weather-image
26°

Verzögerungen beim Umbau der Fünferpfanne

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Noch in vollem Gange sind derzeit die Arbeiten an der sogenannten Fünferpfanne. Der Westteil des Gebäudes (rechte Seite) wird voraussichtlich noch heuer fertig, der Ostteil (linke Seite) nur, wenn alles optimal läuft. (Foto: J. Albrecht)
Bildtext einblenden
Ursprünglich gehörte zur Fünferpfanne auch noch ein großer Kamin, wie dieses Bild aus dem Jahr 1915 zeigt. Dieser wurde 1919 gesprengt. (Foto: Stadtarchiv Traunstein)

Traunstein – Zwei große Bauprojekte fallen derzeit an der östlichen Stadteinfahrt von Traunstein entlang der Salinenstraße auf: der geplante Salinenpark und der Umbau der sogenannten Fünferpfanne.


Während beim Bau des neuen Parks auf dem Gelände der ehemaligen Franz-Eyrich-Halle alles nach Plan läuft, kommt es bei der Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Fünferpfanne zu Verzögerungen. Eigentlich hätten dort bis zum Spätherbst 19 Wohnungen entstehen sollen.

Anzeige

Wir haben mit Peter Dörr von der Peter Dörr Stadthaus Bau- und Sanierungs-GmbH aus Wasserburg über den aktuellen Baustand gesprochen. Das Unternehmen ist auf den Umbau von denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiert und hat zwischen 2012 und 2014 in Traunstein auch schon das Alte Kurhaus am Klosterberg saniert und dort hochwertige Wohnungen geschaffen. Dörr bestätigt auf unsere Anfrage, dass es bei der Sanierung der Fünferpfanne zu Verzögerungen gekommen ist. So waren unter anderem die Gründungsmaßnahmen (Fundamentverstärkungen) und statische Verstärkungen (zum Beispiel bei den Deckenbalken) aufwändiger als ursprünglich vermutet. »Die Wohnungen im Ostteil werden mit relativ großer Sicherheit zum Jahresende fertig, im Westteil nur, wenn es absolut optimal läuft«, erklärt er.

Probleme aufgrund des Denkmalschutzes habe es hingegen kaum gegeben. Dörr lobt vielmehr die Zusammenarbeit mit der Stadt Traunstein und dem Landratsamt, was dessen Einhaltung betrifft. »Es wurde im Vorfeld in einem konstruktiven Dialog ein differenziertes, denkmalpflegerisches Maßnahmenkonzept entwickelt, das nun Schritt für Schritt umgesetzt wird. Wir haben in diesem Prozess viele wertvolle und zielführende Hinweise vom Denkmalamt erhalten, die manchmal in der Umsetzung einen gewissen wirtschaftlichen Mehraufwand verursachen, aber zu nachhaltigeren und wertigeren Lösungen geführt haben.« Dörr sieht aber auch einen kleinen Schwachpunkt: »Es ist manchmal bei notwendigen Detailabstimmungen nicht ganz einfach, kurzfristig eine Klärung oder einen Ortstermin zu bekommen.«

Wie Dörr weiter erklärt, wird die Fünferpfanne abschnittsweise saniert, »weil dieses von den Planern und den beteiligten Baufirmen als die sinnhafteste und effizienteste Bauablauf-Planung erachtet wird«. Daher scheint die Ostseite des Gebäudes inzwischen auch schon bezugsfertiger zu sein als die Westseite, wo das Gebäude einem Rohbau gleicht. »Seit Monaten sind nun alle relevanten Gewerke zu Gange: restliche Rohbauarbeiten, Sanitär- und Elektrorohinstallation, Zimmererarbeiten, Fenstereinbau, Dachdecker, Klempnerarbeiten, Wärmedämmung außen und so weiter.«

Noch in seiner Ursprungsform erhalten ist der Salzmühlstadel, in dem künftig Abstellräume für die Bewohner entstehen sollen, da die Fünferpfanne nicht unterkellert ist. »Nach der nun bevorstehenden Klärung verbliebener Detailfragen soll die Sanierung im September beginnen«, erklärt Dörr. Mit einer Gesamtfertigstellung des Gebäudes inklusive der Außenanlagen rechnet er im kommenden Frühjahr.

Die Fünferpfanne hat in Traunstein große historische Bedeutung. Sie wurde 1870 als Salzsiedehaus errichtet und bis 1912 auch als solches genutzt. Mit dem Ende der Salzherstellung wurden die Produktionshallen während des Ersten Weltkriegs als Gefangenenlager umfunktioniert. Bis zu 1000 Menschen waren dort inhaftiert. Der Stammmannschaft des Lagers gehörte damals auch der noch unbekannte Gefreite Adolf Hitler an. Nach dem Krieg wurde die Fünferpfanne überwiegend als Wohngebäude genutzt, zuletzt zum Beispiel als Obdachlosenunterkunft der Stadt Traunstein. jar