Trauungen nun auch wieder am Samstag möglich

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Nach vielen Jahren sind künftig wieder Trauungen auch am Samstag im Standesamt der Stadt Traunstein möglich. Foto: dpa

Traunstein – Im Standesamt in Traunstein sind nun auch wieder Trauungen am Samstag möglich. Auf Antrag der CSU-Fraktion hat der Haupt- und Personalausschuss des Stadtrats einstimmig beschlossen, dass die Stadt Eheschließungen künftig nicht mehr nur unter der Woche, sondern nach vielen Jahren nun auch wieder am Wochenende anbietet. Im April beginne das Standesamt damit, so die Vorgabe des Gremiums, an einem Samstag im Monat jeweils bis zu drei Trauungen durchzuführen. 


Die Möglichkeit der Eheschließungen bleibt den Bürgern der Stadt Traunstein vorbehalten. Mindestens ein Ehepartner muss mit dem Hauptwohnsitz in der Stadt gemeldet sein. Die Aufstellung des Dienstplans für den Samstag – stets zwei Beamte sind angedacht – obliegt dem Leiter des Standesamts. Aufgrund des erhöhten Verwaltungsaufwands erhebt die Stadt eine Gebühr für die Eheschließungen am Wochenende – im Unterschied zu den Trauungen unter der Woche, die weiter gebührenfrei bleiben. Zu bezahlen sind in der Regel, so der Tenor im Ausschuss, 150 Euro. Nach wie vor muss in allen Fällen eine Gebühr für die Anmeldung zur Eheschließung bezahlt werden.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) bemerkte, dass der Samstag in Traunstein und anderen Kommunen nach wie vor »ein beliebter Tag für Eheschließungen« sei. Simon Schreiber, der den Antrag der CSU-Fraktion ausgearbeitet hatte, meinte, in Traunstein sei der Wunsch groß, am Samstag zu heiraten. Weil an diesem Tag aber das Standesamt geschlossen sei, so Schreiber im Rückblick, seien Paare immer wieder in andere Kommunen abgewandert. Nötig sei, wieder Trauungen an diesem Tag anzubieten – allerdings nur für Bürger in Traunstein. Wenn die Stadt auch Auswärtigen die Tore öffnen würde, dann würde sie »einem Heiratstourismus« Vorschub leisten.

Arnold Peresich, der Leiter des Standesamts sagte, dass an einem Samstag im Monat drei Trauungen, die jeweils eine Stunde dauern, durchführbar seien. Eine Beschränkung der Eheschließungen nur auf die Bürger in Traunstein sei erforderlich, denn alles andere wäre mit dem Personal, das zur Verfügung steht, nicht möglich.

Peresich schlug weiter vor – was dann auch auf Zustimmung im Ausschuss stieß –, nicht nur einen, sondern zwei Standesbeamte einzusetzen, wenn an einem Samstag die Türen aufgehen. Denn einer könnte schließlich immer kurzfristig ausfallen, falls ihm beispielsweise die Stimme versagt. Eine Rufbereitschaft einzurichten sei, so der Leiter des Standesamts weiter, »mit Problemen behaftet«. Schließlich wohnten die Standesbeamten – bis auf zwei Ausnahmen – allesamt ein gutes Stück weit von Traunstein entfernt – mit der Folge, dass eine kurzfristig nötige Fahrt in die Stadt lange dauern würde.

Rund 150 Euro müsse man für eine Trauung verlangen, so Peresich weiter. Dann seien die Personalkosten, die durch die Erweiterung des Angebots entstehen, gedeckt. »Wir machen es gerne«, betonte er. »Aber wir müssen den Rahmen abdecken.«

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) fand es »großartig, wenn wir in Traunstein jetzt auch wieder Trauungen am Samstag durchführen«. Schließlich sei dieses Angebot in den Kommunen gang und gäbe. Auch Denis Holl (SPD/Die Linke) war voll des Lobes. Dieser Schritt sei »sehr gut«, der Service für den Bürger werde erweitert. Er würde sich freuen, wenn sich für Bürger, die wenig Geld haben, Sonderregelungen für die Gebührenerhebung finden lassen könnten. pü

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