Viele Autofahrer nutzen Innstraße als Abkürzung

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Die Innstraße ist von Zeit zu Zeit viel befahren. Immer wieder nutzen Autofahrer, die auf der Wolkersdorfer Straße unterwegs sind und den Recyclinghof an der Industriestraße ansteuern, die Innstraße als Abkürzung. (Foto: Pültz)

Traunstein – Klein ist die Straße, aber immer wieder groß der Verkehr: Die Innstraße am westlichen Stadtrand benutzen viele Autofahrer, die auf der Wolkersdorfer Straße unterwegs sind, als Abkürzung – insbesondere dann, wenn sie am Samstag ihre Wertstoffe zum Recyclinghof an der Industriestraße bringen und nicht durch die Stadt fahren wollen. Im Stadtrat hat Susanne Deckert (Initiative Traunstein) vorgeschlagen, diesen Schleichweg zu unterbinden und die Nutzung der Straße auf die Anlieger zu beschränken. Doch die Straße sei öffentlich – und sie müsse auch so bleiben, entgegnete ihr Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU).


Eine Reihe von Anfragen und Wünschen äußerten die Stadträte in der jüngsten Sitzung. Unter anderem sagte Deckert, dass viele Autofahrer von der Wolkersdorfer auf die Innstraße abbiegen, um die Strecke zum Wertstoffhof der Firma Schaumaier zu verkürzen. Einigen Anliegern sei der Verkehr schon derart ein Dorn im Auge, dass sie Fahrzeuge absichtlich an der Straße stehen lassen, um die Durchfahrt zu erschweren. Deckert regte an, die Nutzung der Innstraße auf die Anlieger zu beschränken.

Hümmer entgegnete ihr, dass sie ein öffentliche Straße sei, die dem Verkehr zur Verfügung steht. Sie sei auf Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen Gesamtgewicht beschränkt, Tempo 30 sei streckenweise angeordnet. Die Stadt könne nicht überall Anliegerstraßen schaffen, sagte Hümmer. Wenn sie die Nutzung der Innstraße auf die Anwohner verringern würde, dann würde der Verkehr in der Umgebung womöglich kollabieren: Der Verkehr wäre dann an anderer Stelle spürbar.

Hans Zillner und Andrea Maier (beide CSU) forderten alle Verkehrsteilnehmer auf, gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen. Zillner erinnerte daran, dass Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer in einem gemeinsamen Boot sitzen. Das Radverkehrskonzept, das die Stadt erstellen lässt, sei gut. Doch wenn eine Erleichterung eintreten soll, dann muss jeder Aggressionen zurücknehmen. Maier regte an, dem Beispiel des Marktes Kaufering zu folgen und Verkehrsschilder aufzustellen, die zum Miteinander im Verkehr auffordern. Hümmer sagte zu, die Anregung aufzunehmen.

Dr. Patrick Nepper (Bündnis 90/Die Grünen) lobte die Stadtverwaltung, dass sie am Rand der Kardinal-Faulhaber-Straße Baumstämme ausgelegt und so ein Parken von Autos in die angrenzende Wiese hinein verhindert habe.

Nils Bödeker (SPD/Die Linke) sagte, dass auf der Traunstorfer Straße schon weitestgehend Tempo 30 gelte. Er regte an, den Lückenschluss zu vollziehen und auch noch im restlichen Teil die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen. Denn die Traunstorfer Straße sei ein »wichtiger Schulweg«. Bödeker sagte auch, dass der »Tag der Vereine« eine »tolle Veranstaltung« gewesen sei. Er sei eine »Super-Plattform« für die Vereine gewesen, sich zu präsentieren. Zu überlegen sei allein, vielleicht einen anderen Termin im Jahr zu wählen. Der Oberbürgermeister entgegnete ihm, dass die Stadt prüfen werde, ob sich Tempo 30 auf der gesamten Traunstorfer Straße darstellen lässt. Die Straßenverkehrsordnung verlange eine »tragfähige rechtliche Begründung« für Tempo 30. Und zur Ansetzung des »Tages der Vereine« meinte Hümmer: »Es wird immer einen geben, der mit einem Termin nicht einverstanden ist.«

Denis Holl (SPD/Die Linke) sagte, dass die Stadt in den vergangenen Wochen hohe Zuschüsse in Aussicht gestellt bekommen habe, und wollte wissen, wofür das Geld bestimmt ist. Hümmer entgegnete ihm, dass Förderungen des Freistaates in einer Gesamthöhe von 590 000 Euro im Raum stehen. Über mehrere Programme habe die Stadt um finanzielle Unterstützung gebeten. »Wir haben einfach alles angemeldet, was wir an Ideen haben«, erklärte der Oberbürgermeister das Vorgehen. Als Ziel gab er aus, »an die Fördertöpfe heranzukommen«. Hümmer: »Die Mittel sind im Staatshaushalt geparkt. Jetzt liegt es an uns, was wir aus diesen Themen machen.«

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) stellte fest, dass der Brunnen und die Häuser am Stadtplatz nicht mehr so beleuchtet seien wie früher. Weiter berichtete sie, mehrere Bürger hätten sich dafür ausgesprochen, dass die Apothekerstiege auch künftig aus Holz bestehen sollte – und damit nicht aus Beton. Und die zweite Bürgermeisterin lobte die Landwirte dafür, dass sie »sehr viele Blühflächen angesät haben«. Ihr Anblick bereite Freude. Hümmer sagte zu, die Beleuchtung am Stadtplatz anzuschauen. Die Planung der Apothekerstiege – die Stadt will sie sanieren – komme in die Gremien. Und er pflichtete seiner Stellvertreterin bei, dass die Blühflächen »sehr schön« seien.

Monika Stockinger (SPD/Die Linke) erinnerte an die Besichtigung des Klärwerks. »Dort wird mit viel Herzblut hervorragende Arbeit geleistet.« Sie wies weiter darauf hin, dass auf dem kleinen Platz am Kniebos die Pflasterung und die Treppe nicht mehr in Ordnung seien – Hümmer sagte zu, die Eigentumsverhältnisse zu erfassen und die Beseitigung der Schäden anzugehen.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) kündigte an, dass am 22. August im Sailer-Keller ein Hoagascht mit den Lindl-Gewinnern stattfinde.

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