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Viele Anfragen bei Online-Bürgerversammlung: Rufbus, Wohnraum und mehr im Brennpunkt

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Traunstein: Viele Anfragen bei Online-Bürgerversammlung – Rufbus, Wohnraum und mehr die Themen
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Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer stellte sich in der Online-Bürgerversammlung den Fragen der Traunsteiner. (Fotos: Pültz)

Traunstein – 40 Anfragen von 20 Bürgern hatten Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Mitarbeiter der Stadtverwaltung am Donnerstagabend in der ersten Online-Bürgerversammlung der Stadt Traunstein zu beantworten. 16 Bürger hatten sich schon im Vorfeld gemeldet, sechs schickten dann E-Mails ins Rathaus, als die Veranstaltung lief. Die Themen, die die Bürger ansprachen, reichten vom Rufbus bis zum Wohnraum.


Gerhard Hübner meinte unter anderem, nach der Ablehnung der Landesgartenschau 2022 entwickelten sich die Bereiche, die für die Austragung vorgesehen waren, »immer mehr zu unansehnlichen Ruinen«.

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Angesprochen auf das Salzmanngelände sagte Hümmer, dass die Steuerungsgruppe, die die Stadt zur Entwicklung dieser Fläche aufgestellt habe, erste Ideen entwickle. Er denke, dass sie die Ergebnisse im ersten oder zweiten Quartal des nächsten Jahres vorstellt.

Was die Daxerau und die dort nach dem Abriss des Tennis- und Squashcenters geplante, umstrittene Bebauung betrifft, sei er, Hümmer, mit beiden Seiten im Gespräch. »Ich spüre den Willen, aufeinander zuzugehen.«

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Die Salzmanninsel kam in der Bürgerversammlung zur Sprache. Pläne für eine Entwicklung der städtischen Fläche sind laut OB Dr. Christian Hümmer im Entstehen.

Walter Kapfelsberger stellte eine Reihe von Anfragen. Auch regte er an, dass die Stadt vom Rufbus weggeht und stattdessen Taxifahrten innerhalb der Stadt Traunstein subventioniert. Hümmer erläuterte, dass sich der Landkreis Traunstein eine Neugestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zum Ziel gesetzt habe.

Wenn er seine Planung verwirklicht habe, dann sei die Stadt Traunstein am Zug. Und der OB ist sicher, dass sie dann an Veränderungen in ihrem Zuständigkeitsbereich gehen werde: »Traunstein wird Anpassungen vornehmen müssen.« Insbesondere was den Rufbus betrifft, so habe der Stadtrat schon damit begonnen, sich über Verbesserungen Gedanken zu machen. Von Überlegungen, nicht mehr den Rufbus, sondern stattdessen Taxifahrten zu bezuschussen, hielt der OB nichts. »Wir wollen Fortschritte machen – und keine Rückschritte.«

Hans Waldherr meinte, dass in vielen Straßenzügen von Traunstein Wohnungen und Häuser zum Teil leer stehen. Seinen Angaben zufolge finden aber junge Familien keine Unterkunft, weil die Angebote zu teuer sind – oder sie bauen ein Haus und verschulden sich extrem.

Der Oberbürgermeister erläuterte, dass die Stadt die Initiative für bezahlbaren Wohnraum ergreifen wolle – und dass sie zu diesem Zweck eine Wohnbaugesellschaft gründe. Die Stadt wolle die Bautätigkeit in Traunstein »in vernünftige Bahnen lenken« – was nicht zuletzt auch bedeute, dass sie Auswärtigen keine Renditeprojekte zur Verfügung stellen wolle.

Leo Sailer hat sich, wie er schrieb, selbstständig gemacht und vom Oberbürgermeister ein Schreiben bekommen. Hümmer habe ihm nicht nur viel Erfolg gewünscht, sondern ihm vor allem auch die Unterstützung durch die Stadt angeboten. »Darüber habe ich mich sehr gefreut und möchte dem Oberbürgermeister in der Bürgerversammlung mein ausdrückliches Lob für sein Engagement für die Traunsteiner Betriebe aussprechen.«

Hans Kösterke erwähnte das Bauvorhaben an der Chiemseestraße. Der Bauträger plane insgesamt 153 Wohnungen in vier Gebäuden. Kösterke bezweifelte, dass die Firma ausreichend Stellplätze nachweisen kann. Hümmer sprach von einem »sehr großen Bauvorhaben« und betonte, dass der Bauträger sehr wohl den an ihn herangetragenen Anforderungen nachkomme. In einer Tiefgarage stelle er 181 unterirdische Stellplätze dar, im Freien weitere zehn oberirdische.

Der Oberbürgermeister erläuterte in diesem Zusammenhang, dass in Wohngebieten mittlerweile ein »hoher Parkdruck« herrsche. Und so habe die Stadt zu diskutieren, ob sie künftig womöglich mehr Parkplätze pro Wohneinheit fordert, oder ob sie in die andere Richtung geht und weniger verlangt. Christian Hümmer: »Wir müssen überlegen, ob wir den Stellplatzschlüssel an die Lebensverhältnisse und an die Realität anpassen.«

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