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Traunsteiner CSU stellt Ergebnisse der Bürgerumfrage vor – Wohnen, Parkplätze und Mobilität

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Traunstein: Bürgerumfrage der CSU mit Ergebnis: Wohnen, Parkplatzsituation und Mobilitätsfragen
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Dr. Christian Hümmer, Oberbürgermeisterkandidat der CSU und der UW in Traunstein, erläuterte die Ergebnisse der Bürgerumfrage. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Von wegen Politikverdrossenheit: Traunsteiner Bürger haben ihre klare Meinung zur Stadtpolitik und tun diese auch entsprechend deutlich kund. Das wurde sowohl bei der Bürgerumfrage der Traunsteiner CSU deutlich, wie auch bei der Vorstellung des »Traunstein-Trend«, in dem die Ergebnisse präsentiert und im Nachgang umfangreich diskutiert wurden.


400 Bürger hatten den vor rund einem halben Jahr an die Haushalte versandten Fragebogen in Papierform oder online ausgefüllt und ihre Haltung zu den 15 Fragen in anonymisierter Form kundgetan. Der gemeinsame Oberbürgermeisterkandidat der CSU und UW Traunstein, Dr. Christian Hümmer, präsentierte rund 50 parteiübergreifend Interessierten die Ergebnisse.

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Hümmer betonte, dass das Ergebnis der Bürgerbefragung eine lange »To-do-Liste« mit sich bringt, die weit in das kommende Jahrzehnt hineinreiche – sofern die Punkte denn eine Umsetzung finden. »Ein ganzes Buch an offenen Fragen« resümierte er in seiner Betrachtung der Fragebogenauswertung und sah darin einen Plan, der Potenzial für die Stadt und ihre Bürger habe. »Jetzt ist es an der Zeit, daraus ein schlüssiges Konzept zu machen und Traunstein mit einem 'Traunstein Plan' nach vorne zu bringen.« Er setze sich dafür ein, Kommunalpolitik aus der Sicht der Bürger durchzudenken und nicht aus der Sicht der Verwaltung zu machen. Die Lösung in Sachfragen solle fraktionsübergreifend und nicht nach parteipolitischen Überlegungen angegangen werden.

Die meisten leben gerne in Traunstein

Dass der überwiegende Teil der Bevölkerung gerne in der Großen Kreisstadt lebt, wurde an der hohen Zahl von 95 Prozent der Mitwirkenden deutlich, die ankreuzten, dass sie gerne in Traunstein leben. Die Zufriedenheit mit der Arbeit des Traunsteiner Stadtrats (51 Prozent) und der Stadtverwaltung (58 Prozent) hält sich dagegen in Grenzen. Klare Präferenzen setzten die Bürger beim Topthema Wohnen und Baugrund (26,2 Prozent), Parken (12,4 Prozent), Jugendliche (10,9 Prozent), gefolgt von Verwaltung und Stadtpolitik (10,2 Prozent), Verkehr (9,2 Prozent) und Innenstadt (8,7 Prozent). Etwas abgeschlagen am Ende der Liste die Themen Kinderbetreuung (2,4 Prozent), Freizeit (2,1 Prozent) und Gewerbe (1,5 Prozent). Wobei der geringe Prozentsatz laut Hümmer nicht immer Desinteresse bedeuten müsse, sondern auch bedeuten könne, dass Themen gut geregelt sind. So trete beispielsweise in Zeiten der Vollbeschäftigung die Thematik »Gewerbe« verständlicherweise etwas in den Hintergrund.

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum

»Bezahlbarer Wohnraum« ist das vorherrschende Thema, insbesondere bei der jüngeren Generation und bei jungen Familien, aber auch darüber hinaus quer durch alle Altersgruppen. 86 Prozent der Bürger sind der Überzeugung, dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum in der Großen Kreisstadt gibt. Hümmer zeigte sich verärgert, dass das letzte angebotene Einheimischenmodell fünf Jahre zurückreiche und die Nachfolge in Traunstorf immer noch nicht komplett umgesetzt sei. »Das ist nicht akzeptabel.« Und auch beim Parkplatzangebot waren zwei Drittel der Meinung, dass es zu wenig Plätze gibt. Da half es wenig, dass 83 Prozent den Rufbus »gut« finden, da nur 15 Prozent angekreuzt haben, diesen zu nutzen. Ein schlechtes Zeugnis stellen die Umfrage-Teilnehmer auch dem Angebot für Jugendliche aus, das 60 Prozent für zu niedrig halten.

Engagierte Bürgerdiskussion

Einen breiten Raum der knapp zweistündigen Veranstaltung nahm die Diskussion ein: Günter Pertl monierte, dass ein sicheres Radfahren in der Innenstadt – gerade auch für ältere Menschen – nicht möglich sei. Seien doch beide Straßenseiten in der Regel zugeparkt, gesetzliche Mindestabstände beim Überholen könnten von Autofahrern kaum eingehalten werden. Florian Binder konnte zwar dem Gedanken des »verdichteten Bauens« etwas abgewinnen, monierte aber: »Es wird sich nicht um die Infrastruktur gekümmert. Das fällt uns auf die Füße.« Irmengard Singer betonte, dass sie eine eigene Umfrage gemacht habe, um der Forderung nach Umsetzung ihres geplanten Parkhauses am Klosterberg Nachdruck zu verleihen. Bei ihren anschaulich in die Luft gehaltenen 69 Rückläufern ist eine große Mehrheit für die Realisierung des Parkhauses vorhanden, betonte Singer.

Margot Baur monierte große und für Rollstuhl- und Radfahrer gefährlich breite Fugen im Kopfsteinpflaster am Stadtplatz. Grünen-Stadträtin Walburga Mörtl-Körner betonte, man müsse den Fahrradverkehr vorantreiben: »Dann hätten wir weniger Verkehr!« Dem Aufruf zur Förderung des heimischen Gewerbes, das zur Finanzierung des städtischen Haushalts ein wichtiger Baustein sei, folgte die Forderung nach Arbeitsplätzen in der Innenstadt. Mehrere Stimmen, denen sich auch Hümmer anschloss, forderten einen Verbleib der Verwaltung der Kreissparkasse in der Innenstadt.

Für Bildungscampus am Bahnhof

Nils Bödeker sah für den Radfahrverkehr Konflikte: »Die Infrastruktur passt nicht:« OB-Kandidat Hümmer warnte, die einzelnen Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander auszuspielen (»Nicht Leute umerziehen, sondern Anreize schaffen«). Franz Gruber forderte ein Entwicklungskonzept für Autofahrer und Radfahrer«, schimpfte aber auch, dass die Stadt keine Grundstücke für den Tausch von benötigten Flächen besitze. »Die Stadt hat einen Offenbarungseid abgelegt«, war seine markige Feststellung. Klare Statements für den geplanten Bildungscampus am Traunsteiner Bahnhof gab es von verschiedenen Seiten, beispielsweise von Benno Singer: »Wir bauen für die Zukunft Traunsteins!« Hans-Peter Weiß hatte auf der Agenda, einmal fertig ausgebildete Leute in dem Campus nicht wieder gehen zu lassen.

Weitere Diskussionsthemen waren der Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und auf kommunaler Ebene beschlossene Maßnahmen zum Klimaschutz, die Patrick Nepper von Hümmer im Falle seiner Wahl zum Oberbürgermeister abfragen wollte. Da war dann auch die bundespolitische Parteipolitik auf dem Tisch und ein OB-Kandidat, der sich erkennbar nicht aufs klimabedingte, schmelzende Eis führen lassen wollte. Hümmer verwies auf klimaschutzfördernde Maßnahmen gerade bei Einheimischenmodellen und erneuerte seinen Wunsch und sein Angebot, frei von Parteiideologien gemeinsam die Zukunft Traunsteins positiv mitzugestalten. awi

 

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