weather-image
16°

Vergabe von Grundstücken in Traunstorf im Spätsommer

4.7
4.7
Traunstein: Vergabe von Grundstücken in Traunstorf im Spätsommer
Bildtext einblenden
Ein neues Baugebiet schafft die Stadt Traunstein nördlich der Traunstorfer Straße (im Vordergrund). (Foto: Pültz)

Traunstein – Wer ein Grundstück in Traunstorf kaufen und sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen will, muss sich noch gedulden. Die Ausweisung des neuen Baugebiets mit insgesamt 40 Parzellen zieht sich in die Länge. Der Grund: Untersuchungen haben zutage gefördert, dass die Vorkehrungen, die die Stadt bis dato zur Oberflächenentwässerung angedacht hatte, nicht ausreichen. Die Folge: Sie hat die Planung noch einmal verändern müssen. Die Stadt hoffe nun, wie Eva Schneider in Vertretung von Pressesprecherin Carola Westermeier auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilte, dass das Baugebiet im Spätsommer ausgewiesen ist – und dass dann die Vergabe der Grundstücke erfolgt.


»Das Verfahren hat sich«, wie Schneider bestätigt, »wegen der nicht vorhersehbaren Oberflächenwasserproblematik erheblich verzögert.« In seinem vollen Ausmaß sei der Aufwand, der zur Beseitigung des Regenwassers betrieben werden muss, erst durch die Gutachten, die die Stadt erstellen lässt, in Erscheinung getreten. Im Rahmen dieser Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass »zahlreiche Maßnahmen« – und damit einige mehr, als geplant worden waren – erforderlich sind, um eine Beeinträchtigung der Häuser ausschließen zu können.

Anzeige

Das »Oberflächenwasser« ist – im Gegensatz zum unterirdischen Grundwasser – das Wasser, das an der Erdoberfläche auftritt. Insbesondere ist damit auch der Niederschlag gemeint, der vom Himmel fällt. Das Oberflächenwasser zu beseitigen, erfordert gerade in Traunstorf besondere Anstrengungen, weil das neue Baugebiet nach Angaben von Schneider an der tiefsten Stelle eines größeren Bereiches liegt.

Verfahren läuft seit über zwei Jahren

Im Lauf der Untersuchungen, die noch nicht abgeschlossen sind, habe sich herausgestellt, so Schneider, dass – wie bis dato angenommen – ein Sickerbecken nicht ausreicht, sondern dass die Stadt vielmehr auch noch ein zweites schaffen muss. Außerdem habe man die Kanalquerschnitte und Ableitungen verändern müssen.

Die Ausweisung des Baugebiets läuft bereits seit über zwei Jahren. Schon Ende 2016 hatte der Stadtrat beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen. Einen Entwurf billigte er dann im vergangenen Jahr, mit dem Plan ging er in die öffentliche Auslegung. Behörden und Bürger äußerten damals laut Schneider keine grundlegenden Bedenken. Dann aber kamen die Gutachter – und die Stadt musste die Planung in Sachen Oberflächenentwässerung noch einmal nachbessern. Der Architekt überarbeitete den Entwurf, der Stadtrat billigte die neue Version – und wieder erhalten nun die Bürger und Behörden die Möglichkeit, sich zu äußern. »Die Auslegung erfolgt in den nächsten Wochen«, so Schneider.

Einige Änderungen in der Planung ergeben sich. Neben einem zweiten Sickerbecken ist nun laut Schneider unter anderem auch eine Parzelle an einer Stelle weggefallen, eine neue jedoch an anderer Stelle hinzugekommen. Die Zahl 40 steht ihren Angaben zufolge also nach wie vor. Und auch etwas ganz anderes ist jetzt vorgesehen: Geplant hat die Stadt nun auch die Anlage eines Spielplatzes.

Das neue Baugebiet umfasst eine Fläche von 28 Hektar. Unabhängig von der Ausweisung des Baugebiets hat sich die Stadt bereits 60 Prozent der Fläche gesichert. Laut Schneider hat sie schon Verträge mit den bisherigen Grundstückseigentümern geschlossen. Noch nicht festgelegt worden sei hingegen, welche Baugrundstücke im Einzelnen die Stadt zur Abgabe an die Bürger bekommt. »Der Vertrag über die Parzellenzuteilung fehlt noch«, so Schneider.

Geplant waren ursprünglich 40 Bauparzellen: 25 in einer Größe von 360 bis 390 Quadratmeter für den Bau von Kettenhäusern sowie 15 in einer Größe von 470 bis 600 Quadratmeter für den Bau von 14 Einfamilienhäusern und einem Doppelhaus. Diese Zielsetzung verfolgt die Stadt nach wie vor – auch wenn eine Parzelle wegfiel und eine hinzukam.

Der eine Teil der Parzellen verbleibt – aufgewertet zum Bauland – in privatem Besitz. Die Eigentümer können die Grundstücke selbst nutzen oder verkaufen. Über den anderen Teil verfügt die Stadt. Und sie will ihre Grundstücke dann im Rahmen des sogenannten Ansiedlungsmodells – der Vorläufer war das Einheimischenmodell – zu günstigeren als den auf dem Markt üblichen Preisen an die Bürger verkaufen. Doch bis zur Vergabe müssen sich die Interessenten noch ein Stück weit in Geduld üben. pü

Blattl Sonntag Traunstein