»TraunsteinPlan«: Das hat die Stadt in den nächsten Jahren vor

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Foto: Willy Reinmiedl

Traunstein – Den »TraunsteinPlan 2030«, das Konzept der Stadt für die Zukunft, hat Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) am Donnerstagvormittag vorgestellt. Dabei betrachtete er sieben große Themenfelder mit konkretem Handlungsbedarf in den nächsten zehn Jahren.


1. Wohnen für Traunsteinerinnen und Traunsteiner

„Bezahlbares Wohnen ist schon lange nicht mehr nur für den Rand der Gesellschaft ein Thema“, so Hümmer. Insbesondere junge Familien seien durch die Preisentwicklung teilweise gezwungen, wegzuziehen. Geplante Antworten der Stadt auf diese Entwicklung seien, verstärkt Wohngebiete im Ansiedlungsmodell auszuweisen, eine Wohnbaugesellschaft zu gründen sowie Förderprogramme zur Entwicklung des Wohnens in der Innenstadt zu schaffen.

2. Klimaschutz

Traunstein macht sich mit einem Energiekonzept auf den Weg, seinen Beitrag zum Thema Klimaschutz zu leisten. Dafür hat die Stadt 2020 einen Förderzuschlag vom Bundesumweltministerium erhalten. Schritt eins, eine CO2-Bilanz für Traunstein zu erstellen, ist momentan in Arbeit. „Wir warten aber nicht auf das fertige Konzept, sondern sind schon aktiv, zum Beispiel mit Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern. Auch beim Thema Verkehr stellen wir uns neu auf.“ Der Oberbürgermeister betont: „Wir können uns glücklich schätzen, in dieser schönen Landschaft leben zu dürfen. Deshalb ist es auch unser besonderer Auftrag, sie zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten.“

3. Bildungscampus und Entwicklung des Bahnhofsareals Ost

Im Zuge der Entwicklung des Bildungscampus sollen beide Seiten des Bahnhofs attraktiv gestaltet werden. Die zentrale Frage ist hierbei, wie der Campus an die Innenstadt angebunden werden kann. Derzeit wird geprüft, ob zu diesem Zweck eine Fußgängerbrücke über den Bahnhof gebaut werden könne. Auch der Bahnhofsbrunnen soll saniert werden. „Die sehr erfreuliche Entwicklung des Bildungscampus soll auf die Innenstadt überschwappen und insgesamt einen positiven Einfluss auf ganz Traunstein darstellen. Sicherlich ist das eine Aufgabe, die uns das gesamte Jahrzehnt beschäftigen wird.“

4. Mobilität

Traunstein plant ein Radverkehrskonzept zur Verbesserung der Mobilität. „Wir sind momentan nicht allzu fahrradfreundlich“, gibt Hümmer zu. Das müsse sich ändern, denn die Stadt möchte der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. beitreten. Als Stadt im ländlichen Raum müsse Traunstein nach wie vor gut für Autos zu erreichen sein. Trotzdem werde sich im Laufe dieses Jahrzehnts die Entwicklung vom motorisierten Individualverkehr wegbewegen. In jüngeren Generationen habe das Auto einen immer geringeren Stellenwert. Konkret sollen der Öffentliche Nahverkehr ausgebaut, bestehende Radwege auf Mängel untersucht und ein neues Radwegenetz ausgearbeitet werden.

5. Kinder und Schulen

Traunstein ist eine wachsende Stadt – auch, was die Anzahl an Kindern betrifft. Gegen Ende des Jahrzehnts wird es in Kinderkrippen und Kindergärten zu wenige Betreuungsplätze geben. Im Jahr 2028 werden außerdem in etwa 250 Grundschüler mehr zu unterrichten sein als heute (wir berichteten). Hümmer möchte sich deshalb bereits jetzt um einen konkreten Plan bemühen: Der Neubau einer Kinderkrippe werde angestrebt, für die Kindergärten reiche voraussichtlich eine Lösung mit den Trägern ohne Neubau. Im Bereich der Grundschulen werde geprüft, inwiefern eine Erweiterung bereits bestehender Standorte möglich sei: „Das ist eine ganz große Aufgabe für die Stadt und wir müssen uns frühzeitig darüber Gedanken machen.“

6. Jugend

Im Gebäude der Stadtbücherei am Stadtpark soll ein neuer Jugendtreff eingerichtet werden. Mittelfristig ist geplant, die Stadtbibliothek auf das Gelände des Bildungscampus zu verlegen, sodass diese Räumlichkeiten dann auch genutzt werden können. Bis dahin soll das Jugendzentrum im Unter- und Erdgeschoss des Gebäudes untergebracht werden. „So werden die Jugendlichen nicht an den Rand gedrängt, sondern finden ihren Platz mitten in der Stadt“, erklärt Hümmer. Er betont jedoch, dass der Stadtpark weiterhin allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehe.

7. Wirtschaft, Innenstadtentwicklung & Digitalisierung

Zu diesem Thema wird Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer kommende Woche seinen 10-Punkte-Plan "Wirtschaft und Digitalisierung – Innenstadt als Erlebnisraum" vorstellen. JuC

Einen detaillierten Bericht zum „TraunsteinPlan“ lesen Sie in der morgigen Freitagsausgabe (12. März) des Traunsteiner Tagblatts.

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