Trotz Pandemie weiter ganz eng für die Patienten da sein: »Gemeinsam gegen den Krebs e.V.« in neuen Räumen in Traunstein

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Hell und freundlich ist es in den neuen Räumen des Vereins »Gemeinsam gegen den Krebs e.V.« am Ende des Traunsteiner Stadtplatzes.

Traunstein – Trotz Covid-19, vor kaum einer anderen Erkrankung haben Menschen in Deutschland mehr Angst als vor der eines bösartigen Tumors. Die Diagnose ist oft ein Schock. Auch wenn die moderne Krebsmedizin heutzutage oftmals hervorragende Behandlungsergebnisse vorweisen kann, kommen Information, Kommunikation und Zuwendung für die Patienten und ihre Angehörigen häufig zu kurz. Der Kostendruck im stationären und ambulanten Gesundheitssektor lässt der Zuwendung zu den psychosozialen Problemen meist keinen Raum. 


Der im Jahr 2017 gegründete gemeinnützige Verein »Gemeinsam gegen den Krebs e.V.«, hat sich zum Ziel gesetzt, sich um die psychosozialen Probleme der Krebspatienten und ihrer Angehörigen in der Region zu kümmern. Ob psychoonkologische Krisenintervention, Musiktherapie, Ernährungs- und Sozialberatung oder Familien- und Kindersprechstunde: Mittlerweile hat der Verein mit seinen fünf angestellten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein umfangreiches Programm etabliert, auf das auch 2021 wieder viele Menschen zurückgegriffen haben.

Und das ist von nun an auch mitten »im Herzen« von Traunstein möglich. Direkt unterhalb des Jacklturms am Kniebos 3 hat der Verein nun sein eigenes Büro eröffnet. Mit Blick auf das Ettendorfer Kircherl können hier, in zentraler barrierefreier Lage, Beratungen durchgeführt und Projekte entwickelt werden. »Wir haben lange gesucht, um die perfekten Räumlichkeiten für unseren Verein zu finden, nun haben wir sie«, so der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Dirk Zaak. Hell und freundlich ist es hier.

Bilder der Künstlerin und Mitglied des Vereinsvorstands Michaela Dreier sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Zeitlos und gemütlich ist die Einrichtung. »Alle fühlen sich wohl hier, ob die Patienten, die Kinder in der Familiensprechstunde oder wir, einfach toll«, freut sich Dr. Marion Böger. Die Ärztin hat bereits die Familiensprechstunde des Psycho-Onkologischen Dienstes am Universitätsklinikum Regensburg aufgebaut. Im Chiemgau hat sie in den letzten vier Jahren nun an die Hundert Familien beraten und unterstützt. In Einzel- und Familiengesprächen werden altersgerecht die Fragen der Kinder zur Krankheit und Behandlung ihrer Eltern beantwortet. Die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihre seelischen Nöte in Gesprächen oder künstlerisch auszudrücken, ohne Rücksicht auf die Sorgen ihrer Eltern nehmen zu müssen.

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Eine angenehme Atmosphäre herrscht in den in warmen Farben sowie mit Holz und Bildern gestalteten Räumen.

Eine professionelle empathische Betreuung, entsprechende Räumlichkeiten und viel Zeit sind die Grundvoraussetzungen für dieses Projekt. Die Kosten belaufen sich alleine hierfür auf mehr als 14.000 Euro im Jahr, die der Verein durch Spenden finanziert. In diesem Jahr wurde das Projekt nun erstmals von den »Sternstunden e.V.« des Bayerischen Rundfunks unterstützt. »Das hilft uns natürlich sehr, denn die Pandemie schränkt natürlich auch unsere Spendenakquise massiv ein«, betont Dr. Florian Zettl, Schatzmeister des Vereins. Veranstaltungen, Charity-Events und vieles mehr seien nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich.

»Umso mehr freut es uns und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit, dass verschiedene Unternehmen in der Region unsere Projekte und unseren Umzug in die neuen Räumlichkeiten unterstützt haben, denn der jährliche Finanzierungsbedarf des Vereins ist mittlerweile auf mehr als 50 000 Euro angestiegen«, bekräftigt der 2. Vorsitzende Reinhold Frank. Unterstützen kann aber jeder, auch mit einer noch so kleinen Spende, den Verein, seine vielfältigen Aktivitäten oder speziell die Familien- und Kindersprechstunde von Dr. Marion Böger, damit auch 2022 Patienten, Angehörige und Kinder weiterhin gut betreut werden.

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