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Traunsteiner Spenden entfalten Wirkung in Indien

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Traunsteiner Spenden entfalten Wirkung in Indien: "Kuhprojekt" der Kolpingfamilie
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Das »Kuhprojekt«, mit dem der Katholische Frauenbund Traunstein Frauen in Indien unterstützt, wächst und gedeiht und findet sogar Nachahmer.

Traunstein – Zu einem Besuch im »Kuhprojekt«, das die Kolpingfamilie Traunstein unterstützt, machte sich Christa Sammer wieder auf den Weg nach Indien. Vor vier Jahren waren über 30 Frauen an sie herangetreten mit dem Wunsch, sie bei der Gründung eines Frauenbunds zu unterstützen. Dies sollte die Grundlage für die Verwirklichung eines »Kuhprojekts« auf Kleinkreditbasis sein, ein Projekt der »Hilfe zur Selbsthilfe«.


Die Kosten, um das Projekt zu starten, hatte seinerzeit der Katholische Frauenbund Traunstein übernommen. Engagierte indischen Frauen schufen schnell die organisatorischen Voraussetzungen für den Start des Projekts und so konnten die ersten Spenden für mehrere Kühe mit jeweils einem Kälbchen (je 350 Euro) angewiesen werden.

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Lang wurde die Liste der interessierten Familien und Witwen, die sich so sehr eine Kuh wünschten. So konnte Sammer bei einem weiteren Besuch im Januar 2017 weitere Unterstützung übergeben. Auch der frühere Traunsteiner Stadtpfarrer Sebastian Heindl, der im Jahr 2001 das von der Pfarrei St.  Oswald unterstützte Kinderheim St. Michael für behinderte und nicht behinderte Kinder einweihte, zeigte durch seinen Besuch 2017 seine Verbundenheit mit dem Projekt.

Christa Sammer, die nun von ihrer Nichte Kathrin Maier begleitet wurde, konnte sich nun davon überzeugen, welch großen Segen das Kuhprojekt inzwischen bringt. So haben 37 Familien und Witwen eine Kuh mit Kälbchen als zusätzliche Einnahmequelle erhalten. Eine Kuh, die durchschnittlich 6 bis 8 Liter Milch pro Tag gibt, ist für sie oft die einzige Einnahmequelle. Wenn der Verdienst eines Tagelöhners wegen fehlender Arbeit oder ungünstiger Witterung ausbleibe, so sei das über die Kuh erzielte Milchgeld die alleinige Einnahme.

Andere Familien finanzieren mit dem Milchgeld das Studium der Kinder. Daher legen sie auch größten Wert darauf, gut auf die Kuh zu schauen. Durch die Rückzahlungen des zinslosen »Kuhkredits« kann wieder eine weitere interessierte Familie mit einer Kuh bedacht werden. So zählt das Projekt inzwischen 65 Kühe.

Christa Sammer erfuhr, dass sich bereits drei Frauengemeinschaften gegründet haben, die sich monatlich treffen, dabei ihre vereinbarten Rückzahlungen persönlich abgeben und weitere Fragen besprechen. Das Kuhprojekt hält so auch die Frauen zusammen. Sie haben Pläne, wie sie praktische Fragen des Dorfes verbessern können.

Beeindruckt zeigte sich Sammer auch von einer spontanen Zusammenkunft der Frauen im Dorf Uriurkuppam, die darum baten, auch sie bei der Gründung eines Kuhprojekts zu unterstützen. Sie versicherten, sich auch zuverlässig um die Tiere zu kümmern und sich für das Projekt zu engagieren. Sammer sicherte ihnen zu, nach der Schaffung der Voraussetzungen wie Milchtransport und finanzielle Abwicklung des Kuhkredits, auch sie durch weitere Spenden mit einigen Kühen zu unterstützen. Dabei ist sie der Kolpingfamilie Traunstein sehr dankbar, dass durch deren Unterstützung die finanzielle Abwicklung erfolgen kann.

Danach traf sie sich mit Bauern, die durch Spenden der Pfarrei St. Oswald in den Jahren 2000 bis 2010 eine Wasserleitung verlegen konnten, um ihre Felder zu bewässern. Auch der Krankenstation, die vor Jahren in dem kleinen Dorf von Spenden eingerichtet wurde, stattete sie einen Besuch ab. Für sie ist es wichtig zu sehen und sich davon zu überzeugen, dass die Spenden auch heute noch durch die Projekte in Betrieb sind und den Dorfbewohnern zugute kommen.

Zu guter Letzt konnte sie noch ein neues Projekt starten: Der in dem Dorf Pudur sehr engagierte Fürsorgeverein, eine bereits 40 Jahre bestehende Gemeinschaft ehrenamtlich tätiger Dorfbewohner, will mehr Grün in das Dorf bringen. So wurden Zitronen-, Mango-, Bananen- und Granatapfelpflanzen besorgt, die an 50 Familien übergeben wurden. Diese schnell wachsenden Bäume sollen auch zur besseren Versorgung der Familien beitragen.

Christa Sammer und Kathrin Maier war es vorbehalten, das Projekt »Green Pudur« zu starten und die ersten Bäume zu pflanzen. Sie übernahmen im Gegenzug die Patenschaft für das Projekt und versicherten, die Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die Initiative nicht an wenigen Euros scheitert und ausgeweitet werden kann. Wer sich für die Projekte weiter interessiert, kann sich unter Telefon 0861/64 164 Informationen einholen. fb

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