Traunsteiner Christkindlmarkt und Berchtesgadener Advent abgesagt

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Foto: Symbolbild (pixabay)

Traunstein/Berchtesgaden – Der traditionelle Christkindlmarkt auf dem Traunsteiner Stadtplatz wird heuer nicht stattfinden. Grund dafür sind die derzeit hohen Infektionszahlen in der Region. »Mit großem Bedauern« teilte die Stadt diesen Entschluss am Freitag mit.


Mit der Absage des Christkindlmarktes ist auch klar, dass das Alternativprogramm in Form eines Adventsmarkts nicht wie ursprünglich vorgesehen umgesetzt werden kann. »Die derzeit akute Lage in der Region und auch in Deutschland lässt uns keine andere Wahl. Sämtliche Veranstaltungen sind durch die Infektionsschutzbestimmungen untersagt. Eine Durchführung ist rechtlich unmöglich. Es ist nicht davon auszugehen, dass im Dezember derartige Veranstaltungen erlaubt sein werden«, so Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer.

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Doch die Stadt hat sich dennoch etwas einfallen lassen: »Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben die vergangenen Wochen genutzt und ein tolles Alternativprogramm auf die Beine gestellt, das den Bürgern auf digitalem Weg die Weihnachtstimmung nach Hause bringen wird«, kündigt Agnes Giesbrecht, die Pressesprecherin der Stadt, in einer Mitteilung an. Sowohl für kleine als auch große Zuschauer wird in der Adventszeit etwas geboten – mal besinnlich, mal unterhaltsam.

Und auch jene, die in normalen Zeiten gerne auf den letzten Drücker ihre Weihnachtsgeschenke auf dem Traunsteiner Christkindlmarkt gesucht hätten, können unbesorgt sein: Für sie soll es die Möglichkeit geben, online bei den Kunsthandwerkern einzukaufen. Dort sollen sich all die kleinen und großen Geschenke finden, die es sonst auf einem Christkindlmarkt gibt.

Der Einzelhandel in der Innenstadt soll laut Stadtverwaltung ebenso unterstützt werden. Ein umfassendes Unterstützungsprogramm befinde sich gerade in Arbeit. Mit glänzenden Lichtern und glitzernden Bäumen wird in den kommenden Wochen immerhin vorweihnachtliche Stimmung in der Stadt verbreitet.

Berchtesgadener Advent 2020 entfällt ebenfalls

Sehr kurzfristig abgesagt wurde nun auch der diesjährige Berchtesgadener Advent. »Wir haben bis zum Schluss gekämpft, den Markt stattfinden zu lassen, aber leider müssen wir den Berchtesgadener Advent für heuer schweren Herzens absagen«, so Geschäftsführer Thomas Hettegger in einer Mitteilung an unsere Zeitung.

Für viele Berchtesgadener Hüttenbetreiber wird 2020 ein wirtschaftlich schweres Jahr werden. Besonders die kleinen Unternehmer, die noch mit dem Lockdown vom Frühjahr zu kämpfen haben, haben sich auf den Berchtesgadener Advent gefreut und hingearbeitet. »Wir hoffen für unsere kleinen Betriebe, dass sie gut durch diese Zeit kommen«, so Thomas Hettegger. Angesicht der derzeitigen Zahlen kann der Berchtesgadener Advent trotz strengem Hygienekonzept nicht stattfinden.

Die Besucher dürfen sich allerdings schon auf 2021 freuen, dann soll es einige Änderungen geben: Zum Beispiel wird der Kinderadvent mehr an Bedeutung gewinnen. Bis dahin dürfte sich eine außergewöhnlich »staade Adventszeit« in Berchtesgaden einstellen.

Auch Salzburger Christkindlmarkt fällt aus

Schlechte Nachrichten gibt es indes auch aus Salzburg: Auch hier kann der alljährliche Christkindlmarkt – obwohl er bereits fest geplant war – nun doch nicht mehr stattfinden. Der weltberühmte Höhepunkt in der Weihnachtszeit lockte jedes Jahr bis zu eine Million Besucher ein, ein Ding der Unmöglichkeit bei den aktuellen Infektionszahlen.

Zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen hatten die Organisatoren erarbeitet, darunter Sperrzäune, vorgeschriebene Laufrichtungen, mehr Sicherheitspersonal und weitere Feinheiten, die dem Infektionsschutz gedient hätten. Auch die Stadt war fest davon überzeugt, dass man den Markt durchführen hätte können. Die stark steigenden Corona-Zahlen in Stadt und Land Salzburg sprechen jedoch eine andere Sprache: So erteilte Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner der Großveranstaltung nun die Absage. Wenn die Regierung ähnlich wie in Deutschland eine Art zweiten Lockdown verhängen wird, könne ein Event dieser Größe nicht mehr stattfinden. Zudem ließe es sich nicht vereinbaren, die Veranstaltung bei den derzeitigen Fallzahlen durchzuführen, wenn alles andere heruntergefahren wird und jeder andere sich auch einschränkt.

Während der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt bereits am Montag abgesagt wurde, bereiten sich andere Städte noch auf die Weihnachtsmarktsaison vor. Neben München soll etwa der Christkindlesmarkt in Bayreuth stattfinden. Überall gilt jedoch: Budenzauber mit Abstrichen. So gibt es in München, wo der Markt am 23. November starten soll, eine Maskenpflicht an den Ständen.

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Zur Übersicht: Weihnachtsmärkte in der Pandemie: Wo und wie sie stattfinden

red/fb


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