Umbaumaßnahmen am Martin-Luther-Platz beendet: »Ein wahrhaftiger Festtag«

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Regionalbischof Christian Kopp im Gespräch mit Dekan Peter Betram. (Foto: P. Mix)

Traunstein – Mehrere Jahre zogen sich Planung und Durchführung der Umbau- und Sanierungsarbeiten rund um den Martin-Luther-Platz hin. »Für Kirchengemeinde wie Dekanat ist heute ein wahrhaftiger Festtag«, betonte Dekan Peter Bertram, als jetzt die Einweihungsfeier stattfand und Regionalbischof Christian Kopp die Räume und die darin arbeitenden Menschen segnete.


Gefeiert wurde der Abschluss der Sanierung und Neugestaltung der Gemeinderäume, der Außenanlagen am Martin-Luther-Platz sowie der neu gestalteten Räumlichkeiten von Kirchengemeinde und Dekanat. Regionalbischof Christian Kopp ging auf das Bibelzitat ein »den seinen gibt’s der Herr im Schlaf«. Der Traunsteiner Kirchengemeinde sei allerdings nichts geschenkt, sondern hier sei vielmehr in den letzten Jahren viel harte Arbeit geleistet worden. Den neu geschaffenen Campus nannte er einen »städtebaulich besonderen Ort«, an dem alle Bereiche einschließlich Diakonie, Dekanat, Kirchengemeinde, Verwaltung, Jugend, Schulreferat und andere mehr vereint sind. Er wünsche sich, dass hier die Menschen christliche Kirche und Diakonie »at it's best« erleben können und erteilte dem ganzen Ensemble einschließlich der Menschen darin den Segen.

Bereits 2013 war der Start für eine neues Gebäudekonzept für die evangelische Kirche und das Dekanat Traunstein. Das Pfarrhaus an der Fritz-Bechtold-Straße sollte aufgegeben und das Dekanats-Pfarramt an der Crailsheimstraße saniert werden. Letzteres war damals in einem »wenig ansprechenden und repräsentativen Zustand«, wie es Dekan Peter Bertram vorsichtig ausdrückte. Der Besuch von Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner im Jahr 2015 sollte dann wegweisend für das ganze Projekt werden, da er den dringenden Handlungsbedarf bestätigte und große Unterstützung in Aussicht stellte. Jahre der Überlegungen und Planungen, auch mittels Workshops, folgten, Besitzverhältnisse waren zu klären. Zur großen Freude der Kirchengemeinde folgte der Stadtrat 2017 ihrem Antrag auf Umbenennung der Crailsheimstraße 8, 8a und 10 in Martin-Luther-Platz 2, 4 und 6. Diese Umbenennung war der Beginn einer größeren Umgestaltung des Geländes der Kirchengemeinde. Unter Federführung des Architekturbüros Leitenbacher und der Landschaftsarchitekten »die Grille« wurde ein Sanierungskonzept erstellt. Im Oktober 2019 begann dann die aktive Bauphase, die sich bis vor kurzem hinzog. Die Maßnahme wurde laut Kostenberechnung von 2018 mit einer Summe von 2.414.000 Euro genehmigt. Die derzeitige Prognose der Baukosten liegt bei circa 2.816.000 Euro. Die Mehrkosten resultieren aus anfallenden Maßnahmen, die sich während der Bauzeit herausstellten. Unter anderem wurden eine Kanalsanierung und Brandschutzerneuerung notwendig und zwei Wasserschäden verursachten Mehraufwand und -kosten.

Peter Bertram zeigte sich stolz und froh über die jetzt gefeierte Vollendung: »Es wurde ein Raum für die Kirchengemeinde um die denkmalgeschützte Kirche geschaffen.« Hier solle jeder von Jung bis Alt Raum und Angebot finden. Der Martin-Luther-Platz wurde durch den Umbau zu einem Platz der Begegnung ganz im Sinne des landeskirchlichen Zukunftsprozesses, laut dem sich die Kirchengemeinden fit für die Zukunft machen und Platz und Raum für Begegnungen schaffen sollten. Nah beieinander finden sich nun alle Einrichtungen des Dekanats und der Diakonie.

Architektin Gertrud Leitenbacher ging kurz auf die Arbeiten ein. Die Aufgabe habe gelautet: »Einen Campus schaffen, der dem Namen Martin-Luther-Platz gerecht wird.« Die alte Villa, in der sich das Pfarrbüro und viele weitere Nutzungsmöglichkeiten befinden, wurde so saniert, dass die alte Struktur wieder aufleben konnte und helle, freundliche Arbeitsplätze entstanden. Auch der Gemeindesaal wurde optimiert. Die Landschaftsarchitekten Hannes Krauss und Harry Dobrzanski hatten den Auftrag, Teilräume zu einem Ensemble zusammenzuführen im Sinne der Begegnungsstätte. Sie nutzten als zentrales Element Pflaster verschiedener Arten, erhielten einen großen Ahorn und eine Buche im Bestand und pflanzten zwei neue junge Bäume als Ersatz für die bisherigen, die aufgrund von Kernfäule entfernt werden mussten.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer gratulierte zum sehr gelungenen Projekt und betonte, dass die evangelische Kirche nicht nur räumlich mitten in der Stadt angesiedelt sei, sondern auch »mitten in der Gesellschaft«. Die gelebte Ökumene sei eine Bereicherung für alle, zeige neue Perspektiven auf.

Vertrauensmann Wolfgang Grothe freute sich, dass »endlich« die Jahre der Planung sowie die Bauphase vorüber sind und die Einweihung stattfinden konnte. Er dankte allen für die große Geduld, den Nachbarn und vor allem den Mitarbeitern, die lange Zeit beengt arbeiten und Baulärm ertragen mussten. Susanne Hansen aus dem Pfarrbüro trug ein Gedicht vor, in dem die Bauzeit und damit verbundene Widrigkeiten auf humorvolle Art und Weise zusammengefasst wurden. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Posaunenchor unter Leitung von Matthias Bertelshofer.

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