinfonischen Blasmusik gewidmet. Mit dem Stück »Eiger – A Journey to the Summit« beschreibt Komponist James Swearingen den erfolglosen Versuch des amerikanischen Bergsteigers John Harlin und seiner Gefährten von 1966, die Eiger-Nordwand zu besteigen. Harlin fiel aus der Wand und stürzte 1400 Meter ab. Entsprechend dramatisch war auch die Komposition.

Urlaubsstimmung verbreitete die Stadtmusik Traunstein dann mit der Polka »Gut gelaunt« von Hans-Peter Pirchmoser und »Bugler's Holiday« von Leroy Andersen. Unter dem Titel »TV Kultabend« hat Arrangeur Manfred Schneider in einem Fernsehlieder-Medley Melodien bekannter und beliebter Fernsehunterhaltungssendungen zusammengefasst. Von der Stadtmusik Traunstein waren zum Abschluss des Josefikonzerts Themen aus der Lindenstraße, Herzblatt, Schwarzwaldklinik, Wetten, dass…?, Das Traumschiff, Das aktuelle Sportstudio, Derrick und der Tagesschau sowie die Eurovisionsmelodie zu hören.

Natürlich entließ das begeisterte Publikum die rund 40 Musikanten nicht ohne Zugabe. Gespielt wurden noch der österreich-ungarische »Erzherzog-Albrecht-Marsch« von Karl Komzák und der »Rainermarsch«, die heimliche Landeshymne von Salzburg. Musik-Feldwebel Hans Schmid komponierte den Marsch 1915 für das Salzburger Infanterieregiment 59, benannt nach Erzherzog Rainer. Bjr