Verendetes Reh nach Kollision zur Polizei gefahren

Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen
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Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Traunstein – Ein 58-jähriger Traunreuter war in den frühen Morgenstunden des 11. Mai mit seinem Auto mit einem Reh kollidiert. Der Mann hatte das bereits verendete Tier im Anschluss kurzerhand in den Kofferraum seines Fahrzeuges geladen, um es wenig später bei der Polizei in Traunstein abzugeben.


Auch wenn die Intention des Traunreuters ausschließlich vom Hilfegedanken geprägt gewesen war, so sollte die schlussendliche Umsetzung des Gedankens aus polizeilicher Sicht nicht zur Nachahmung animieren. Entsprechend wird seitens der Polizeiinspektion Traunstein an geltende Verhaltensregeln nach einem Verkehrsunfall mit einem Wildtier erinnert:

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Bleibt das Wild als Hindernis auf der Straße liegen, so obliegt es in erster Linie dem Unfallverursacher das Tier von der Fahrbahn zu schaffen, bzw. das Hindernis kenntlich zu machen oder aber die Beseitigung über die zuständigen Stellen zu veranlassen. In jedem Falle hat der verursachende Autofahrer aber rechtlich dafür einzustehen, dass kein anderer Unfall durch das liegengebliebene Wild eintritt.

Entfernt sich der Verursacher von der Unfallstelle und lässt das getötete oder verletzte Wild auf der Fahrbahn liegen, läuft er Gefahr die Sicherheit des Straßenverkehrs zu beeinträchtigen. Das hat neben einem möglichen Vergehen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, unter Umständen auch einen Verstoß nach dem Tierschutzgesetz zur Folge. 

Wird das verletzte oder verendete Tier von einer unberechtigten Person von der Unfallstelle mitgenommen, so kämen ferner Jagdwilderei oder Diebstahl als denkbare Delikte in Betracht.

Aus polizeilicher Sicht empfiehlt es sich immer, unverzüglich die nächste Polizeidienststelle bzw. den zuständigen Jagdausübungsberechtigten zu verständigen. Nur so kann letztendlich den gesetzlichen Vorgaben und den bestehenden Verständigungspflichten ausreichend Rechnung getragen werden.

fb/red

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