Vorstandswechsel beim Arbeiter- und Burschenverein Kammer

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Führungswechsel beim Arbeiter- und Burschenverein Kammer: Zweiter Vorsitzender Thomas Leitner (von links) und erster Vorsitzender Georg Huber legten ihre Ämter nieder. Neuer Vorsitzender wurde Andreas Ober und zu seinem Stellvertreter wählten die Mitglieder Christian Jobst.

Traunstein – Wechsel in der Vorstandschaft des rund 350 Mitglieder zählenden Arbeiter- und Burschen-vereins (ABV) Kammer: Georg Huber legte nach zwölfeinhalb Jahren das Amt des Vorsitzenden nieder und wird künftig nur noch als Beisitzer in der erweiterten Vorstandschaft mitarbeiten. Zu seinem Nachfolger wurde in der Jahreshauptversammlung im Gasthaus zur Post in Kammer einstimmig Andreas Ober gewählt, der bisher Fähnrich war. Auch Hubers Stellvertreter Thomas Leitner kandidierte nicht mehr, wird dem Verein aber künftig ebenfalls als Beisitzer mit Rat und Tat zur Seite stehen. An seine Stelle tritt Christian Jobst. 


Ebenfalls einstimmig wurden alle weiteren Vorstandsmitglieder gewählt: 1. Kassier Simon Schuhböck, 2. Kassier Thomas Gimpl, Schriftführerin Daniela Schumacher, Fähnriche Michael Söldner, Maxi Klammer und Michael Drechsler, weitere Beisitzer Thomas Huber, Michael Randlinger, Michael Kriegenhofer und Michaela Englmaier, Kassenprüfer Bettina Hackl und Herbert Baumgartner.

Vor den Neuwahlen gab es einen »Berichte-Marathon«, denn sowohl der scheidende Vorsitzende als auch die Schriftführerin listeten die Veranstaltungen seit der letzten Jahreshauptversammlung 2019 auf. So ging Georg Huber auf den Vereinsausflug ein, dessen Ziel die Zugspitze war. Mit zwei Bussen machten sich rund 90 Mitglieder dorthin auf den Weg und verlebten einen erlebnisreichen und feucht-fröhlichen Tag mit mancher kleinen Panne, die man humorvoll und mit Engagement meisterte. Beim Open Air sei man mit einem blauen Auge davongekommen, da das Wetter zu Beginn der Veranstaltung umschlug. Bei 500 Besuchern ergab sich ein Minus in der Kasse, was den Verein aber nicht davon abschrecken sollte, erneut eine solche Veranstaltung zu planen. Auch das Dart-Turnier zum Faschingsbeginn mit zuletzt 42 Teilnehmern sollte wieder stattfinden, schließlich sei es ja eine der Hauptaufgaben des Vereins, »dass wir die Leute zusammenbringen«, so Huber.

In seinem Rückblick freute er sich besonders da-rüber, dass der ABV beim letzten Dorfschießen der SG Kammer-Rettenbach die Ringwertung gewonnen und in der Meistpreiswertung mit 57 Teilnehmern den zweiten Platz belegt hat. Angesichts der Coronalage habe man sich nicht getraut, das Dart-Turnier heuer abzuhalten. Stattdessen habe man sich zu einem Frühschoppen getroffen, »der zwölf bis 13 Stunden gedauert hat«, wie Huber verriet. Weil keine Veranstaltungen für die Mitglieder abgehalten werden konnten, habe sich die Vorstandschaft dazu entschlossen, die Mitgliedsbeiträge an wohltätige Organisationen zu spenden. Fünf solcher Einrichtungen bekamen je 300 Euro (wir berichteten). Bereits in der letzten Jahresversammlung konnte der Verein stolz da-rauf verweisen, damals sogar 3500 Euro an gemeinnützige Vereine gespendet zu haben.

Schriftführerin Daniela Ober verlas das Protokoll der letzten Versammlung. Sie berichtete auch über die anderen Veranstaltungen und Termine, welche die Vorstandschaft seit der letzten Hauptversammlung wahrgenommen hat. Dass die Spenden an die wohltätigen Organisationen den Kassenstand nicht geschmälert haben, legte Kassier Simon Schuhböck in seinem Bericht dar. Der Verein hat ein solides finanzielles Polster, das es erlaubt, Veranstaltungen wie das Open Air abzuhalten, ohne Gefahr zu laufen, bei einem Misserfolg oder einer kurzfristig notwendig werdenden Absage gleich in größere finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Gedanken habe man sich auch darüber gemacht, wie man das Vermögen verwenden könnte, falls es einmal zu einer Vereinsauflösung kommen sollte. Diese Gedanken, so kam in der Versammlung zum Ausdruck, müssen aber noch konkretisiert werden. Man strebe aber an, das Geld im Falle eines Falles an die anderen Ortsvereine aufzuteilen.

Stadtrat Georg Osenstätter würdigte namens der Stadt den ABV als einen umtriebigen Verein, der eine Reihe von Veranstaltungen für die Allgemeinheit und vor allem für die jungen Leute organisiert. Die Pandemie habe gezeigt, was alles fehlt, wenn die Vereine nichts machen können. Osenstätter erinnerte daran, dass Mitglieder des Arbeiter- und Burschenvereins Kammer zu Beginn der Pandemie die ersten gewesen seien, die für die älteren Mitbürger im Ort Einkaufsfahrten übernommen haben. In den zwölf Jahren, in denen Georg Huber an der Spitze des Vereins stand, habe der ABV eine sehr positive Entwicklung genommen, würdige Osenstätter das Engagement des scheidenden Vorsitzenden.

Nach den Berichten und Neuwahlen gab es einen »Ehrungsmarathon«, denn man holte nicht nur die Ehrungen, die in den Jahren 2019 und 2020 fällig gewesen wären, nach, sondern zog auch gleich die für 2021 vor. Geehrt wurden nicht nur Mitglieder für langjährige Vereinszugehörigkeit, sondern auch solche, die in diesen drei Jahren hohe runde Geburtstage gefeiert haben. Besonders erwähnt werden sollen an dieser Stelle nur Georg Wallner und Konrad Einsiedl, die dem Verein seit über 60 Jahren die Treue halten, die Auszeichnungen bei der Versammlung aber nicht persönlich entgegennehmen konnten. Mit kleinen Präsenten verabschiedet wurden auch jene Mitglieder, die künftig nicht mehr der Vorstandschaft angehören werden.

- K.O. -

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