weather-image
22°

Unfallambulanz und Schulbauten eingeweiht

4.7
4.7
Bildtext einblenden
Aus Deutschland geschickte medizinische Technik wird hier entladen.

Traunstein – Durch die Arbeit des Traunsteiner Aktionskreises Ostafrika (AKO) sind in den vergangenen 25 Jahren Perspektiven geschaffen worden, die es der lokalen Bevölkerung ermöglichen, in ihrer Heimat zu bleiben: durch die Förderung von Bildung, den Aufbau von Trinkwasser- und Stromversorgungen, Schulen, Kindergärten, Kleinkrankenstationen und die damit verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen. AKO-Vorstand Hans Siemer war wieder einen Monat organisierend vor Ort und hat erleben dürfen, wie eine ganze Reihe von Projekten fertiggestellt und eröffnet wurde.


Ein aktuelles Projekt ist der Neubau einer Unfallambulanz am Kibosho-Hospital. Die 1936 gebaute Ambulanz war dem rasant wachsenden Bedarf längst nicht mehr gerecht geworden. Auf Bitten des Trägers, der katholischen Diözese Moshi, übernahm der AKO 2014 die Planung und den Bau einer für tansanische Verhältnisse modernen Unfallambulanz. In der Zeit von Januar bis Ende März ist die Notaufnahme inklusive der Außenanlagen und Straßen weitgehend fertiggestellt worden. Eine Delegation des tansanischen Gesundheitsministeriums überzeugte sich von der Leistung des AKO. Vorstand Siemer führte die Abordnung durch das mehrstöckige Gebäude mit 1440 Quadratmetern Geschoßfläche, in dem jeder Flur barrierefrei erreichbar ist. Begeisterung rief die im Obergeschoß untergebrachte Lehrwerkstatt zur Ausbildung der in Tansania dringend benötigten Medizintechniker hervor. Vom AKO und der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) finanziert, vermittelt jetzt ein deutscher Medizintechniker längerfristig den ersten Lehrlingen die nötigen Reparaturkenntnisse.

Anzeige

Der Vertreter des Gesundheitsministeriums sagte dem AKO Unterstützung bei den Registrierungen deutscher Ärzte im Medical Council of Tanganyika und der damit verbundenen Arbeitserlaubnis zu. So sind bereits für Juni und Juli die ersten freiwilligen OP-Einsätze in orthopädischer und plastischer Chirurgie fest eingetragen. Auch hier steht allem voran die Fortbildung einheimischer Ärzte. Durch AKO-Stipendien finanziert konnten Ende Februar wieder fünf Studenten ihre medizinische Ausbildung in der wachsenden Krankenschwesternschule Kibosho abschließen und ihre Arbeit im Hospital beginnen.

Im ersten Quartal 2019 wurde nicht nur der Neubau des abgebrannten Mädchenwohnhauses der Leguruki-Handwerkerschule fertiggestellt, sondern auch der erste Bauabschnitt der Grundschule Singa Chini fertig und feierlich zusammen mit der ganzen Kommune eingeweiht. Das vom AKO finanzierte Projekt ermöglicht es, die Schülerzahl von knapp 90 auf unter 60 Schüler pro Klasse zu reduzieren. Neue hygienische Toiletten für etwa 400 Schüler wurden an das vom AKO gebaute Singa-Wasserleitungsnetz angebunden. Auch eine Küche mit Speiseraum wurde errichtet. Die Projektleitung und Geldbeschaffung übernahmen AKO-Mitglieder aus Eckernförde. Vier weitere Klassenräume, die laut Siemer in erbärmlichem Zustand sind, sollen im nächsten Jahr renoviert und ausgestattet werden.

Zwei Brücken über den Fluss Karanga zur Schule waren in den vergangenen Jahren vom Hochwasser mitgerissen worden. So kommen heute während der Regenzeiten die Schüler auf der Westseite des Karanga kaum oder gar nicht in die Schule, da ein Umweg von mehreren Kilometern auch von den Kleinsten bewältigt werden muss. Deshalb wurde mit der Planung für eine hochwasserfreie Brücke begonnen, ähnlich der bereits vom AKO gebauten Fußgängerbrücke in Kibosho. Eine Zusage für den Bau dieser wichtigen Wegverbindung konnte Siemer noch nicht geben; dafür müssen erst die erforderlichen Spenden gesammelt werden. he