Bildtext einblenden
Durch das Programm führten (von links): Gesundheitspädagogin und Qigong-Lehrerin Susan Engmann, der neue Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands Kai Wagner, die Leiterin des Selbsthilfezentrums Christina Hille, Sozialarbeiterin Eva Laskewitz und Verwaltungsangestellte Karin Klein. (Foto: Zandl)

Treffen der Selbsthilfegruppenleiter der AWO: Mehr Anfragen zu Depressionen und Abhängigkeiten

Traunstein – Im Selbsthilfezentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) fand ein Gesamttreffen der Selbsthilfegruppenleiter mit etwa 35 Teilnehmer statt. Der neue Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands, Kai Wagner, der zum 1. September die Nachfolge von Edmund Niederlöhner übernommen hat, nahm die Veranstaltung zum Anlass, sich offiziell vorzustellen. 


Die Leiterin des Selbsthilfezentrums, Christina Hille, eröffnete den Abend mit »einem großen Dankeschön« an alle ehrenamtlichen Gruppenleiter, »die gerade auch in der pandemiebedingt schwierigen Zeit viel Engagement gezeigt haben.« Doch nicht nur die Pandemie, auch der Krieg in der Ukraine und die Angst der Menschen vor einer Energiekrise brachte zuletzt viele Kursteilnehmer in den Selbsthilfegruppen an die Grenzen ihrer inneren Ressourcen, so Hille. Um so wichtiger sei es, neue Kraftquellen zu erschließen, um die Personen, die in den Selbsthilfegruppen Kraft und Zuspruch suchen, unterstützend zu begleiten. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Eva Laskewitz und Karin Klein betreut Christina Hille derzeit 79 Selbsthilfegruppen im Landkreis.

Hille ging darauf ein, dass es seit Corona viel mehr Anfragen zu Depressionen und Abhängigkeiten gab. »Bereits bestehende Gruppen dazu sind voll und gefühlt können wir zur Zeit jede Woche neue Gruppen starten, so viel Bedarf besteht momentan«, sagte die Sozialpädagogin.

Um Entspannung und Einklang von Körper und Geist spürbar zu machen, gab Gesundheitspädagogin und Qigong-Lehrerin Susan Erdmann eine Einführung in die chinesische Heil- und Entspannungsmethode Qigong, bevor es daran ging, in Übungen den eigenen Körper mit Bewegung und Atmung neu wahr- und anzunehmen. Das Treffen beinhaltete auch Rück- und Ausblicke. Ein Höhepunkt im zu Ende gehenden Jahr war die Wanderausstellung der Selbsthilfegruppen, wobei neun künstlerisch gestaltete Stühle wöchentlich an einem anderen öffentlichen Ort ausgestellt wurden, um die Selbsthilfegruppen bekannter zu machen. Die Ausstellung war verbunden mit der Vorstellung einzelner Selbsthilfegruppen sowie einem Wettbewerb. Auch auf ein landkreisübergreifendes Projekt in Mühldorf, Aktionswochen zur seelischen Gesundheit, ein Nein-Sagen-Seminar sowie eine Exkursion zum »Waldbaden« wurden angesprochen. Auf dem Programm standen sowohl Präsenz- als auch Onlineveranstaltungen.

»Für 2023 gibt es auch wieder eine Reihe von Veranstaltungen, die man sich am besten gleich im Terminkalender notieren sollte«, sagte Eva Laskewitz. Dazu gehört ein »Oasentag zum Aufblühen, die Messe »60 Aufwärts!« des VdK am 22. April im Annette-Kolb-Gymnasium, ein Ausflug auf die Fraueninsel, das nächste Gesamttreffen der Gruppenleiter am 11. Mai, oder eine Aktionswoche seelische Gesundheit im Herbst. Auch »Waldbaden« und »Dog Walking« werden wieder ins Programm aufgenommen.

Dann stellte sich der neue Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands Traunstein, Kai Wagner, vor: »Ich bin 51 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin ausgebildeter Diplom-Sozialpädagoge beziehungsweise Diplom-Sozialarbeiter (FH) mit Zusatzausbildungen als Supervisor, Organisationsberater und Familientherapeut.« Seit 1997 ist Wagner in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Vor der Übernahme der Geschäftsführung im AWO-Kreisverband Traunstein leitete er zwölf Jahre stationäre Jugendhilfeeinrichtungen im Rheinland bei einem höheren Kommunalverband. »Hierbei war ein Schwerpunkt der Aufbau traumapädagogischer Intensivangebote.« Gute Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche vorzuhalten oder zu entwickeln, Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu bieten und gute Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen seien das Ziel seines beruflichen Engagements, so Wagner. »Besondere Situationen brauchen manchmal besondere Lösungen, ist mein Motto und so hatte ich bisher einige Möglichkeiten, Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe mit- und weiterzuentwickeln. Ich glaube an die Kraft von Gruppen als Entwicklungs- und Sozialisationsort für Kinder und Jugendliche.«

Der AWO-Kreisverband Traunstein ist als sozialer Dienstleister Träger verschiedener Einrichtungen der Kindertagesbetreuung sowie der schulischen Mittags- und Ganztagsbetreuung im Landkreis Traunstein. Aktuell betreibt der Kreisverband 15 Kindertagesstätten, davon zwölf mit Krippenangeboten, an zehn Schulen Mittags- und/oder Ganztagsangebote sowie ein Hort- und Ganztagsangebot in Trostberg. Unter dem Dach des Kreisverbands arbeiten auch das Selbsthilfezentrum, die Ehrenamts- und Integrationslotsenstelle sowie ein Beratungsangebot für Mutter-Kind-Kuren. 79 Selbsthilfegruppen werden in ihrer Arbeit beraten, begleitet und unterstützt.

az

Mehr aus der Stadt Traunstein