Versammlung des Zweckverbands Heimat.Chiemgau: Wohnraum in TS und Ruhpolding geplant

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Das künftige Wohngebäude des Campus Chiemgau ist auf der Grafik links (in grüner Farbe) zu sehen.

Traunstein – Seit etwa dreieinhalb Jahren gibt es den »Zweckverband Heimat.Chiemgau« des Landkreises Traunstein. Hauptziel ist, im Kreisgebiet zentral und dezentral langfristig preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Bei der Verbandsversammlung am Freitag informierte Martin Aschauer vom Sachgebiet Hochbau im Landratsamt über schon begonnene und geplante Projekte.


Derzeit laufen in Traunstein die Projekte »Personalwohnen Kaserne Traunstein« für Klinikmitarbeiter und »Campus Wohnen« im Rahmen des Campus Chiemgau nahe des Bahnhofs. Ein weiteres Objekt entsteht in Palling im Bereich des ehemaligen Altenheims nach dem Umzug der Einrichtung in den Neubau im nächsten Jahr. In Schnaitsee und Ruhpolding sollen Mehrfamilienhäuser samt Tiefgaragen realisiert werden. Mit einigen Gemeinden wie Tittmoning, Traunreut und Obing gibt es nach Verbandsgeschäftsführer Lothar Wagner »Gespräche zu Projekten noch in mittlerer Zukunft«.

Neben dem bestehenden Wohnheim für Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern AG am Gewerbepark Kaserne hat der Zweckver­band Heimat.Chiemgau nach Worten Aschauers ein entsprechendes Areal von der Krankenhausgesellschaft erworben. Für den ersten Bauabschnitt mit 48 Wohneinheiten und 16 Stellplätzen in der Tiefgarage wird dort Anfang 2022 die Baugrube ausgehoben. Die Gräben für Grundleitungen sind bereits wieder verfüllt. Die Aufträge für die Gewerke Rohbau, Erdbau, Erdung, Spezialtiefbau und Aufzug sind vergeben – mit einem Volumen von über 2,61 Millionen Euro. Die Kostenberechnung ist damit derzeit um 236 300 Euro unterschritten. Das wird womöglich nicht so bleiben, könnten doch andere Gewerke höhere Kosten als angesetzt verursachen, betonte der Hochbauchef. Viele heimische Firmen hätten Interesse an Aufträgen gezeigt. Aktuell laufe eine Machbarkeitsstudie für den zweiten Bauabschnitt mit 38 Appartements von jeweils 35 Quadratmetern Größe und 54 Tiefgaragenstellplätzen. Demnächst starte die Suche nach einem Planer für das Projekt.

»Campus Wohnen« ist der Arbeitstitel für den Gebäudekomplex am »Campus Chiemgau« mit Wohnungen für 80 Personen. Die Baukosten bezifferte Martin Aschauer mit rund zwölf Millionen Euro. Das Projekt befinde sich zurzeit im Stadium der Vorentwurfsplanung. Mit der Stadt stehe man in engem Kontakt. Bislang sei die Resonanz überall sehr gut.

Voraussichtlich im Mai 2022 werde das Altenheim in Palling in den Neubau umziehen, fuhr der Referent fort. Ab dann stehe das bisherige, gut 6300 Quadratmeter große, Grundstück für eine neue Bebauung zur Verfügung, meinte Aschauer. Die Machbarkeitsstudie laufe: »Wir sind in konkreten Gesprächen mit der Gemeinde Palling.« Nächster Schritt werde ein Bebauungsplan sein. Angedacht seien vier Mehrfamilienhäuser mit zwei bis drei Geschoßen plus Dachgeschoß für circa 46 Wohneinheiten, dazu eine Tiefgarage mit 81 Stellplätzen und etwa elf oberirdische Stellplätze. Landrat Siegfried Walch ergänzte, ein Teil der Wohneinheiten im vorderen Segment des Areals solle preisgebunden sein. Ein anderer Teil könne eventuell als »Mietkaufmodell« verwirklicht werden. Damit könnten Familien ohne Baugrundstück »Schritt für Schritt Eigentum schaffen«.

Verbandsrat Johann Schild, SPDplus, sagte, in Fridolfing habe man mit Mietkaufprojekten sehr gute Erfahrungen gemacht. Er regte an, für Eigentümer bei Weitervermietung eine Mietpreisbindung unterzubringen. Landrat Siegfried Walch sagte, dafür sei die kreiseigene Wohnbaugesellschaft zuständig.

In Schnaitsee, so Martin Aschauer weiter, sei auf dem fraglichen Areal wegen des rechtskräftigen Bebauungsplans schon Baurecht vorhanden. Möglich seien zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 20 Wohneinheiten und Tiefgarage. Derzeit liefen Gespräche mit der Gemeinde. Auch hier folge die Suche eines Planers. In der Gemeinde Ruhpolding gehe es um ein Gebäude mit neun Wohneinheiten mit Option auf einen zweiten Bauabschnitt mit zwölf Wohneinheiten und Tiefgarage. Der Entwurf des neuen Bebauungsplans liegt nach Aschauer schon vor. Man befinde sich in Gesprächen mit der Gemeinde. Folgeschritt sei dann eine Machbarkeitsstudie.

Der am Freitag – mit den Stimmen aller Verbandsräte bei einer Enthaltung – neu gewählte, stellvertretende Verbandsvorsitzende Thomas Kamm, FW/UW, erkundigte sich nach dem vorgesehenen »Wohnungsmix«. In Traunstein würden eher Einzimmerwohnungen benötigt, erwiderte Martin Aschauer. In den anderen Kommunen seien größere Wohneinheiten geplant. Die Wohnungsgrößen würden mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt. Abschließend stellte Landrat Walch fest: »Bezahlbarer sozialer Wohnraum ist ein Mittel, das angesichts der Wohnungsnot am meisten hilft. Und der Flächenverbrauch wird nicht so hoch. Die jetzigen Projekte bringen richtig Wohnraum.« – Ein weiterer Bericht über das Treffen folgt.

kd

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