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Verdreckte Containerstandorte im Landkreis bleiben Dauer-Ärgernis

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Traunstein: Verdreckte Containerstandorte im Landkreis bleiben Dauer-Ärgernis
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Wenn Containerstandorte trotz Warnschildern dauerhaft so aussehen wie auf unserem Bild, neigen Kommunen dazu, diese zu schließen. Insofern haben es die Verbraucher selbst in der Hand, ihren Teil dazu beizutragen, dass das nicht nötig wird.

Traunstein – Es ist ein immer wiederkehrendes Ärgernis, das der Umweltausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung thematisierte: hoffnungslos überfüllte Wertstoffcontainer mit entsprechend verunreinigter Umgebung. »Die Vermüllung ist ein Riesenproblem«, sagte dazu Astrid Steinkirchner, Leiterin des Sachgebiets Abfallwirtschaft im Landratsamt.


Willi Geistanger (Bündnis 90/Die Grünen) aus Siegsdorf hatte das Thema am Rande der Sitzung angestoßen. Er werde immer wieder von Bürgern angesprochen, die nicht mehr so mobil seien, dass die Containerstandorte immer weiter ausgedünnt würden.

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»Das Problem hat leider stark zugenommen«

Es gebe hier praktisch Dauerbeschwerden, so Steinkirchner dazu. Hinweisschilder, um dem Ganzen entgegenzuwirken, würden leider missachtet. Aber da müsse man die Kommunen verstehen: »Die Container stehen ja meistens auf Gemeindegrund. Und das Problem der Vermüllung hat leider stark zugenommen. Und wenn dann eine Kommune beschließt, 'jetzt reicht's', und den Standort schließt, dann ist das halt so.« Natürlich sei das nicht schön, wenn Containerstandorte geschlossen würden, »aber wenn's nicht anders geht ...«.

Seit 2017 wurden nach Informationen des Landratsamts sieben Standorte aufgelöst – drei in Traunstein, zwei in Traunreut und je einer in Grassau und Palling. Für neue Containerstandorte sei der Landkreis aber selbstverständlich offen, hieß es. Ein anderes Problem sprach Andreas Danzer (FW/UW) aus Grabenstätt an: »Ich habe eine große Bitte: Wir hatten in der letzten Zeit drei abgemeldete Autos und einen Wohnwagen in Grabenstätt an der Autobahn stehen. Kann man die nicht eher entsorgen? Im letzten Fall hat das acht Monate gedauert.«

Dazu sagte Abteilungsleiter Lothar Wagner: »Das ist halt rechtlich sehr schwierig. Erstmal müssen wir den jeweiligen Fahrzeughalter ermitteln. Und dann gehört das Fahrzeug ja jemandem. Aber wir sind da gerade dran, eine rechtlich wasserdichte Lösung auszuarbeiten.«

Irmgard Siglreithmeier (CSU) aus Traunreut fragte, warum der eine Verbraucher für die Papierabfuhr bezahlen müsse, der andere nicht. Dazu sagte Steinkirchner, das Problem sei, dass die Preise für Altpapier in den Keller gestürzt seien. Deshalb habe die Firma Veolia eine Gebühr für die Abfuhr festgesetzt, die anderen drei Entsorger bisher nicht. »Sie können gern bei den anderen Anbietern fragen, ob vielleicht jemand Ihre Papiertonne leert«, riet Steinkirchner.

Zu Siglreithmeiers zweiter Frage, wie sich Corona auf die Wertstoffhöfe im Landkreis ausgewirkt habe, antwortete sie, die Restmüllmenge sei gewaltig angewachsen. Genaueres werde aber erst die Bilanz für das ganze Jahr ergeben. In ihrem Bericht über die aktuelle Situation berichtete Steinkirchner von einer leicht erhöhten Restmüllmenge im Jahr 2019 von 26.845 Tonnen – bei weiter steigenden Einwohnerzahlen.

Das entspreche bei einem Einwohnerstand von 177.319 zum Jahresende einem Pro-Kopf-Anteil von 151,39 Kilogramm. Auch dieser sei gegenüber 2018 zwar leicht gestiegen, liege aber immer noch unter dem oberbayerischen Durchschnitt, so Steinkirchner.

Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis 34 Wertstoffhöfe, darunter 26 kommunal betriebene und acht privat betriebene. Steinkirchner verwies aus Anlass der jüngsten Corona-Fallzahlen-Entwicklung darauf, dass auf Wertstoffhöfen derzeit höchstens fünf Personen gleichzeitig ihre Wertstoffe entsorgen dürfen – und nur mit Mund-Nasen-Schutz. Zudem solle man unbedingt einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten und auf persönlichen Kontakt verzichten. Und: »Bitte minimieren Sie die Aufenthaltsdauer am Wertstoffhof!«

In ihrer Abfallbilanz verwies Steinkirchner unter anderem auf die Angebote ihrer Abteilung für den Bürger. So werde der Abfallkalender in gedruckter Form verschickt, sei aber ebenso wie zahlreiche weitere Informationen auch auf der Internetseite des Landkreises individuell zusammenstell- und ausdruckbar.

Abfall-App informiert über aktuelle Änderungen

Gut angenommen werde inzwischen auch die Abfall-App des Landkreises. »Die ist vor allem auch praktisch für aktuelle Änderungen, wenn zum Beispiel das Müllfahrzeug eine Panne hatte, und Sie wissen wollen, wann denn jetzt Ihr Müll geholt wird«, so Steinkirchner. Die App erinnere an die Abfuhr von Hausmüll- und Biotonne sowie Papiertonne inklusive Feiertagsverschiebungen, melde Standorte und Öffnungszeiten, informiere über Abfalltrennung, den Tausch- und Verschenkmarkt.

Ab Mittwoch ist auch wieder das Giftmobil des Landkreises unterwegs. Gesammelt werden Lacke, Lugen, Säuren. Pflanzenschutzmittel, Chemikalien, Altöl in geringen Mengen, Brems- und Kühlflüssigkeiten. coho

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