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Traunsteiner Wehr fast täglich bei Einsätzen gefordert

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Vorsitzender Johannes Thanbichler (links) und sein Stellvertreter Christoph Ditsch (rechts) gratulierten für ihre 50-jährige Treue zum Feuerwehrverein Traunstein (zweiter von links) Gerhard Buchner, Reinhold Veitenhansl, Herbert Enthofer und Franz Reitschuh sen.. Sie wurden mit Ehrenurkunden ausgezeichnet. (Foto: Hobmaier)

Traunstein – In der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Traunstein präsentierte Kommandant Christian Schulz ein eindrucksvolles Zahlenwerk der aktiven Mannschaft über das abgelaufene Jahr.


Vereinsvorsitzender Johannes Thanbichler zeichnete zahlreiche verdiente und langjährige Mitglieder aus. Ernst Fuchsgruber, Walter Müller und Heinrich Wurm sind nun Ehrenmitglieder. Auch wies er darauf hin, dass das Feuerwehrhaus an der Scheibenstraße seit fast 40 Jahren Heimat der Feuerwehr und mittlerweile deutlich in die Jahre gekommen ist.

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Insgesamt wurde die Feuerwehr im vergangenen Jahr zu 312 Einsätzen gerufen. Darunter waren unter anderem 92 Brandalarme und 167 technische Hilfeleistungen. 49-mal waren die Traunstein Feuerwehrler zur Hilfeleistung im Landkreis unterwegs, so der Aktivenchef. Ein Großbrand im Ortskern von Chieming bildete dabei den umfangreichsten Löscheinsatz. Das Stadtgebiet selbst, blieb von größeren Brandereignissen verschont. Zudem war man bei zahlreichen Unfällen gefordert.

Doppelmitgliedschaft und mehr Frauen

»Mit 98 aktiven Einsatzkräften brauche man sich nicht verstecken«, so Christian Schulz. Diese leisteten mehr als 4200 Einsatz- und 8000 Übungsstunden, so dass die Wehr mit allen anderen freiwilligen Einsätzen auf insgesamt 13 428 Stunden ehrenamtliche Arbeit kam. Nichtsdestotrotz wird die Personaldecke bei Einsätzen tagsüber immer dünner. Dies habe man erkannt und will mit mehreren Maßnahmen gegensteuern. Besonders vielversprechend sei der Ansatz von Doppelmitgliedschaften. Hier können ausgebildete Einsatzkräfte, die auswärts wohnen und in Traunstein arbeiten, bei beiden Feuerwehren aktiv werden. Zudem sei die »Frauenquote noch ausbaufähig«, so Schulz weiter.

Das Feuerwehrdomizil an der Scheibenstraße feiert im kommenden Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Aus einsatztaktischer Sicht ist das Haus ideal gelegen, in vielen Bereichen sei es jedoch nicht mehr zeitgemäß und veraltet und bedarf dringend einer Modernisierung. »Hier habe es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Investitionsstau gegeben und die Mängelliste wird immer länger«, so der Aktivenchef. Erfreut zeigte er sich über die sehr harmonische Zusammenarbeit mit den anderen Wehren der Stadt.

Thomas Konarski berichtete von derzeit 14 aktiven Jugendlichen, die insgesamt 28 Übungsabende geleistet haben. Zudem habe man einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert und war an Veranstaltungen wie den Rosentagen, den verkaufsoffenen Sonntagen oder der Blaulichtmeile vertreten. Einen Berufsfeuerwehrtag mit den Wehren Haslach, Kammer und Wolkersdorf, sowie aus den Nachbargemeinden Surberg und Vachendorf organisierte man ebenfalls.

Schriftführer Robert Scholz informierte über Vereinstätigkeiten im vergangenen Jahr. Derzeit habe man 264 Mitglieder sowie sieben Ehrenmitglieder und einen Ehrenvorsitzenden. Bei der 45. Christbaum-Aktion wurden insgesamt 1286 ausgediente Bäume eingesammelt und verwertet. Der Erlös kam traditionell dem Sonderpädagogischen Förderzentrum in der Brunnwiese zu Gute. Eine Faschingsparty und ein Grillfest seien ebenfalls organisiert worden. Zudem leistete man während des Traunsteiner Frühlingsfests Parkplatzdienst und nahm an den Feuerwehrfesten in Tettenhausen und Waidring/Tirol teil. Der Vereinsausflug führte im vergangenen Jahr nach Pilsen. Bei der Stadtmeisterschaft im Schießen sicherten sich Nadja Weih und Florian Scholz jeweils den Titel in ihren jeweiligen Klassen. In der Mannschaftswertung wurde ein solider elfter Platz belegt.

Über ein Plus in der Vereinskasse freute sich Kassier Gerhard Binder. Seinen Worten zur Folge war dies auch dringend nötig, da der Verein in den Vorjahren große finanzielle Anstrengungen bei der Beschaffung des neuen Kommandofahrzeugs sowie dem neuen Internetauftritt unternommen habe.

Kegel kündigt Gespräche zu Feuerwehrhaus an

Oberbürgermeister Christian Kegel zollte den Feuerwehrlern seinen großen Respekt. Aus seiner Sicht sei das Ehrenamt das Rückgrat der Gesellschaft. »Ihr seid Tag und Nacht für unsere Sicherheit da und wir wissen, was wir an Euch haben«, so der Rathauschef. Aus diesem Grund wird die Stadt auch in Zukunft alles unternehmen, allen Feuerwehren die benötigte Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Zudem versprach er, dass man wegen des Feuerwehrhauses zeitnah ins Gespräch kommen werde.

Für die Kreisbrandinspektion ergriff Kreisbrandinspektor Martin Schupfner das Wort. Er dankte den Traunsteinern für ihren verlässlichen Einsatz über das ganze Jahr hinweg. Besonders lobte er die vielen Sonderaufgaben, die die Wehr für den Landkreis erfülle. Zudem stelle sie eine Reihe von Ausbildern bei den Landkreislehrgängen.

Ernst Haider wurde kürzlich im Landratsamt für 40 Jahre aktiven Dienst geehrt und erhielt aus den Händen des Landrats das Feuerwehrehrenkreuz in Gold. Besonders stolz sei der Kommandant darauf, dass mit Katharina Schmid nun wieder eine Ärztin zur Verfügung stehe. Der Vereinsvorsitzende durfte zudem eine ganze Reihe langjähriger Mitglieder mit einer Ehrenurkunde auszeichnen. Für ihre 60-jährige Vereinstreue wurden Ernst Fuchsgruber, Walter Müller und Heinrich Wurm zudem zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Für 20 Jahre aktiven Dienst wurden ausgezeichnet: Stefan Bachmaier, Thomas Konarski, Bernhard Obermaier und Johannes Thanbichler. Seit 40 Jahre im aktiven Dienst ist Ernst Haider.

Für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Traunstein wurden Albert Eder, Claudia Haider, Monika Scholz und Ernst Terstegen geehrt, für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft Alfred Röde und Ernst Haider und für 50 Jahre Vereinsmitgliedschaft Gerhard Buchner, Herbert Enthofer, Franz Reitschuh sen. und Reinhold Veitenhansl. Bereits seit 60 Jahren sind Ernst Fuchsgruber, Walter Müller und Heinrich Wurm Mitglieder im Feuerwehrverein. Sie wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Hans Bachmaier gab bekannt, dass er nach mehr als 26 Jahren als Chronist und Museumswart sein Amt im kommenden Jahr niederlegen werde. Er hofft, dass sich ein Nachfolger findet. Zum Abschluss bedanken sich die beiden Vorsitzenden Johannes Thanbichler und Christoph Ditsch bei Herbert Enthofer mit einem Geschenkkorb für seine Zeit als Vereinsvorsitzende. Mit lang anhaltendem Applaus endete die Versammlung im vollbesetzten Saal des Sailer-Kellers. hob

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