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Traunsteiner Tafel: Heute gibt es Lebensmittel-Packerl im Möbellager

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Traunsteiner Tafel: Heute gibt es Lebensmittel-Packerl im Möbellager
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Frisches Obst und Gemüse werden hier bei einer Tafel für Bedürftige sortiert. Die Traunsteiner Tafel versorgt ihre Bedürftigen, solange es geht. Die Marquartsteiner Tafel unterstützt mit Einkaufs-Gutscheinen. (Foto: dpa)

Traunstein – »Wir wollen den Service aufrechterhalten, solange es geht«, sagt Claudia Haider, Vorsitzende des Vereins Traunsteiner Tafel. »Ganz aufhören wollen wir noch nicht, zumindest, solange es irgendwie noch geht.«


»Natürlich ist es schon weniger geworden. Wir bekommen deutlich weniger Lebensmittel von den Supermärkten. Aber auch unter den Kunden gibt es ältere Menschen, die sich nicht mehr vor die Tür trauen«, sagt Claudia Haider. »Da müssen wir sehen, wer und was noch kommt.«

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Anders als andere bayerische Tafeln – mindestens 40 von 160 sind wegen des Coronavirus' bereits geschlossen, Tendenz steigend – hat die Traunsteiner Tafel zum Glück auch jüngere Mitarbeiter und freiwillige Helfer, die nicht unmittelbar als gefährdet gelten. In vielen anderen Tafeln scheitert die Öffnung unter anderem auch daran, dass es für die meist älteren ehrenamtlichen Helfer schlicht zu gefährlich wäre, die Tafeln weiter zu öffnen.

Zum Glück erfährt die Traunsteiner Tafel in diesen Tagen zusätzliche Solidarität von Freiwilligen, die sich melden und Hilfe anbieten. »Allein heute hatte ich drei diesbezügliche Anrufe«, so Haider im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

Aber auch weitere Solidaritätsbekundungen erhält sie: »Eine Dame, die gerade das Haus nicht verlassen kann, setzt sich gerade bei den Supermärkten dafür ein, dass die Einkaufswagen aufstellen, in die Hamster-Käufer solidarischerweise Dinge legen können für Bedürftige«, so Haider.

Gibt es inzwischen nicht noch eine neuere Verordnung, etwa eine völlige Ausgangssperre, will die Traunsteiner Tafel heute ab 13 Uhr wie gewohnt Lebensmittel an Bedürftige ausgeben; allerdings nicht im Pfarrhof – der ist ja derzeit geschlossen.

»Wir weichen daher aus in unser Diakonie-Möbellager, dort ist auch unsere Kühlzelle«, erklärt Haider. Um den Kundenkontakt auf das absolut Nötigste zu reduzieren, gibt es auch nur fertige Lebensmittel-Packerl, die wir den Kunden hinstellen«. Berechtigte dürfen das Gebäude jeweils einzeln zur Entgegennahme der Kisten betreten. »Bitte achten Sie immer auf einen Mindestabstand von zwei Metern zur nächsten Person. Wir versuchen, unter Berücksichtigung der Sicherheitsvorkehrungen, den Betrieb soweit wie möglich aufrechtzuerhalten«, schreibt auch Diakonie-Pressesprecher Klaus Rieder auf Anfrage.

Sollte es keine Ausgangssperre geben, öffnet auch der Grüne Markt der Traunsteiner Tafel am Dienstag um 11 Uhr seine Pforten, ebenfalls im Möbellager der Diakonie an der Theresienstraße.

Die Achental-Tafel in Marquartstein hat dagegen bis auf Weiteres geschlossen, um die dort doch vielen älteren Helfer und die Kunden gleichermaßen zu schützen, wie Diakon Michael Soergel mitteilte. Die letzte Ausgabe erfolgte am vergangenen Samstag.

»Unsere registrierten Tafelnutzer erhalten dank Spenden nun Gutscheine, um damit Einkäufe tätigen zu können.« Diese werden all denjenigen zugeteilt, die einen Berechtigungsschein für die Tafel Marquartstein haben. Zudem werde angeboten, sofern Bedarf, für die Tafelnutzer auch die Einkäufe zu besorgen, wenn jemand nicht mehr das Haus verlassen will. Dies erfolge in enger Absprache mit den Kunden, so Soergel – Helfer gebe es genügend. coho/vew

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